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Produktionsobergrenzen für Libyen und Nigeria?

11.07.2017 | 10:55 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Der Brentölpreis steigt am Morgen leicht auf 47 USD je Barrel und handelt damit ca. 1 USD über dem gestrigen Tagestief. Der weitere Umgang mit Libyen und Nigeria scheint mittlerweile ganz oben auf der Agenda der OPEC zu stehen. Beide Länder sind von den Produktionskürzungen ausgenommen und haben ihre Ölproduktion in den letzten drei Monaten deutlich erhöht. Trotz einer weiterhin hohen Einhaltung der Produktionskürzungen in den anderen Ländern stieg die OPEC-Produktion daraufhin auf das höchste Niveau seit dem Inkrafttreten des Kürzungsbeschlusses, was den jüngsten Preisrutsch deutlich unter 50 USD je Barrel mit ausgelöst hat.

Die OPEC hat Vertreter Libyens und Nigerias zum Treffen des Gemeinsamen Überwachungskomittees (JMMC) der an den Kürzungen beteiligten OPEC- und Nicht-OPEC-Länder am 24. Juli in Russland eingeladen. Dort dürfte die Einführung von Produktionsobergrenzen für Libyen und Nigeria diskutiert werden. Nigeria scheint dem offen gegenüberzustehen, schließlich produziert das westafrikanische Land bereits wieder nahe dem Normalniveau von gut 2 Mio. Barrel pro Tag.

Bei Libyen scheint dagegen noch Überzeugungsarbeit notwendig zu sein. Der Chef der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC, Sanalla, führt politische, humanitäre und wirtschaftliche Probleme an, die bei der Entscheidung mit einfließen müssten. Derartige Probleme gibt es aber auch in einigen Ländern, die Teil der Kürzungsvereinbarung sind. Mit gut 1 Mio. Barrel pro Tag produziert Libyen inzwischen soviel Öl wie zuletzt vor vier Jahren und nur noch knapp unter dem von der NOC ausgegebenen Produktionsziel.


Edelmetalle

Für die Edelmetalle ging es gestern zunächst weiter bergab. Bis auf Palladium markierten sie neue mehrmonatige Tiefstände. Mit Ausnahme von Platin wurden die Verluste bis zum Handelsende aber wieder wettgemacht. Gold handelt am Morgen bei 1.210 USD je Feinunze und Silber kostet 15,5 USD je Feinunze. Platin rutschte gestern erstmals seit Anfang Mai wieder unter die Marke von 900 USD je Feinunze und fiel auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember. Auch heute Morgen handelt es noch unter dieser Marke.

Palladium hält sich dagegen stabil bei 845 USD je Feinunze. In China haben laut Angaben eines privaten Verbandes die Autoabsätze im Juni im Vergleich zum Vorjahr wieder angezogen. Im ersten Halbjahr gab es demnach aber erstmals seit dem Jahr 2005 einen Rückgang der Verkäufe. Die offiziellen Daten werden in Kürze veröffentlicht.

Erstmals seit 1985 gibt es seit gestern wieder einen Handel mit Gold-Terminkontrakten an der Londoner Metallbörse. Daneben wurden an der LME auch Silber-Futures eingeführt. Auch wenn die Handelsvolumina am ersten Handelstag noch recht gering waren und die breite Akzeptanz der Marktteilnehmer noch fehlt, sollte sich das langfristig ändern.

Viele namhafte Banken wollen den Handel unterstützen. Der Handel an der LME sollte zudem die Transparenz- und Zuverlässigkeitsanforderungen der Regulatoren eher erfüllen als der bislang zumeist außerbörsliche Handel in London. Auch dürften dadurch neue Investmentprodukte ermöglicht werden.


Industriemetalle

In Australien hat das Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft Ende letzter Woche seinen neuen Quartalsbericht zu Rohstoffen und Energie veröffentlicht. Für den Eisenerzmarkt hat es dabei ein eher düsteres Bild gezeichnet. Das Ministerium sieht den Eisenerzpreis im Verlauf des nächsten Jahres unter 50 USD je Tonne rutschen, da das Angebot weiter ausgeweitet wird und die Nachfragedynamik in China nachlässt.

So soll demnach Australien dieses und nächstes Jahr 851 Mio. bzw. 885 Mio. Tonnen Eisenerz exportieren. Letztes Jahr waren es 808 Mio. Tonnen. Auch für Brasilien unterstellt das australische Ministerium hohe Steigerungsraten. Die Ausfuhren sollen von 364 Mio. Tonnen im letzten Jahr auf 382 Mio. (2017) und weiter auf 408 Mio. Tonnen (2018) steigen. Zwar wurden damit für Australien die bisherigen Schätzungen nach unten revidiert, dies fiel aber nicht weiter ins Gewicht, da vor allem die chinesische Nachfrage ebenfalls nach unten angepasst wurde.

Demnach dürfte China in diesem Jahr 1,04 Mrd. Tonnen Eisenerz importieren und damit nur marginal mehr als im letzten Jahr. 2018 sollen sich die Importe auf 1,05 Mrd. Tonnen belaufen. Wir hatten in den letzten Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass der seewärtige Eisenerzmarkt überversorgt ist und sehen den Eisenerzpreis in einer Spanne zwischen 50 und 60 USD je Tonne notieren. Die Erholungsbewegung der letzten beiden Wochen nach dem starken Preisrückgang zuvor sollte unseres Erachtens nicht von Dauer sein.



Agrarrohstoffe

In der letzten Juniwoche war der Rohzuckerpreis unter 13 US-Cents je Pfund gefallen - den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Nach einer kurzen Erholung auf über 14 US-Cents je Pfund, sackte er gestern wieder um 4,2% auf 13,6 US-Cents je Pfund ab. Hintergrund dürfte die Entscheidung Indiens sein, ab sofort den Zollsatz auf seine Zuckerimporte von 40% auf 50% anzuheben. Dies macht Importe teurer und damit weniger attraktiv.

So verbleibt mehr Menge am Weltmarkt, die sich andernorts Abnehmer suchen muss. Dies drückt dort den Preis. Indien tritt je nach Höhe der Eigenproduktion als Netto-Importeur oder Netto-Exporteur von Zucker am Weltmarkt auf.

Die magere Produktion 2016/17 von nur 20 Mio. Tonnen deckt den laufenden Bedarf des Landes nicht. Daher hatte die Regierung zunächst eine zollfreie Importquote von 500 Tsd. Tonnen eingerichtet. Das Land greift aber auch auf seine Reserven zurück. Teilnehmer einer Bloomberg-Umfrage schätzen, dass die Bestände zum Saisonende im September auf 3,4 Mio. Tonnen fallen.

Zu Beginn waren es 7,7 Mio. Tonnen gewesen. Trotzdem sind laut der Zuckermühlenvereinigung ISMA die Zuckerpreise im Land in den letzten Monaten gefallen, was auf die Aussicht auf eine sehr viel höhere Produktion 2017/18 von wohl 25-26 Mio. Tonnen zurückzuführen sein dürfte. Die Feuchtigkeitsversorgung hat sich durch den letzten und aktuellen Monsun nach zwei Jahren Dürre wieder normalisiert. Dagegen wurde der politisch gesetzte Mindestpreis angehoben, den die Mühlen an die Zuckerrohrbauern auszahlen müssen.


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