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Spekulative Finanzanleger weiter im Kaufrausch

07.08.2017 | 11:26 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche. Brent handelt bei 52 USD je Barrel, WTI bei 49,3 USD je Barrel jeweils in der Nähe der 200-Tage-Linien. Der Ölpreisanstieg um knapp 20% in den letzten sechs Wochen war stark spekulativ getrieben. Die Netto-Long-Positionen bei WTI stiegen in der Woche zum 1. August um weitere 53 Tsd. Kontrakte und erreichten mit knapp 290 Tsd. Kontrakten das höchste Niveau seit Mitte April. Vom Tief vor fünf Wochen haben sie sich sogar nahezu verdreifacht.

Die entsprechenden Zahlen für Brent dürften heute Mittag ebenfalls einen starken Positionsaufbau zeigen. Zusätzliche Unterstützung erhielten die Ölpreise zuletzt durch die massive Abwertung des US-Dollar und kräftig fallende Ölvorräte in den USA. Die OPEC-Kürzungen spielen dabei nur eine Nebenrolle. Wichtiger ist, dass die Nachfrage nach Rohöl durch die US-Raffinerien und nach Benzin durch die US-Verbraucher auf Rekordniveau liegen.

Dagegen ist der Anstieg der Bohraktivität in den USA zum Stehen gekommen, was für eine Stabilisierung der US-Ölproduktion spricht. In der letzten Woche ging die Anzahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes um eine zurück. Das war der zweite Rückgang in den letzten drei Wochen. In den letzten vier Wochen wurden nur noch zwei neue Ölbohrungen hinzugefügt. In den vier Wochen davor waren es noch 22.

Durch den jüngsten Preisanstieg könnte die Bohraktivität aber wieder nach oben drehen. Ab heute wollen einige OPEC-Länder und Russland bei einem Treffen in Abu Dhabi über die nachlassende Umsetzung der Produktionskürzungen sprechen. In der Kritik stehen dabei insbesondere der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate.


Edelmetalle

Gold ist am Freitag nach unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten in den USA – im Juli wurden 209 Tsd. neue Stellen geschaffen - unter Druck gekommen. Denn in Folge der guten Daten wertete der US-Dollar auf, der Dow Jones Industrial Average legte auf ein neues Rekordhoch zu und die US-Anleiherenditen stiegen spürbar. Die US-Notenbank Fed dürfte sich in den Daten bestätigt sehen, ihre Geldpolitik weiter zu normalisieren. Heute Morgen handelt Gold kaum verändert bei knapp 1.260 USD je Feinunze.

Der Preisanstieg von Gold auf ein 7-Wochenhoch Anfang des Monats war stark spekulativ getrieben. Denn in der Woche zum 1. August wurden die Netto-Long-Positionen gemäß CFTC-Statistik um 61% auf 118,5 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Dies war bereits der dritte Wochenanstieg in Folge - die Netto-Long-Positionen wurden in dieser Zeit mehr als verfünffacht.

Bei Silber haben sich die Netto-Long-Positionen in der Berichtswoche auf 23,0 Tsd. Kontrakte fast verdreifacht. Auch hier war der jüngste Preisanstieg also maßgeblich spekulativ getrieben. Bei Platin und Palladium gab es dagegen nur geringfügige Veränderungen in der Marktpositionierung.

Der Platinpreis hat aber in den letzten Tagen spürbar zugelegt und dabei auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überschritten, was zusätzlichen Auftrieb gab. Am Freitag kostete Platin zeitweise 970 USD je Feinunze, so viel wie seit Ende April nicht mehr. Die Preisdifferenz zu Gold hat sich auf rund 300 USD je Feinunze verringert. Gleichzeitig notiert Platin wieder 80 USD je Feinunze höher als Palladium.


Industriemetalle

An der SHFE in Shanghai ist der nächstfällige Futures-Kontrakt für Betonstahl heute zeitweise um 7% auf ein 4½-Jahreshoch gestiegen. Im Zuge dessen springt auch der nächstfällige Eisenerz-Future an der DCE in Dalian um über 7% nach oben. Dies gibt den Industriemetallpreisen an der LME in London allerdings nur bedingt Auftrieb. Mit einem Plus von 1% auf rund 1.930 USD je Tonne ist Aluminium der größte Gewinner. Es profitiert dabei vom 3,5%-igen Anstieg des Aluminiumpreises an der SHFE auf ebenfalls ein 4½-Jahreshoch. Dort werden die Preise nach wie vor von Spekulationen nach oben getrieben, wonach es in China weitere angeordnete Produktionsstilllegungen geben wird.

Die bisherigen wurden bislang allerdings vollständig kompensiert und die hohen Preise geben wohl Anreize, die Produktion möglichst lange aufrecht zu erhalten bzw. zunächst noch weiter auszuweiten. Dass der Preisanstieg der Metalle weiter stark spekulativ getrieben ist, zeigt einmal mehr die CFTC-Statistik.

So wurden in der Woche zum 1. August die Netto-Long-Positionen bei Kupfer an der Comex in New York um 22% auf ein neues Rekordhoch von 104,3 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Während die Kupferproduktion in Chile noch nicht wieder die Vor-Streik-Niveaus erreicht hat (siehe TagesInfo Rohstoffe vom Freitag), läuft sie in Peru, dem zweitgrößten Produzentenland, auf vollen Touren. Im Juni wie auch im ersten Halbjahr wurden dort mit 210 Tsd. bzw. 1,17 Mio. Tonnen rekordhohe Mengen Kupfer produziert.



Agrarrohstoffe

Die Notierungen für Weizen und Sojabohnen legen zum Auftakt in die neue Handelswoche zwar um knapp ein Prozent zu. Doch nach der deutlichen Abwärtsbewegung der vergangenen Woche ist dies nicht mehr als eine leichte Gegenbewegung. Am Freitag hatte der Preis für Weizen an der CBOT so tief wie zuletzt Mitte Juni geschlossen, bei Sojabohnen auf dem niedrigsten Niveau seit Ende Juni.

Der Maispreis hatte sich dem weitgehend entzogen und war in den letzten Tagen sogar leicht gestiegen. Der Markt wartet auf die neuen Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Bei den Prognosen zu den Maiserträgen werden nun erste Daten aus Feldproben einbezogen. Private Marktbeobachter hatten hier deutliche Abschläge vorgenommen, so dass auch beim USDA mit einer Abwärtsrevision zu rechnen ist.

Der Weizenpreis in Paris konnte am Freitag im Zuge eines etwas schwächeren Euro leicht zulegen, doch blieb nach den Verlusten der Vortage unter dem Strich für die Woche ein Minus von 4%. Denn gleichzeitig werden die Ernteerwartungen für die Schwarzmeerregion, insbesondere für Russland, deutlich angehoben. Auch in der EU ist mit einem höheren Weizenangebot zu rechnen. So revidierte das französische Agrarministerium seine Ernteschätzung für Frankreich um 1,6% auf 36,8 Mio. Tonnen nach oben. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um gut 9 Mio. Tonnen.


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