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Rohöl - WTI Future vor saisonalem Wendepunkt?

24.06.2024 | 10:08 Uhr | Heidkamp, Björn, Kagels Trading
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Rohöl-Futures von 2010 bis heute, bei Kursen von 80,73 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl-Futures für jeden Monat ab.



Rohöl weiter langfristig ohne klare Richtung

Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts befindet sich der WTI Future in der im Monatschart eingezeichneten neutralen Konsolidierungszone. Seit September 2022 pendelt das schwarze Gold in einem breiten neutralen Stauraum. Abgegrenzt wird diese Region durch die Widerstände zwischen 90 und 94 und die starken Unterstützungen zwischen 65 und 70. Erst Kurse außerhalb dieser Seitwärtsbewegung etablieren einen neuen langfristigen Trend.

Innerhalb dieser Seitwärtsbewegung erreichte das schwarze Gold am 12. April den bisherigen Jahreshöchststand bei 87,67. Ausgehend von diesem Marktwendepunkt übernahmen die Bären wieder das Zepter und die Kurse des WTI Futures drehten bis zum 04. Juni auf ein Bewegungstief bei 73,25.


Außenstab auf Monatschart im Juni

Bei dieser Abwärtsbewegung wurde das Vormonatstief bei 76,43 unterschritten. Typisch für hektische Seitwärtsmärkte fehlte eine entsprechende Anschlussbewegung und der Rohölkurs wechselte erneut aus dem Stand die Richtung. Dieser Aufwärtsimpuls der letzten drei Wochen führte in der abgelaufenen Börsenwoche über das letztes relative Widerstandsniveau, so dass das Vormonatshoch bei 81,57 überschritten wurde.

Charttechnisch bezeichnet man Situationen in denen das Vormonatstief unter- und das Vormonatshoch überschritten wurde als Außenstab (Outsidebar).


Mittelfristige virtuelle Kreuzwiderstände überschritten

Neben der psychologisch interessanten runden 80er-Marke wurden auf dem mittelfristigen Wochenchart innerhalb der Aufwärtsbewegung der letzten drei Wochen einige mittelstarke Widerstände überboten: Neben dem vierfachen Hoch aus dem Mai um 80 wurde die seit April bestehende Abwärtstrendlinie (nicht eingezeichnet) überschritten. Parallel wurden drei wichtige eingezeichnete gleitende Durchschnitte (20-Wochen-Linie (blau), 50-Woch-Linie (grün) und 100-Wochen-Linie (rot)) überwunden.

Typischerweise schenken institutionelle Investoren diesen gleitenden Durchschnitten in hektischen Seitwärtsphasen mehr Gewichtung als dem „Lärm“ des kurz- und mittelfristigen Kursgeschehens.


Stochastik-Indikator mit technischem Kaufsignal

Aus technischer Sicht haben mehrere mittelfristige Oszillatoren ein Kaufsignal generiert: Beispielweise hat der in Seitwärtsbewegung gut funktionierende Stochastik-Indikator seine Signallinie im unteren Bereich von unten nach oben durchstoßen und somit ein rein technisches Kaufsignal geliefert.

In der Gesamtgemengelage ist die Perspektive des mittelfristigen Wochencharts trotz aller technischen Verbesserung immer noch als neutral einzustufen.



Positive Saisonalität endet Anfang Juli

Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Aktien, Rohstoffe und Währungen statistische Durchschnittswerte berechnen.

Typische geglättete Durchschnittsverläufe zeigen von Mitte März bis Ende Juni einen signifikanten Anstieg im WTI Future. Ende Juni/Anfang Juli wurde dann in der Regel ein deutlich sichtbarer Pivotpunkt erreicht. Dieser wurde erfahrungsgemäß den Rest des Jahres, wenn überhaupt, nur knapp überboten.

Diesem Wendepunkt folgte in der Vergangenheit vielfach eine mehrwöchige Seitwärtsbewegung bis milde Abwärtsbewegung mit einem erneuten Anstieg in Richtung vorherigem Pivothoch. Erfahrungsgemäß scheitert die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends, die potentielle Konsolidierung wurde nicht selten im in den letzten Monaten des Jahres nach unten aufgelöst.

Hinzufügend muss jedoch erwähnt werden, dass sich der Rohöl Future in den letzten Monaten mit der neutralen Seitwärtsbewegung nicht saisonal typisch verhalten hat. Die klassische Rally von Mitte März bis Ende Juni war nicht zu beobachten.


Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts ist das Chartbild des Rohöl Futures als neutral zu betrachten. Seit September 2022 pendelt das schwarze Gold in einem breiten Stauraum, eingekeilt in dem Bereich erhöhter Abgabebereitschaft zwischen 90 und 94 und dem starken Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft zwischen 65 und 70. Erst Kurse außerhalb dieser Seitwärtsbewegung etablieren einen neuen langfristigen Trend.

Aus der Sichtweise des Wochencharts hat sich das technische Bild innerhalb der großen Seitwärtsbewegung durch den Aufwärtsimpuls der letzten Wochen verbessert:

Durch das Überschreiten des Bereiches erhöhter Abgabebereitschaft um das Vormonatshochs in der abgelaufenen Börsenwoche wurden die o.a. Kreuzwiderstände aus dem Markt genommen. Insbesondere nach einem kurzen Rücksetzer ist bei Kursen über 84 die Chance auf eine Fortsetzung dieser Aufwärtsbewegung realistisch. Weitere Kurszuwächse bis zum Jahreshoch um 88 sind anzunehmen. Bremsend auf diese junge Aufwärtsbewegung dürfte jedoch die historischen Zyklen wirken.

Bei Kursen unter 75,50 verschlechtert sich die mittelfristig verhalten positive Ausrichtung wieder. Bei diesem Szenario wären weitere Kursverluste innerhalb der angegebenen Seitwärtsbewegung in Richtung 70 und 65 wahrscheinlich.

Ein Verlassen der großen Seitwärtsbewegung bleibt für die kommenden Wochen das unwahrscheinlichste Szenario.


© Björn Heidkamp
www.kagels-trading.de
 
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