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Industriemetalle: Stabilitätsanker China?

02.02.2009  |  Sven Streitmayer

Kupfer mit Fehlstart nach positiven Konjunkturdaten

Widersprüchliche Konjunkturdaten und volatile Aktienmarktvorgaben haben den Kupferpreis in den vergangenen Handelstagen auf eine wilde Berg- und Talfahrt geschickt. Nachdem zum Wochenbeginn sowohl die USFrühindikatoren für Dezember als auch die neuesten Daten zum Zustand des US-Immobilienmarktes positiv überraschen konnten, legte das rote Metall bis Dienstag um satte 9% auf 3.330 USD/t zu. Abermals hohe Lagerzuflüsse (+67.000 t w/w), sowie die im weiteren Wochenverlauf negativen Wirtschaftsdaten aus den USA, Euroland und Japan holten die Metallmarktakteure jedoch wieder zügig auf den Boden der Tatsachen zurück.

Unter dem Strich gingen Kupfer (-3%), Nickel (-8%) und Zink (-6%) allesamt mit Verlusten aus der Handelswoche. Bemerkenswert ist allerdings der trotz anhaltendem Lageraufbau zu beobachtende Rückgang der Terminmarktaufschläge (Contango) bei allen Metallen außer Aluminium. Aus unserer Sicht zeigt dies, dass die Marktteilnehmer ihre (u.E. unrealistische) Erwartung auf außerordentlich hohe Marktüberschüsse von Kupfer und Co. wieder zunehmend nach unten korrigieren.

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Wochenausblick : Verarbeitendes Gewerbe im Fokus

Aus Metallmarktsicht dürften die in dieser Woche rund um den Globus anstehenden Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe von besonderem Interesse sein. Mit China machte bereits der weltweit wichtigste Metallverbraucher den Auftakt. Dort stieg der entsprechende Indexwert (CLSA Manufacturing PMI) für Januar auf 42,2 Punkte nach 41,2 im Vormonat. Zwar liegt dies noch immer maßgeblich unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Gleichwohl macht der nun zweite Anstieg in Folge berechtigte Hoffnungen auf eine Stabilisierung des wichtigen industriellen Sektors.

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Chinas Metallhandelsbilanz 2008 erneut stark

Ungeachtet hoher Weltmarktpreise und einem schwachen Konjunkturumfeld in der zweiten Jahreshälfte blieb der Hunger Chinas nach Industriemetallen im vergangenen Jahr auf hohem Niveau. So fielen die Kupferimporte in das Reich der Mitte mit rund 1,41 Mio. t (netto) gerade einmal 1,3% niedriger aus als im Rekordjahr 2007. Im Dezember markierten die Kupfereinfuhren Chinas, begünstigt durch eine positive Importarbitrage und der Spekulation auf Kupferkäufe der staatlichen strategischen Reserve, sogar den höchsten Wert (212.500 t) seit Beginn der Handelsstatistik.

Hohe Zuwächse gegenüber 2007 verzeichneten indessen die Nettoimporte von Zink (+531%) und Nickel (+26%), während China bei Blei und Zinn vom Weltversorger (Nettoexporteur) zu einem substanziellen Nettoimporteur geworden ist. Im Gegensatz dazu offenbart die Handelsbilanz von Aluminium einen wachsenden Angebotsüberhang (Nettoexporte: +120%).

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© Sven Streitmayer
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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