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Lagerabbau und Wirbelsturm geben Ölpreisen Auftrieb

24.08.2017 | 11:48 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise legten nach der Veröffentlichung der US-Lagerdaten gestern Nachmittag deutlich zu. Brent stieg um knapp einen US-Dollar auf 52,5 USD je Barrel. WTI sprang ebenfalls knapp einen US-Dollar auf 48,5 USD nach oben. Die Preise reagierten damit auf den achten Wochenrückgang der US-Rohöllagerbestände in Folge. Der Abbau des Überangebotes kommt also zumindest in den USA voran.

Der Lagerabbau um 3,3 Mio. Barrel erfolgte trotz kräftig gestiegener (Netto-)Importe und einer weiter steigenden US-Ölproduktion und war somit einzig einer weiterhin sehr hohen Rohölverarbeitung zu verdanken. Dies wirft zwei Fragen auf: Zum einen, ob die OPEC-Länder tatsächlich ihre Öllieferungen in die USA eingeschränkt haben. Zum anderen, ob die Lagerbestände weiter fallen werden, wenn die Rohölverarbeitung im September saisonbedingt zurückgeht. Dies ist nur vorstellbar, wenn die (Netto-)Importe deutlich fielen.

Die US-Benzinlagerbestände gingen nach zwei Wochenanstiegen um 1,2 Mio. Barrel zurück, wozu eine robuste Benzinnachfrage einen Beitrag leistete. Die Sommerfahrsaison in den USA geht allerdings in gut einer Woche mit dem langen Labor Day-Wochenende offiziell zu Ende, so dass auch hier der Nachfrageimpuls schon bald nachlassen sollte. Die US-Rohölproduktion stieg abermals kräftig und erreichte mit 9,53 Mio. Barrel pro Tag das höchste Niveau seit gut zwei Jahren. Sie liegt damit nur noch knapp unter dem 2015 verzeichneten Spitzenniveau.

Kurzfristig könnte die US-Ölproduktion einen Dämpfer erhalten, da die Produktion im Golf von Mexiko aufgrund eines Wirbelsturmes vorübergehend eingeschränkt werden muss.


Edelmetalle

Gold gelingt es weiterhin nicht, den massiven Widerstandsbereich zwischen 1.290 und 1.300 USD je Feinunze zu überwinden. Hier ist Gold bereits dreimal in diesem Jahr abgeprallt (Mitte April, Anfang Juni, Mitte August). Ein abermaliges Scheitern könnte Verkäufe spekulativer Finanzanleger auslösen, die laut CFTC-Statistik in den letzten Wochen ihre Wetten auf einen steigenden Goldpreis deutlich ausgeweitet hatten.

Die Drohung von US-Präsident Trump, die Schließung von Regierungsbehörden als mögliches Druckmittel gegen den Kongress einzusetzen, hat den Goldpreis nur kurzzeitig steigen lassen. Offensichtlich glaubt die Mehrheit der Marktteilnehmer noch nicht, dass Trump tatsächlich so weit gehen wird.

Die Ratingagentur Fitch hat unterdessen davor gewarnt, das AAA-Rating der USA auf den Prüfstand zu stellen, sollte die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben werden. Diese wird nach Lage der Dinge Ende September erreicht. Dieses Thema dürfte den Markt somit in den kommenden Wochen beschäftigen. Kurzfristig ist der Fokus allerdings auf die morgen beginnende Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole gerichtet.

Die Bundesbank hat gestern bekanntgegeben, die Rückholung von im Ausland gehaltenen Goldreserven drei Jahre früher als geplant abgeschlossen zu haben. Von den 3.378 Tonnen lagern künftig 1.710 Tonnen bzw. 50,6% in Frankfurt, 1.236 Tonnen (36,6%) in New York und 432 Tonnen (12,8%) in London. Der Lagerort in Paris wurde aufgelöst.



Industriemetalle

Wie die gestern von der Zollbehörde veröffentlichte detaillierte Handelsstatistik für Juli zeigt, hat China im letzten Monat deutlich mehr Zinkraffinade importiert. Im Vorjahresvergleich haben sich die Einfuhren auf 68 Tsd. Tonnen vervierfacht. Dies war zugleich die größte Menge seit 16 Monaten. Dagegen lagen die Importe von Zinkkonzentrat mit 165 Tsd. Tonnen nur noch auf dem Niveau des Vorjahres, nachdem in den Monaten davor hohe Wachstumsraten verzeichnet wurden. Mit den hohen Einfuhren von Zinkraffinade beugt China möglicherweise einer geringeren Verfügbarkeit von Zinkkonzentrat am Weltmarkt vor.

Laut Angaben des Research-Instituts SMM sind zudem in China selbst derzeit in der Provinz Sichuan einige Zinkminen aus Umweltgründen geschlossen bzw. haben ihre Produktion gedrosselt. Und die Zinkvorräte in den Lagerhäusern der SHFE lagen per Ende Juni auf einem 8½-Jahrestief. Sie wurden durch die hohen Importe im Juli aber etwas aufgebaut.

Bei Blei ist die Situation ähnlich wie bei Zink. Auch hier haben sich die Importe von Bleiraffinade im Juli vervielfacht (auf 6,3 Tsd. Tonnen), während die Einfuhren von Bleikonzentrat weitgehend unverändert waren (108,9 Tsd. Tonnen).

Und im Falle von Nickel hat China ebenfalls auf die höherwertigen Produkte zurückgegriffen. So wurde die größte Menge Nickelraffinade seit 10 Monaten importiert (20,3 Tsd. Tonnen) und die Einfuhren von Ferronickel stiegen im Jahresvergleich um 53% auf 140,9 Tsd. Tonnen.


Agrarrohstoffe

Meldungen über einen auf den US-Bundesstaat Texas heranziehenden Wirbelsturm haben den Baumwollpreis gestern zwischenzeitlich um mehr als 2% auf 69,5 US-Cents je Pfund steigen lassen. Texas ist der wichtigste Baumwollanbaustaat der USA. Die Aussicht auf eine gute US-Ernte und steigende Lagerbestände außerhalb Chinas lassen aber keinen dauerhaften Preisanstieg zu. China hat laut Daten der Zollbehörde in den ersten sieben Monaten des Jahres 728,6 Tsd. Tonnen Baumwolle importiert.

Gut die Hälfte der Importe kam dabei aus den USA. Zwar liegen die Einfuhren 38% über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Verglichen mit früheren Jahren sind die Baumwollimporte Chinas aber noch immer niedrig. Vor zwei Jahren lagen sie nach sieben Monaten bei 1,04 Mio. Tonnen, vor drei Jahren bei 1,7 Mio. Tonnen, vor fünf Jahren sogar bei 3,5 Mio. Tonnen.

Die deutlich gesunkenen chinesischen Baumwollimporte sind das Resultat der geänderten Baumwollpolitik des Landes, die seit drei Jahren primär auf den Abbau der sehr hohen (staatlichen) Lagerbestände ausgerichtet ist. In den 10 Jahren extrem hoher Importe waren die Baumwollbestände Chinas bis Ende 2014/15 auf 200% des heimischen Bedarfs angeschwollen. China hortete damals 60% der weltweiten Baumwollvorräte.

Ende 2017/18 soll das Lager-Verbrauchs-Verhältnis laut US-Landwirtschaftsministerium noch gut 100% betragen. Der Anteil der chinesischen Bestände an den weltweiten Reserven soll dann erstmals seit 2011/12 bei weniger als der Hälfte liegen.


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