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Keine Reaktion der Ölpreise auf OPEC-Entscheidung

01.12.2017 | 11:28 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die OPEC und 10 weitere Nicht-OPEC-Länder einschließlich Russland haben sich gestern bei ihrem Treffen in Wien darauf verständigt, die Produktionskürzungen um weitere neun Monate bis Ende 2018 zu verlängern. Die Lage soll beim nächsten OPEC-Treffen am 22. Juni neu bewertet werden. Die OPEC hält sich somit die Option eines früheren Ausstiegs aus den Kürzungen offen. Zudem werden Nigeria und Libyen in das Kürzungsabkommen einbezogen. Beide Länder haben zugesagt, im nächsten Jahr nicht mehr zu fördern als das Maximum in diesem Jahr.

Dies bedeutet für Nigeria ca. 1,8 Mio. Barrel pro Tag und für Libyen ca. 1 Mio. Barrel pro Tag. Eine nennenswerte Auswirkung auf die OPEC-Produktion dürfte dies nicht haben, da beide Länder ohnehin kaum mehr produzieren können. Die Ölpreise reagierten anders als bei den letzten beiden OPEC-Sitzungen kaum auf die gestrigen Beschlüsse. Brent handelt heute früh nach dem Kontraktwechsel bei 63 USD je Barrel, WTI bei 57,6 USD je Barrel. Wir sind weiter davon überzeugt, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten unter Druck geraten werden.

Der saudi-arabische Energieminister al-Falih räumte gestern auf der Pressekonferenz ein, dass die Lagerbestände in den nächsten 3-4 Monaten aufgrund der nachfrageschwachen Zeit nicht weiter fallen werden. Auf Basis der aktuellen Schätzungen der Internationalen Energieagentur dürfte es sogar zu einem Lageraufbau kommen. Dies dürfte zu Verkäufen bei den spekulativen Finanzanlegern führen. Zudem legt die US-Rohölproduktion kontinuierlich zu. Im September stieg sie laut US-Energiebehörde um 290 Tsd. auf 9,48 Mio. Barrel pro Tag. Auf Wochenbasis liegt sie auf einem Rekordniveau von fast 9,7 Mio. Barrel pro Tag.



Edelmetalle

Für Gold ging es gestern nach der Veröffentlichung von US-Inflationsdaten weiter nach unten. Gold wird weiter von der Rally an den US-Aktienmärkten belastet. Der Dow Jones Industrial Average schloss gestern erstmals deutlich über 24.000 Punkten. Auch der S&P 500 erreichte ein neues Rekordniveau. Im späten Handel fiel Gold sogar auf 1.270 USD je Feinunze, obwohl der US-Dollar deutlich abwertete.

Gold in Euro gerechnet verlor entsprechend noch stärker. Es rutschte unter 1.070 EUR je Feinunze ab und markierte damit den tiefsten Stand seit fast vier Monaten. Seit Jahresbeginn weist Gold in Euro mittlerweile ein Minus von 2% auf. Heute Morgen erholt sich Gold leicht auf knapp 1.280 USD. Der US-Senat hat eine für letzte Nacht geplante Abstimmung über die Steuerreform auf heute Vormittag (Ortszeit) verschoben. Offenbar konnten sich die Republikaner noch nicht auf einen Gesetzesentwurf einigen. Sollte die Abstimmung erneut verschoben werden müssen, da die Republikaner nicht genügend eigene Stimmen zusammenbekommen, dürfte der US-Dollar weiter abwerten. Gold sollte in diesem Fall eigentlich gut unterstützt sein.

Unterdessen zeigt sich die Münznachfrage in den USA weiterhin sehr schwach. Daten der US-Münz¬anstalt zufolge wurden in den USA im November nur 12 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft. Dies waren 92% weniger als im allerdings sehr starken Vorjahresmonat. Die Münzabsätze waren bislang in jedem Monat (deutlich) rückläufig. Nach elf Monaten liegen sie mit lediglich 260 Tsd. Unzen 73% unter Vorjahr. Für Silbermünzen ist das Bild nahezu identisch.


Industriemetalle

Der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) in China ist entgegen dem offiziellen PMI im November leicht auf 50,8 gefallen, hält sich damit aber noch im expansiven Bereich. Im privaten Sektor ist die Stimmung folglich nicht so gut wie in den staatlichen Bereichen. Die Metallpreise werden aber durch den schwächeren US-Dollar unterstützt. Heute wird in den USA der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Der Markt erwartet einen weiteren moderaten Rückgang vom zwei Monate zuvor erreichten Mehrjahreshoch.

Gestern fand in Berlin das G20-Weltstahlforum statt. Ziel war es, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten, wie die globalen Überkapazitäten abgebaut werden können. Die teilnehmenden Länder (G20-Staaten und 13 weitere OECD-Länder) haben sich allerdings nur auf Handlungsempfehlungen zum globalen Kapazitätsabbau wie zum Beispiel geringeren Subventionen und weniger Exportkrediten verständigt.

Konkrete Maßnahmen wurden nicht beschlossen. China, auf das der Großteil der weltweiten Überkapazitäten entfällt, erklärte sich grundsätzlich zum Abbau von weiteren Produktionskapazitäten bereit. Die USA behalten sich weiterhin vor, mit Strafzöllen auf Stahl auf die Marktverzerrungen zu reagieren. Der Stahlmarkt dürfte unseres Erachtens auch in den nächsten Jahren noch von Überkapazitäten geprägt sein. Dies spricht zugleich für anhaltend hohe Produktionsraten.


Agrarrohstoffe

Die Internationale Kakaoorganisation ICCO hat in ihrem gestern veröffentlichten Quartalsbericht nochmals leichte Revisionen für das abgelaufene Erntejahr 2016/17 vorgenommen. Die weltweite Kakaoproduktion wurde um 33 Tsd. Tonnen nach oben revidiert. Grund hierfür waren höhere Anlieferungen in den beiden wichtigsten Produzentenländern Elfenbeinküste und Ghana sowie eine höhere Produktion in einigen kleineren Produzentenländern.

Die weltweite Kakaoverarbeitung wurde sogar um 69 Tsd. Tonnen nach oben revidiert, weil insbesondere in der Elfenbeinküste und in Indonesien mehr Kakao verarbeitet wurde als bislang von der ICCO unterstellt. Der erwartete globale Angebotsüberschuss sinkt daraufhin um 36 Tsd. gegenüber der bisherigen Schätzung auf 335 Tsd. Tonnen. Dies würde aber noch immer ein Rekordniveau bedeuten. Das Angebotsdefizit im Kakaojahr 2015/16 wurde dagegen leicht auf 174 Tsd. Tonnen nach unten revidiert.

Für das laufende Erntejahr 2017/18 machte die ICCO noch keine Angaben. Erste offizielle Schätzungen gibt es im nächsten Quartalsbericht in drei Monaten. Industrievertreter rechnen mit einem Angebotsüberschuss von weniger als 100 Tsd. Tonnen. Der Rückgang des Kakaopreises gestern um 2,7% auf 2.049 USD je Tonne dürfte auf die aktuell hohen Anlieferungen in der Elfenbeinküste und die damit verbundene Erwartung einer guten Haupternte im weltgrößten Produzentenland zurückzuführen sein.


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