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Die OPEC wird gehen – der Einfluß bleibt

03.08.2008 | 6:55 Uhr | Vertrauliche Mitteilungen
Die ölreichen arabischen Staaten haben ein wahres "Luxusproblem" – ihnen drohen die lukrativen Anlagemöglichkeiten für die voraussichtlich auch in Zukunft kräftig sprudelnden Ölmilliarden auszugehen. In etlichen westlichen Staaten betrachtet man nämlich den wachsenden Einfluß der im Nahen Osten und Asien ansässigen "Staatsfonds" mit wachsender Sorge. Und in etlichen Ländern sind ab einer gewissen Quote Beteiligungsverbote oder zumindest – wie in Deutschland geplant – ein staatliches Vetorecht vorgesehen.

Das läuft den Interessen der Ölstaaten zuwider, die sich mit den jetzt eingenommenen (und noch einzunehmenden) Geldern Erträge, Macht und Einfluß auch für die Zeit "nach dem Öl" sichern möchten. Mehrere Golfstaaten traten mit diesem "Problem" nun vor einiger Zeit an die weltweit renommiertesten Finanzberater heran und baten um Lösungsvorschläge. Doch auch den vermeintlich Besten ihrer Zunft fiel letzten Endes nur ein, ihre hauseigenen Produkte anzupreisen. Daß es insbesondere den Golfstaaten um mehr ging, erkannten die Ratgeber nicht. Dabei ist es ganz einfach: Die Ölmilliarden sollen nicht nur Rendite bringen, sondern den Golfstaaten auch für die Zukunft eine Machtstellung sichern, die ihrer gegenwärtigen – auf dem Ölbesitz basierenden – Position ähnlich ist.

So waren es schließlich heimische arabische Finanzexperten, die den für die nächsten Jahre geltenden "Masterplan" entwarfen. Er ist für die übrige Welt brisant, was sich dort (und auch in den sogenannten "Massenmedien") allerdings noch nicht herumgesprochen hat. Doch die Umsetzung des Plans läuft bereits: Schon längst sind arabische Emissäre in die ärmeren Staaten des asiatischen und afrikanischen Kontinents ausgeströmt, um dort in großem Stil Ackerland zu erwerben und alle damit verbundenen Rechte dauerhaft zu sichern.

Ein in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässiges Finanzunternehmen erwarb auf diese Weise allein in Pakistan mehr als 320 000 Hektar Ackerland. Den neuen Eigentümern wurde dabei vorab zugestanden, die dort erzeugten Produkte auf jeden Fall auflagenfrei exportieren zu dürfen, selbst wenn Pakistan im Falle einer Nahrungsmittelknappheit ein staatliches Exportverbot erlassen sollte. Und die erzielten Gewinne werden steuerfrei bleiben, weil die aufgekauften Ackerflächen von der pakistanischen Regierung zu dauerhaft steuerfreien Zonen erklärt wurden. Im Gegenzug erhält Pakistan jetzt "ein paar Milliarden" Finanzhilfe – Geld, das die arabischen Staaten im Augenblick ohnehin nicht zu investieren wüßten...

Dies ist nur ein Beispiel für die Taktik der arabischen Aufkäufer, die schon in etlichen Staaten begeistert empfangen wurden. Dabei ist auch Indien im Spiel, das im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund der dramatisch gestiegenen Reispreise ein generelles Exportverbot erlassen hatte. Dessen ungeachtet laufen jetzt die Verhandlungen über den Verkauf gleich mehrerer Millionen Hektar an einen "arabischen Investor" nach pakistanischem "Vorbild". Saudi-Arabien kündigte den wenigen einheimischen Ackerbauern bereits an, die bisher gewährten Subventionen bis 2016 auslaufen zu lassen. Man braucht die mühselig betriebene einheimische Landwirtschaft nicht mehr, wenn man weltweit zum "Großgrundbesitzer" wird.

Vor dem Hintergrund einer noch immer steigenden Weltbevölkerung und der zu erwartenden klimatischen Veränderungen (die es vor und nach den Menschen auf der Erde stets gab und geben wird) legen die arabischen Ölstaaten damit eine sichere Grundlage für ihre zukünftige Machtposition. So wie es der OPEC über Jahrzehnte immer wieder gelang, an der Ölpreis-Schraube zu drehen, werden schon bald Nachfolgeorganisationen entstehen, die das gleiche mit Ackerland und Lebensmitteln vermögen!

Das Nachsehen werden die (auch westlichen) Verbraucher haben und in noch weitaus größerem Maße die Menschen in den ärmeren Ländern, deren Flächen jetzt verkauft werden. Sie haben dann ihre alten Äcker vor der Haustür, dürfen sie aber nicht mehr selbständig bewirtschaften, sondern müssen die Agrarprodukte zu den dann geltenden (und teilweise fremdbestimmten) "Weltmarktpreisen" erwerben.


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus den wöchentlich erscheinenden Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage, Nr. 3779
 
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