CRB Index + S&P GSCI Commodity Index
08.12.2008 | Jens Rabe
Seit Monaten machen wir in jedem PIT TRADER Newsletter im Grunde immer wieder das Gleiche. Wir schauen uns zuerst die Charts der Rohstoffindizes an um daran festzumachen, in welchem Status sich die Rohstoffmärkte befinden. Da sich diese Vorgehensweise zuletzt mehr als bewährt hat, wollen wir auch heute entsprechend vorgehen. Die Rohstoffindizes haben auch in der letzten Woche neue Tiefskurse erreicht. Das Thema Bodenbildung ist damit weiterhin außen vor.

Viele Rohstoffe folgten dann auch dem übergeordneten Trend und generierten neue Verkaufssignale in den letzen Tagen. Nachfolgend einige Beispiele:
Kaffee (Futures gehandelt an der ICE) beendeten eine 5-wöchige Seitwärtsbewegung und fielen auf ein neues Tief.
Auch Weizen und Mais (CBOT) konnten nicht aus ihrer jeweiligen Seitwärtsrange nach oben ausbrechen, sondern fielen (erwartungsgemäß) nach unten durch und dürften jetzt schnell weiter nachgeben. Am Donnerstag/Freitag gab es in Chicago sehr viel Spreading zwischen Weizen und Mais und nur diesem Umstand dürfte es Weizen verdanken, dass es nicht noch stärker gefallen ist. 

Sehr negativ zu werten ist die Tatsache, dass es am Freitag zu keinerlei Shorteindeckungen kam, sondern die Händler mit ihren Shortpositionen ins Wochenende gegangen sind. Ähnlich schlecht sieht das Bild bei Sojabohnen aus.
Als letztes noch ein Blick auf einen Monatschart von Crude Oil. Im längerfristigen Chart erkennt man die Unterstützung im Bereich von 40 USD.
Es gibt viele Analysten und auch von uns hochgeschätzte Kollegen, welche der 40 USD Marke eine besondere Bedeutung zugestehen. Wir haben allerdings unsere Zweifel daran, dass die Preise an dieser Stelle stoppen werden. Genau wie zu Mitte des Jahres die Preise über das Ziel nach oben hinausgeschossen sind, so könnten die Preise jetzt nach unten überschießen. Wenig unterstützend zeigt sich auch die aktuelle Positionierung der Commercials. Während vor 4 Wochen bei Preisen um 56 USD/barrel die Commercials noch eine Nettolongposition von ca. 48k Kontrakten aufwiesen, verringerte sich diese Position jetzt trotz fallender Preise auf nur noch 2.200 Kontrakte. Trendwechsel welche durch die Commercials angezeigt werden, sehen anders aus.
Daher erwarten wir, dass die 40er Marke genau so pulverisiert werden könnte, wie die 50er Marke, welches sich lediglich für einige Tage als Unterstützung erwies. Uns würde daher ein Preis im Bereich von 25 USD/barrel in den nächsten Wochen nicht sonderlich überraschen.
Da wir also weiterhin von einem sehr intakten Bärenmarkt bei den Rohstoffen ausgehen müssen, scheint es angebracht nach neuen Verkaufssignalen und möglichen Sell-Setups zu suchen.
Sojamehl - CBOT
Der März Futures (SMH9) brach am Freitag durch seine Unterstützung bei 242,20 nach unten durch und generierte damit ein neues Verkaufssignal. Der Preis ist jetzt 6 Tage in Folge gefallen, so dass eine kurzfristige Erholung wahrscheinlich wird. Diese Erholung dürfte dann eine gute Gelegenheit für eine neue Shortposition eröffnen. Die Preise sollten anschließend bis in den Bereich zwischen 210-190 fallen. 
Zucker (ICE)
Zucker (SBH9) steht ebenfalls kurz vor dem Durchbruch unter das Tief vom 24.10.2008. Wahrscheinlich dürfte die Preise an dieser Stelle noch einmal kurz zu einer Erholung ansetzen. Aber auch hier erscheint uns jede Erholung verkaufenswert. Händler die eher trendfolgend agieren wollen, warten auf einen Bruch der Unterstützung. 
Ebenfalls Potential für weiter fallende Preise sehen wir bei Baumwolle (Zusammenbruch eines Großteils der chinesischen Textilindustrie in den letzten Wochen) und den Lebendrindern (Nachfrage nach teurem, hochwertigem Fleisch stark rückläufig, Exporte aus den USA sehr schwach). Zurückhaltender mit Shorts wären wir bei Gold und auch bei Kakao.
Kakao (ICE)
Im Kakao hat sich eine Backwardation herausgebildet, was auf eine starke physische Nachfrage hindeutet. Im Chart haben sich ein doppelter Boden und damit eine Umkehrformation gebildet. Der erste Ausbruch über die Marke von 2209 ist zwar gescheitert, aber sollte sich hier jetzt ein höheres Tief ausbilden, erscheinen Käufe angebracht. Ein Anstieg bis in den Bereich um 2500 sollte dann möglich sein. Dies stellt allerdings eine Sondersituation im gesamten Rohstoffbereich dar!

Aufgrund der nach wie vor sehr hohen Volatilitäten in den Märkten, empfehlen wir ein äußerst vorsichtiges und behutsames Handeln in den Märkten. Viele Futuresmärkte sind derzeit nur mit stark risikoreduzierten Strategien und bei entsprechender Kontengröße handelbar.
© Jens Rabe
www.pit-trader.com
Terminhinweis: Am Mittwoch, dem 10.12.2008 (18:30 Uhr) halte ich einen Vortrag beim VTAD München zum Thema: “Wie handelt man Rohstoffe in Zeiten erhöhter Volatilität“. Information dazu finden Sie unter dem Link http://www.vtad.de/?q=node/328.