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Ölpreisanstieg auf tönernen Füßen

28.07.2017 | 10:54 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Der Brentölpreis handelt am Morgen bei 51,5 USD je Barrel auf dem höchsten Niveau seit Ende Mai. Noch immer wirken die für August angekündigten Kürzungen der Ölexporte Saudi-Arabiens nach, zumal auch andere OPEC-Länder wie Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate diesem Beispiel folgen wollen. Dadurch würde sich der Lagerabbau in den USA im kommenden Monat fortsetzen.

Wir erachten die Ankündigung von Exportsenkungen als gut verkauftes Marketing. Denn aufgrund eines höheren Eigenbedarfs in den Sommermonaten steht Saudi-Arabien weniger Rohöl zum Export zur Verfügung. Einer eigentlich üblichen Produktionsausweitung während des Sommers steht in diesem Jahr das Kürzungsabkommen entgegen.

Spannend wird daher, wie sich die Ölexporte Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten entwickeln, wenn der Eigenbedarf nach dem Ende des Sommers fällt und damit wieder mehr Rohöl für den Export zur Verfügung steht. Die Ankündigung für September ist daher wichtiger als die für August. Bei all dem ist ganz aus dem Blickfeld geraten, dass Libyen und Nigeria zu Wochenbeginn keinerlei Beschränkung ihrer Ölproduktion auferlegt bekommen haben.

Folglich wird die OPEC-Ölproduktion voraussichtlich auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Einen ersten Vorgeschmack werden die Produktionsschätzungen von Reuters und Bloomberg zu Beginn der nächsten Woche geben. Diese dürften trotz einer vermutlich hohen Umsetzung der Produktionskürzungen einen merklichen Anstieg der OPEC-Produktion im Juli zeigen. Wir sehen daher den jüngsten Preisanstieg auf tönernen Füßen.


Edelmetalle

Laut Angaben des auf Edelmetalle spezialisierten Research-Instituts Thomson Reuters GFMS ist die globale physische Goldnachfrage im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf 1.895 Tonnen gestiegen. Dennoch bestand demnach in diesem Zeitraum ein Angebotsüberschuss, da die Gold-ETFs deutlich weniger Gold gekauft haben als im Jahr zuvor.

Laut GFMS hat Indien China wieder als weltweit größten Goldkonsumenten abgelöst. Denn während in China die Goldnachfrage gefallen ist, zog sie in Indien im Vorfeld der Einführung der Mehrwertsteuer auf Goldkäufe deutlich an. Im dritten Quartal sieht GFMS daher nur eine verhaltene indische Goldnachfrage. Diese wie auch die Goldnachfrage in Asien allgemein soll erst im vierten Quartal saisonbedingt wieder anziehen. Dann sollte sich auch die Investmentnachfrage in den westlichen Ländern wieder erholen.

Unterdessen hat gestern das indische Handelsministerium die Empfehlung abgegeben, die Importsteuer auf Gold von derzeit 10% auf 2% zu senken, denn das Leistungsbilanzdefizit, das 2013 zur dreimaligen Anhebung der Importsteuer geführt hatte, sei mittlerweile deutlich geschrumpft. Dies könnte perspektivisch zu einer höheren indischen Goldnachfrage beitragen.

Daten der Hongkonger Statistikbehörde zufolge hat China aus Hongkong im Juni netto 70 Tonnen Gold importiert, fast genauso viel wie im Vorjahr. Im ersten Halbjahr lagen die Goldimporte mit gut 380 Tonnen 8% unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dafür hat China in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Gold aus anderen Ländern wie zum Beispiel der Schweiz eingeführt.



Industriemetalle

Zum Ende einer turbulenten Handelswoche, die den LME-Industriemetallindex bislang um etwa 4% auf den höchsten Stand seit Mai 2015 geführt hat, geben die Metallpreise leicht nach. Kupfer steht dennoch vor dem größten Wochengewinn seit 5½ Monaten. Die heute Abend von der CFTC und nächsten Dienstag von der LME zur Veröffentlichung anstehenden Daten zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer werden zeigen, wie stark der Preisanstieg der Metalle in dieser Woche spekulativ getrieben war.

Während die Industriemetalle also stark zulegten, bewegte sich der Eisenerzpreis in Singapur in dieser Woche kaum. Mit rund 67 USD je Tonne notiert er aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Für Eisenerz ging es in der Woche davor deutlicher nach oben.

Der Zinnpreis ist gestern zeitweise um über 2% auf 20.800 USD je Tonne gestiegen und war damit der größte Gewinner unter den Industriemetallen. Ausschlaggebend hierfür waren Meldungen des Research-Instituts SMM, wonach in der Stadt Gejiu in der chinesischen Provinz Yunnan vorgestern sechs Zinnschmelzen für zunächst eine Woche ihre Produktion stilllegen mussten, da der Schwefeldioxidgehalt in der Luft den Normwert überschritten hatte. In dieser Provinz gibt es die größten Zinnvorkommen Chinas.

Sollte die Produktion nur kurze Zeit stillstehen, dürften die Auswirkungen auf das Zinnangebot aber begrenzt sein und der Preis wieder korrigieren.


Agrarrohstoffe

Der Internationale Getreiderat IGC hat seine Schätzung für die weltweite Getreideernte 2017/18 um 11 Mio. auf 2,038 Mrd. Tonnen reduziert. Knapp die Hälfte der Abwärtsrevision entfiel auf Mais, wo die Ernte in den USA um 5 Mio. Tonnen niedriger ausfallen soll als bislang erwartet.

Der globale Maismarkt soll ein beträchtliches Defizit von 34 Mio. Tonnen aufweisen und die weltweiten Lagerbestände in der Folge auf 197 Mio. Tonnen absinken. Seine Ernteschätzung für Weizen senkte der IGC um 3 Mio. Tonnen. Hier rechnet der IGC nur mit einem Angebotsdefizit von 3 Mio. Tonnen und in der Folge mit einem geringen Rückgang der weltweiten Lagerbestände auf weiterhin sehr hohe 241 Mio. Tonnen.

Ähnlich wie das US-Landwirtschaftsministerium USDA prognostiziert der IGC, dass niedrigere Ernten in den USA, Australien und der EU teilweise durch eine höhere Ernte in Russland ausgeglichen werden. Die Abwärtsrevision der US-Ernteschätzung um lediglich eine Mio. Tonnen scheint angesichts der zu erwartenden Ernteausfälle bei Sommerweizen niedrig angesetzt.

So beziffert der Wheat Quality Council nach einer Besichtigungstour durch die Anbaugebiete den Flächenertrag von Sommerweizen in Nord-Dakota und angrenzenden Gebieten Minnesotas und Süd-Dakotas auf lediglich 38,1 Scheffel je Morgen. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr (45,7), im 5-Jahresdurchschnitt (46,8) und liegt auch unter der aktuellen Annahme des USDA (40,3). Zudem könnte es zu einer Aufgabe von Anbauflächen kommen.


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