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Industrie- und Edelmetalle weiter im Aufwind

04.09.2017 | 10:48 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Der Preisrückgang bei WTI war zuletzt nicht nur fundamental bedingt durch eine geringere Nachfrage seitens der US-Raffinerien, sondern auch stark spekulativ getrieben. Die CFTC-Statistik zeigt, dass die Großanleger in der Woche zum 29.08. ihre Netto-Long-Positionen bei WTI an der NYMEX um 45% auf unter 140 Tsd. Kontrakte reduziert und zum Preisrückgang und zur Ausweitung der Preisdifferenz von WTI zu Brent beigetragen haben. Die preisbelastenden Faktoren scheinen jedoch aktuell in den Preisen bereits eskomptiert zu sein, weshalb die Nachricht über eine Freigabe von 4,5 Mio. Barrel aus der Strategischen Ölreserve der USA die Preise nicht mehr nachhaltig belastet hat.

Sollten also die Raffinerien ihren Betrieb nun schneller als erwartet wieder aufnehmen, worauf einige Meldungen hindeuten, dürfte dies die Benzinpreise weiter unter Druck bringen und zugleich dem WTI-Preis Auftrieb geben. Noch bleibt allerdings knapp ein Fünftel der US-Raffineriekapazitäten geschlossen, weshalb eine Rückkehr zur Normalität noch einige Wochen dauern dürfte.

Die Bloomberg-Umfrage für August hat zwar für Libyen eine deutlich höhere und für Nigeria eine deutlich niedrigere Ölproduktion ausgewiesen, hat ansonsten aber im Wesentlichen die Reuters-Zahlen bestätigt. Mit über 32,8 Mio. Barrel täglich bleibt also die OPEC-Produktion weiter über dem von der IEA geschätzten Bedarf an OPEC-Öl. Vor allem sieht man bei der Umfrage, dass die Umsetzung der Kürzungen innerhalb der OPEC uneinheitlich bleiben und eine relativ starke Förderdisziplin nur dank der Anstrengungen der Golfstaaten erzielt wird.


Edelmetalle

Der auf den ersten Blick enttäuschend ausgefallene August-Arbeitsmarktbericht in den USA ließ Gold am Freitag weitgehend kalt. Heute Morgen springt Gold auf 1.340 USD je Feinunze - ein 11-Monatshoch -, nachdem Nordkorea am Wochenende eine Wasserstoffbombe getestet hatte. Der mittlerweile sechste Atombombentest Nordkoreas erhöht die geopolitischen Spannungen in der Region weiter, wodurch Gold als sicherer Hafen gefragt ist. Dies dürfte sich auch in ETF-Käufen widerspiegeln.

Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs hatten schon am Freitag mit 16,3 Tonnen den höchsten Tageszufluss seit 14 Monaten verzeichnet. Und auch die spekulativen Finanzanleger setzen weiter auf steigende Goldpreise. Sie haben in der Woche zum 29. August ihre Netto-Long-Positionen um 14% auf 221 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, der höchste Wert seit elf Monaten. Auch bei Silber und Platin wurden weitere Netto-Long-Positionen aufgebaut, während sie bei Palladium unverändert auf fast rekordhohem Niveau liegen.




In den USA ist die saisonbereinigte annualisierte Verkaufsrate im August auf nur noch 16,03 Mio. Autos gefallen, der niedrigste Wert seit 3½ Jahren. Hier hat sich schon Hurrikan Harvey bemerkbar gemacht. In den nächsten Monaten könnte es bei den Autoabsätzen aber zu einer starken Gegenbewegung kommen. Denn Industriekreisen zufolge könnten bis zu 500 Tsd. Autos durch die Überflutungen vernichtet worden sein. Dies würde auch die Nachfrage nach Palladium hoch halten.

Der Palladiumpreis hat sich heute Morgen der Marke von 1.000 USD je Feinunze genähert und die Differenz zu Platin zeitweise auf 15 USD verringert.


Industriemetalle

Die Industriemetalle legen auch zum Auftakt der neuen Handelswoche weiter zu und ignorieren dabei den erneuten Atombombentest in Nordkorea. Kupfer steigt zeitweise auf 6.920 USD je Tonne und markiert damit ein 3-Jahreshoch. Nickel verteuert sich auf fast 12.400 USD je Tonne, den höchsten Wert seit über 2 Jahren. Nachdem schon die Einkaufsmanagerindizes in China im August überraschend gut ausfielen (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 31.08. und 01.09.), ist auch der ISM-Index in den USA stärker als erwartet gestiegen. Er erreichte das höchste Niveau seit fast 6½ Jahren.

Neben den guten Stimmungsindikatoren sind die Preise aber nach wie vor stark spekulativ getrieben. So wurden an der Comex in New York in der Woche zum 29. August bei Kupfer die Netto-Long-Positionen auf ein neues Rekordhoch von 125 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Dies war bereits der siebte Wochenanstieg in Folge. In dieser Zeit haben sich die Netto-Long-Positionen fast verdoppelt.

Wir halten den Kupferpreis wie auch die anderen Metallpreise für überkauft. Die Preise haben sich von den Fundamentaldaten weitgehend abgekoppelt. Unseres Erachtens steigt mit jeder Woche sowohl das Potenzial als auch das mögliche Ausmaß einer Preiskorrektur. Denn die spekulativen Finanzinvestoren agieren oftmals sehr prozyklisch und sind nahe den Preishochs zu optimistisch positioniert. In der Vergangenheit hat sich aus einer solch extremen Positionierung oftmals eine Gegenbewegung der Preise ergeben.


Agrarrohstoffe

Ein Wechselbad der Gefühle bei Rohzucker: Am Donnerstag stieg der Preis um 3,5%, nachdem der durch Hurrikan Harvey steigende Ölpreis in Richtung einer verstärkten Ethanolproduktion und damit einer verringerten Zuckerproduktion wirkt. Am Freitag dann sackte der Preis um 4,5% auf 13,75 US-Cents je Pfund ab, nachdem die Produktion im zweitgrößten Produzentenland Indien möglicherweise noch stärker steigt als bereits erwartet. Trockenheit hatte in den letzten Jahren die Produktion einbrechen lassen. Nun soll sie 2017/18 erstmals seit drei Jahren wieder steigen.

Inzwischen reichen die Schätzungen bis deutlich über 25 Mio. Tonnen. Vor Monaten war darüber spekuliert worden, ob Indien angesichts niedriger Lagerbestände größere Mengen Zucker importieren müsse. Dies hatte dem Preis Auftrieb gegeben. Die Indische Zuckermühlenvereinigung, die sich mit Verweis auf die hohe bevorstehende Ernte gegen Importe aussprach, konnte sich aber weitgehend durchsetzen. Die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer haben in der letzten Berichtswoche ihre Netto-Short-Positionen ausgehend von einem Rekordniveau von 136 Tsd. Kontrakten leicht auf 127 Tsd. Kontrakte reduziert.

Nach Angaben der brasilianischen Exporteurvereinigung Anec hat Brasilien im August mit 5,7 Mio. Tonnen einen neuen Rekord bei seinen Sojabohnenexporten aufgestellt. Die hohe Verfügbarkeit nach der letzten Rekordernte wird gemeinsam mit der rekordhoch geschätzten bevorstehenden US-Sojabohnenernte noch länger auf dem Sojabohnenpreis lasten.


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