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Weiter im Aufwind: Metallpreise

16.08.2017 | 11:07 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Brent notiert am Morgen wieder bei gut 51 USD je Barrel, nachdem der Preis gestern Nachmittag fast bis auf 50 USD je Barrel fiel. Unterstützt wurde der Preisanstieg durch einen erneut kräftigen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 9,2 Mio. Barrel in der letzten Woche, welcher gestern nach Handelsschluss vom API berichtet wurde. Dies unterstützt die These vom voranschreitenden Abbau des Überangebotes in den USA, zumal der Lagerabbau auf weiterhin niedrige Importe zurückzuführen war.

Die OPEC-Kürzungen bei den Lieferungen in die USA scheinen also die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das US-Energieministerium berichtet die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Widersprüchliche Nachrichten gab es zuletzt aus Libyen. Bloomberg meldete einen Anstieg der Ölproduktion im größten Ölfeld des Landes, Sharara, auf 230 Tsd. Barrel pro Tag, Reuters dagegen einen weiteren Rückgang auf 130-150 Tsd. Barrel pro Tag. Wegen Sicherheitsproblemen am Ölfeld und eines Streits um Gehaltszahlungen von Hafenarbeitern, die das geförderte Öl auf Tanker verladen, ist die Produktion seit dem Wochenende teilweise unterbrochen.

Der nächstfällige Kohlefuture an der ICE notiert mit 85 USD je Tonne fast 5% höher als Anfang August bzw. 20% höher als im Jahrestief im März. Die Impulse sind vor allem im wichtigsten Nachfrageland China zu suchen, wo derzeit die (thermische) Stromproduktion wieder stark steigt. Doch dies ist teils witterungsbedingt.

Chinas zuletzt rückläufige Kohleimporte deuten an, dass die Preisrally überhitzt ist. Im Juli lagen die Netto-Einfuhren mit knapp 19 Mio. Tonnen 2 Mio. Tonnen niedriger als im Vormonat. Den Importbedarf bremst die wieder höhere Kohleförderung. Diese ist von ihrem im Juni verzeichneten 19-Monatshoch zwar leicht zurückgekommen, liegt aber immerhin 8,5% höher als im Vorjahr.



Edelmetalle

Gold handelt am Morgen bei rund 1.270 USD je Feinunze und damit nur leicht über dem Tief von gestern. Unerwartet gute US-Einzelhandelsumsätze im Juli und ein ebenso überraschend guter Empire Manufacturing Index für August führten gestern zu einem festen US-Dollar und steigenden US-Anleiherenditen, die den Goldpreis unter Druck setzten. Gold erholte sich später aber wieder etwas, da der US-Dollar einen Teil seiner Gewinne wieder abgab.

Die Gold-ETFs verzeichneten gestern den fünften Tag in Folge Zuflüsse, was den Preisrückgang wohl etwas gebremst hat. Heute Abend wird das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed vom Juli veröffentlicht. Dieses dürfte zeigen, dass die Meinungen innerhalb der Fed hinsichtlich künftiger Zinsschritte auseinandergehen. Darüber hinaus dürfte das Protokoll aber kaum neue Erkenntnisse bezüglich der weiteren Vorgehensweise der Fed bringen.

Indien hat mit sofortiger Wirkung den Export von Goldprodukten mit einem Reinheitsgrad von über 22 Karat (91,67% Gold) verboten und damit ein Steuerschlupfloch geschlossen. Betroffen sind Schmuck, Münzen und Medaillen. Bislang brauchten Händler nur eine geringere oder gar keine Importsteuer auf Goldschmuck oder Goldmünzen entrichten, sofern sie dieses Gold wieder reexportiert hatten.

Mit diesem Schritt versuchen die Behörden möglicherweise auch, ein erneutes Ausweiten des Leistungsbilanzdefizits zu verhindern, nachdem die Goldimporte Indiens in den letzten Monaten stark gestiegen waren.


Industriemetalle

Der Risikoappetit der Marktteilnehmer scheint zurück und die Metallpreise ziehen nach einer kurzen Verschnaufpause wieder an. Zink hat erstmals seit fast 10 Jahren die Marke von 3.000 USD je Tonne überschritten. Angetrieben durch deutlich höhere Aluminiumpreise in Shanghai steigt der LME-Aluminiumpreis auf 2.070 USD je Tonne und damit den höchsten Stand seit November 2014. Wieder sind es Nachrichten über Kapazitätsstilllegungen in China, die den Preis nach oben treiben.

So hat die China Hongqiao Group, Chinas größter Aluminiumproduzent, nochmals bestätigt, jährliche Produktionskapazitäten von 2,68 Mio. Tonnen (29% seiner gesamten Kapazitäten) geschlossen zu haben. Hierüber wurde im Markt aber schon in den letzten Wochen spekuliert bzw. hatte das Unternehmen selbst schon berichtet. Zudem sollen die stillgelegten Kapazitäten durch neue ersetzt werden und die Produktion sei laut Unternehmensangaben nicht beeinträchtigt (siehe unter anderem TagesInfo Rohstoffe vom 9. und 4. August). Die Nachrichten werden offenbar aber weiterhin als Anlass zu Käufen genutzt.

Nach dem Preisrückgang der letzten Tage steigt Nickel heute Morgen wieder auf gut 10.500 USD je Tonne. Laut Angaben der International Nickel Study Group (INSG) wies der globale Nickelmarkt in den ersten fünf Monaten des Jahres ein Angebotsdefizit von 27,8 Tsd. Tonnen auf. Das Defizit könnte in den nächsten Monaten aber geringer werden, da zuletzt in Indonesien laut INSG deutlich mehr Nickelerz abgebaut wurde.


Agrarrohstoffe

Nach dem 15-Monatstief Ende Juni arbeitete sich der Arabica-Preis bis Anfang letzter Woche um 25% auf 147 US-Cents je Pfund nach oben, unterstützt von Verkaufszurückhaltung der brasilianischen Anbieter und Meldungen über einen Käferbefall in beträchtlichen Teilen Brasiliens. Wie bei Rohzucker hat aber auch bei Kaffee die Vorhersage von dringend erwarteten Niederschlägen in den Anbaugebieten Brasiliens den Preis in den letzten Tagen auf 135,5 US-Cents je Pfund gedrückt.

Von ihnen dürfte v.a. die Ernte 2018/19 profitieren, das sowieso wieder ein Hochertragsjahr im zweijährigen Zyklus ist. Die Ernte 2017/18, die in Brasilien seit April läuft, ist dagegen enttäuschend. Die staatliche brasilianische Prognosebehörde Conab rechnet mit einem Ernterückgang um 11% gegenüber dem Vorjahr.

Seit Anfang August gab der Kakaopreis um 9,5% auf 1.865 USD je Tonne nach. Nicht nur sind die kumulierten Anlieferungen im größten Anbauland Elfenbeinküste seit Saisonbeginn im Oktober gut ein Viertel höher als im Vorjahreszeitraum. Auch der Ausblick auf die nächste Haupternte ist wetterbedingt positiv. Möglicherweise beginnt diese wegen der guten Wachstumsbedingungen bereits Mitte September.

Auch aus Ghana, dem zweitgrößten Anbieter, wird von der größten Ernte seit sechs Jahren berichtet. Der Kakaoanbau in Westafrika profitierte in der laufenden Saison von einem guten Mix aus Regen und Sonne und einem milden Verlauf der Harmattan-Saison. Diese heißen Wüstenwinde sorgten im Vorjahr für erhebliche Schäden.


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