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Industriemetalle: Schwarzer Oktober sorgt für Rekordminus an LME und Co.

04.11.2008  |  Sven Streitmayer

Befreiungsschlag entpuppt sich als Strohfeuer

Lange sah es in der abgelaufenen Handelswoche danach aus, als könnten die Basismetalle um Kupfer und Co. der Abwärtsspirale der vergangenen vier Monate zumindest eine kräftige Erholung entgegensetzen. In einer historisch beispiellosen Rallye legten die Notierungen von Kupfer und Blei binnen drei Tagen (Mo-Mi) um rund 25% zu. Nickel konnte im gleichen Zeitraum gar Zuwächse von 37% bzw. knapp 4.000 USD verbuchen.

Als Impulsgeber erwies sich hierbei v.a. die Schwäche des US-Dollars, der im Vorfeld der Leitzinssenkungen in den USA erheblich unter Druck geraten war. Ironischerweise markierte selbige Notenbanksitzung zugleich auch das Ende der Dollartalfahrt. Die anschließende Erholung des Greenbacks ab Donnerstag ließ auch an den Metallmärkten das Pendel wieder drastisch in die andere Richtung ausschlagen, so dass von der Metallpreisrallye zu Wochenbeginn kaum mehr als ein Strohfeuer übrig blieb. Eher wie ein Hurrikan – um bildlich zu bleiben - wirkt dagegen die Bilanz der Metalle für den gerade abgelaufenen Monat. Denn mit einem Preiseinbruch von knapp 30% gemessen am LMEX dürfte der Oktober wohl als schwärzester Monat aller Zeiten in die Geschichte eingehen.
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Globale Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Mit der jüngsten Abwärtsrevision der Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den USA, der Eurozone, UK und China durch unsere Volkswirte (vgl. FITS Nr. 43) erwarten wir für das globale Wachstum im kommenden Jahr nur noch 1,8%. Damit ist der Main Case für die Weltkonjunktur im Jahr 2009 nun eine schwere, weltweite Rezession. Dies erfordert u.E. auch eine signifikante Reduktion der Metallpreisprognosen, wenngleich wir weiterhin von einer Erholung der Basismetallpreise ausgehen. Dabei stützen wir uns im Wesentlichen auf zwei Entwicklungen. Demnach markieren die Produktionskürzungen der vergangenen Wochen u.E. erst den Auftakt für eine ganze Serie von Angebotsbeschneidungen in den kommenden Quartalen, womit die aktuell von vielen Akteuren erwarteten hohen Marktüberschüsse überzogen erscheinen.

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Chinas Basismetallhandel im September (Charts S. 2)

Auf der anderen Seite halten wir den vom Markt antizipierten Einbruch der Metallnachfrage in China für zu pessimistisch. Zumindest deuten die im September bei allen Metallen überraschend stark ausgefallenen Handelsdaten (Tab. rechts) auf einen nach wie vor robusten Importbedarf hin. Hierfür sprechen auch die jüngst von der Regierung in Peking bekannt gegebenen, enormen Infrastrukturmaßnahmen zur Ankurbelung der heimischen Konjunktur.

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Chinas Handel mit Basismetallen (Handelssalden, Export-Import, Tsd. Tonnen)

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© Sven Streitmayer
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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