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China importiert viel Rohstoffe

08.12.2017 | 10:59 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise erholten sich gestern leicht von ihren kräftigen Rückgängen am Vortag. Brent handelt wieder oberhalb von 62 USD je Barrel, WTI bei 56,7 USD je Barrel. Die in der Nacht veröffentlichten chinesischen Importdaten fielen überaus robust aus, gaben den Preisen aber keinen zusätzlichen Auftrieb. China hat im November laut Angaben der Zollbehörde gut 9 Mio. Barrel Rohöl pro Tag importiert. Das waren 23% mehr als im allerdings sehr niedrigen Vormonat und zugleich der zweithöchste Monatswert aller Zeiten.

In den ersten 11 Monaten zusammen belaufen sich die Rohölimporte auf 8,46 Mio. Barrel pro Tag, was einem Anstieg um 12% gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. China wird damit die USA in diesem Jahr als weltgrößter Rohölimporteur ablösen. Die chinesische Regierung hatte Ende November drei unabhängigen Raffinerien Importquoten von insgesamt 1,5 Mio. Tonnen (370 Tsd. Barrel pro Tag) erteilt, die allesamt noch in diesem Jahr ausgeschöpft werden müssen.

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass dies schon im November erfolgt ist. Der starke Anstieg der Importe dürfte daher andere Gründe haben wie attraktive Verarbeitungsmargen der Raffinerien und ein Aufbau von Lagerbeständen. Die stark gekürzten Rohöllieferungen Saudi-Arabiens machen sich nicht in der chinesischen Importstatistik bemerkbar. Andere Anbieter wie Russland, der Irak oder die USA dürften in die Bresche gesprungen sein. Ein Teil des eingeführten Rohöls dürfte allerdings in Form verarbeiteter Ölprodukte von China wieder exportiert werden.


Edelmetalle

Auch gestern standen die Edelmetalle den ganzen Tag über unter Druck. Gold und Silber fielen weiter auf 1.245 USD je Feinunze bzw. 15,6 USD je Feinunze und markierten damit neue mehrmonatige Tiefstände. Platin näherte sich dem Tief von Mitte Juli. Palladium legte dagegen wieder einmal völlig losgelöst davon zwischenzeitlich um 2,5% auf 1.020 USD je Feinunze zu. Die Nachricht, dass sich die EU und Großbritannien auf die Brexit-Modalitäten geeinigt haben und dadurch die Gespräche in die nächste Runde gehen, führt heute Morgen ironischerweise zu einem leichten Anstieg der Edelmetallpreise.

Indien hat im November deutlich weniger Gold als im Vorjahr importiert. Einem Bericht von Bloomberg zufolge, der sich auf Insiderinformationen bezieht, sind die Einfuhren um 18% auf 91,5 Tonnen gesunken. Laut Angaben von Thomson Reuters GFMS sind die indischen Goldimporte im November sogar um 45% auf rund 55 Tonnen eingebrochen. Der Vorjahresmonat war allerdings außergewöhnlich hoch, da die indische Regierung damals eine Bargeldreform durchgeführt hatte, was zu einem sprunghaften Anstieg der Goldnachfrage führte.

Nach dem "Diwali"-Feiertag im Oktober habe die Goldnachfrage im weltweit zweitgrößten Goldkonsumentenland laut GFMS merklich nachgelassen. Auch hätten demnach die im November gestiegenen Goldpreise die Nachfrage nach Gold für Hochzeiten zurückgehalten. Im Nachbarland China hat unterdessen die Zentralbank (PBoC) auch im November kein Gold gekauft. Dies war bereits der 13. Monat in Folge, ohne dass die PBoC Goldkäufe gemeldet hat.


Industriemetalle

Kupfer erholt sich heute Morgen leicht auf 6.600 USD je Tonne, nachdem China hohe Kupferimporte für November berichtet hatte. Daten der Zollbehörde zufolge sind die Kupfereinfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 24% auf 470 Tsd. Tonnen gestiegen. Dies war zugleich die bislang höchste Menge in einem Monat in diesem Jahr. Die chinesischen Händler haben offenbar verstärkt Kupfer im Ausland gekauft, da einige Kupferschmelzen im Inland ihre Produktion aus umweltpolitischen Gründen gekürzt haben bzw. die Händler erwarten, dass die Produktion gekürzt wird.

In diese Argumentation passt allerdings nicht, dass die Importe von Kupferkonzentrat im November auf ein Rekordhoch von 1,78 Mio. Tonnen gestiegen sind. Dies deutet eher auf eine anhaltend hohe Produktion von Kupferraffinade in China hin.

Eisenerz verteuert sich heute Morgen um 3% auf 67,7 USD je Tonne. Denn die Einfuhren von Eisenerz lagen gemäß Daten der Zollbehörde mit 94,5 Mio. Tonnen ebenfalls auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie um knapp 3% gestiegen. Hier greifen die chinesischen Händler und Stahlproduzenten offenbar auf das hochwertige Eisenerz aus Brasilien und Australien zurück, anstatt qualitativ geringerwertiges Material im Land selbst zu kaufen.

Auch könnten bereits Vorräte aufgebaut worden sein in Erwartung einer noch höheren Stahlproduktion nach den Wintermonaten. Der starke Preisrückgang von Eisenerz im September und Oktober hat zudem Importe attraktiv gemacht.



Agrarrohstoffe

Nachdem wir gestern unsere Einschätzungen für Getreide, Ölsaaten und Baumwolle im nächsten Jahr geschildert haben, machen wir dies heute für Genussmittel.

Der globale Zuckermarkt dürfte dank deutlich höherer Ernten in Indien, Thailand und der EU 2017/18 einen deutlichen Angebotsüberschuss aufweisen. Die meisten Schätzungen der Analysehäuser liegen zwischen 5 Mio. und 10 Mio. Tonnen. Diese Aussicht dürfte einer Erholung des Zuckerpreises entgegenstehen, auch wenn er wegen rückläufiger Produktionszahlen in Brasilien kurzzeitig gestiegen war.

Die anhaltende Preisschwäche bei Kaffee war in diesem Jahr lange Zeit eines der großen Rätsel. Denn der Kaffeemarkt dürfte 2017/18 wegen einer enttäuschenden Ernte in Brasilien ein Defizit aufweisen. Der Fokus richtet sich aber bereits auf die kommende brasilianische Ernte, die schon zum Erntejahr 2018/19 zählt. Diese dürfte wieder deutlich höher ausfallen, da sie zu einem ertragsreichen Jahr im zweijährigen Erntezyklus zählt. Somit "droht" dem Markt im nächsten Erntejahr ein Überschuss, was wie die sehr hohen Lagerbestände in den Verbrauchsländern das Aufwärtspotenzial für die Kaffeepreise begrenzen dürfte.

Der Kakaomarkt verzeichnete im Erntejahr 2016/17 dank rekordhoher Ernten in Westafrika einen Rekordüberschuss, was die Preise auf mehrjährige Tiefstände drückte. Für die laufende Ernte zeichnet sich ein merklicher Rückgang ab, der zusammen mit einer anziehenden Nachfrage den Überschuss 2017/18 merklich schrumpfen lassen und eine Preiserholung begünstigen sollte.


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