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Ein erster Lichtblick für die Rohstoffmärkte

12.01.2009  |  Jens Rabe

In den vergangenen Tagen konnte der CRB Index eine erste kleinere Umkehrformation auf Tagesbasis durch eine 123 Formation ausbilden. Dies ist ein erster Lichtblick in einem ansonst weiterhin trüben Umfeld für die Rohstoffmärkte.

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Auf Wochenbasis sieht das Bild dagegen immer noch nicht wirklich gut aus, da hier die Preise in den letzten 5 Wochen lediglich von einem Mehrjahrestief aus, an einen Widerstand (Tief aus dem Jahr 2007) korrigierten und diesen vorerst auch nicht überwinden konnten.

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Beim energielastigen GSCI Commodity Index ist eine Umkehrformation weder im Wochenchart noch im Tageschart zu erkennen, so dass wir hier weiterhin von einem intakten Abwärtstrend ausgehen müssen.

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Damit bleibt aus übergeordneter Sicht betrachtet die Lage an den Rohstoffmärkten weiterhin kritisch, was man auch am Verhalten des am meist beobachteten Rohstoffs Crude Oil gut beobachten kann. Der aktuelle Frontmonat Februar 09 legte in den letzten Tagen eine regelrechte Achterbahnfahrt hin, wie der nachfolgende Tageschart zeigt.

In den letzten 7 Handelstagen betrug die tägliche durchschnittliche Handelsrange immerhin 4,85 USD, was bei einem aktuellen Preis von 40,36 USD einer prozentuellen Schwankung von ca. 12% entspricht. Eine Umkehrformation ist dabei nicht erkennbar.

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Das heißt, dass die Preise trotz eines mittlerweile über 70%igen Verlustes vom Allzeithoch im Juli 2008 immer noch eine außergewöhnlich hohe Volatilität aufweisen.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rohstoff seinen Boden findet bzw. zu einem erneuten Höhenflug ansetzt und gleichzeitig ein historisch betrachtet hohes Level an Volatilität aufweist erscheint äußerst gering zu sein, zumindest konnten wir kein Beispiel dafür finden. In allen von uns untersuchten Charts setzte eine nachhaltige Aufwärtsbewegung nach einem starken Preiseinbruch wie er in den letzten Monaten zu verzeichnen war immer erst dann ein, wenn sich die Märkte beruhigten und die Volatilität sehr deutlich zurückging. Daher mag es zwar durchaus sein, dass wir in einigen Rohstoffmärkten mittlerweile die Tiefs gesehen haben, daraus aber gleichzeitig den Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung erkennen zu wollen, erscheint uns verfrüht. Das wahrscheinlichere Szenario dürfte eine längere Seitwärtsbewegung sein, bei der die Tiefs der letzten Wochen noch einmal/mehrmals getestet werden sollten. In einzelnen Rohstoffen erwarten wir dabei aber sogar noch einmal neue Tiefststände.


Getreide (Mais, Weizen, Sojabohnen)

Am morgigen Montag veröffentlicht das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA den aktuellen Crop Report (07:30 am Central Time) und viele Händler erwarten diesen für alle Getreide mit einer relativ positiven Aussage. Aber, in den letzten Tagen sind die Preise für Mais, Weizen und Sojabohnen bereits stark angestiegen. Mais konnte vom Tief an um 35% zulegen, Weizen um 33% und Sojabohnen ebenfalls um 33%.

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Die Frage ist, handelt es sich hierbei um neue Käufe also frisch in den Markt fließendes Geld oder sind diese Preisanstiege lediglich Ausdruck von Shorteindeckungen? Auskunft darüber könnte das Open Interest geben, also die Anzahl der über Nacht gehaltenen offenen Kontrakte. Bei Betrachtung der Entwicklung des Open Interest fällt auf, dass dieses in den letzten Wochen eher ab als zugenommen hat. Das heißt also, dass trotz wieder ansteigender Preise mehrheitlich keine neuen Positionen eröffnet und gehalten, sondern dass Positionen abgebaut wurden. Dies deutet darauf hin, dass die Preisbewegungen der letzten Tage mit großer Wahrscheinlichkeit auf Shorteindeckungen zurückzuführen sind.

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Im Umkehrschluss heißt dies aber auch, dass diese ansteigenden Preisbewegungen aufhören sollten, sobald die Shorteindeckungen abgeschlossen sind. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass dem schnellen und starken Anstieg der letzten Tage ein ebenso schneller und starker Preisabschlag folgen könnte. Interessant wird es daher sein, morgen den Handel nach Veröffentlichung des Reports zu beobachten. Bei einem bullischen Report sollten Händler darauf achten, ob der Markt die Zahlen dann auch kauft oder ob es zu Verkäufen kommt, denn dies könnte ein guter Indikator für die weitere kurzfristige Entwicklung sein.

Saisonal sind Mais und Sojabohnen in den kommenden Wochen gut unterstützt, lediglich Weizen könnte ab Anfang/Mitte Februar unter Druck geraten.

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Abschließend noch ein Wort zu dem Argument “gegessen wird immer“ welches in den letzten Wochen wieder verstärkt zu hören war. Auch in den Jahren vor dem Rohstoffboom der letzten Jahre wurde gegessen. Und die Preise vieler “Lebensmittel Rohstoffe“ sind trotz der sehr starken Verluste der letzten Monate immer noch auf Niveaus, welche sich teilweise mehrere hundert Prozent über den Preisen zu Beginn des Jahrzehnts bewegen. So gesehen ist also nach unten durchaus noch Platz …

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Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen


© Jens Rabe
www.pit-trader.com