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Palladiumpreis springt auf 16-Jahreshoch

12.06.2017 | 11:15 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise starten wenig verändert in die neue Handelswoche. Brent handelt bei gut 48 USD je Barrel, WTI bei knapp 46 USD je Barrel. Die letzte Woche schlossen die Ölpreise mit 3,6% bzw. 3,8% im Minus, was jeweils dem dritten Wochenverlust in Folge entsprach. Zwar haben die OPEC und einige Nicht-OPEC-Länder die Produktionskürzungen um neun Monate bis März 2018 verlängert. Gleichzeitig steigt aber die Produktion anderswo deutlich.

In Nigeria, welches von den Produktionskürzungen ausgenommen ist, erreichte die Produktion letzte Woche wieder das Normalniveau von 2,2 Mio. Barrel pro Tag, nachdem die "force majeure"-Klausel für die Ölsorte Forcados aufgehoben wurde. Im Mai lag die Ölproduktion Nigerias laut einer Reuters-Umfrage noch bei durchschnittlich 1,6 Mio. Barrel pro Tag. Allerdings kam es schon am Freitag zu einem erneuten "force majeure", diesmal für die Ölsorte Bonny Light.

Ähnlich unstetig ist auch die Produktionsentwicklung in Libyen, wo sich die Inbetriebnahme und Schließung des wichtigsten Ölfeldes, Sharara, in den letzten Wochen abwechselten. In eine Richtung, nämlich nach oben, bewegt sich die Bohraktivität in den USA. Laut Baker Hughes kam es in der letzten Woche zu einem weiteren Anstieg der aktiven Ölbohrungen um 8 auf 741. Das war der 21. Wochenanstieg in Folge (Rekord) und das höchste Niveau seit April 2015.

Der Rückgang der US-Ölproduktion in der letzten Berichtswoche sollte sich daher als kurzzeitiger Ausreißer herausstellen. Die US-Energiebehörde EIA gibt heute Abend neue Schätzungen zur US-Schieferölproduktion bekannt. Alles andere als ein weiterer erwarteter Anstieg wäre eine große Überraschung.


Edelmetalle

Gold startet nahezu unverändert bei knapp 1.270 USD je Feinunze in die neue Handelswoche. Der Erfolg der Partei von Macron bei der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich führt offenbar zu einer gewissen Gelassenheit unter den Marktteilnehmern. Seine europafreundliche Partei dürfte bei der Stichwahl am kommenden Sonntag die absolute Mehrheit erreichen.

Schon seit Mitte letzter Woche befindet sich der Goldpreis im Rückwärtsgang, was wir auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg zuvor zurückführen. Dieser war zudem auch spekulativ getrieben, wie die CFTC-Statistik zeigt. In der Woche zum 6. Juni wurden die Netto-Long-Positionen bei Gold um 34% auf ein 7-Monatshoch von 166 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Die Marktteilnehmer dürften nun auf die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch warten.

Palladium setzt seinen Höhenflug der vergangenen Wochen fort und steigt heute Morgen erneut über die Marke von 900 USD je Feinunze. Letzten Freitag sprang das hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendete Edelmetall binnen weniger Minuten um 50 USD auf fast 930 USD nach oben - der höchste Stand seit Februar 2001 -, bevor es wieder korrigierte.

Der aktuelle Preisanstieg findet aber nur am Kassa-Markt statt. Der nächstfällige Futures-Kontrakt handelt bei gut 870 USD je Feinunze, die darauf folgenden Kontrakte noch deutlich niedriger (die Terminkurve befindet sich in Backwardation). Dies deutet auf eine Anomalie am Kassa-Markt hin. Möglicherweise versuchen einige Marktteilnehmer, den Markt bewusst einzuengen. Im Mai erneut rückläufige chinesische PKW-Absätze spielen für die Preisentwicklung zumindest aktuell keine Rolle.



Industriemetalle

Die Metallpreise an der LME starten kaum verändert in die neue Handelswoche. Sie setzen damit die guten Vorgaben aus Shanghai - Kupfer steigt dort um 1,5%, Stahl verteuert sich um knapp 2% - nicht um. Möglicherweise verhindern schwächere asiatische Aktienmärkte einen Anstieg der Metallpreise zu Handelsbeginn. Kupfer notiert bei rund 5.800 USD je Tonne, Aluminium kostet knapp 1.900 USD je Tonne und Zink handelt bei gut 2.500 USD je Tonne. Diese Woche dürfte sich der Blick der Marktteilnehmer nach China richten, wo am Mittwoch Konjunkturdaten für Mai veröffentlicht werden (u.a. Industrieproduktion, Investitionen in Sachanlagen).

Es wird allgemein mit einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage gerechnet. Freeport-McMoRan, der Betreiber der weltweit zweitgrößten Kupfermine, "Grasberg" in Indonesien, hat sich Ende letzter Woche zuversichtlich geäußert, sich in diesem Jahr mit der indonesischen Regierung auf einen neuen Vertrag zum Betrieb der Mine zu einigen. Das Unternehmen hat im April den Export von Kupferkonzentrat wieder aufgenommen, nachdem die indonesische Regierung dies für über drei Monate lang untersagt hatte. Zuvor wurden in Indonesien neue Gesetze zum Nachteil der Minenunternehmen eingeführt.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, hat Freeport-McMoRan bereits angekündigt, die Investitionen in Indonesien zu stoppen. Im Zuge des Exportverbots wurden laut Unternehmensangaben rund 7.000 Arbeiter entlassen, wogegen die Gewerkschaft bis heute protestiert.


Agrarrohstoffe

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA revidierte die US-Ernteschätzung für Weizen leicht nach oben. Vielfach war mit einer Absenkung gerechnet worden. Größere Änderungen nahm das USDA bei seinen Ernteschätzungen für Weizen 2017/18 nur bei Russland (+2 Mio. auf 69 Mio. Tonnen) vor. Insgesamt erwartet das USDA nun den neuerlichen Überschuss am Weizenmarkt mit 4,8 Mio. Tonnen etwas höher als zuvor. Dies drückt am Morgen auf den US-Weizenpreis, der in der vergangenen Woche vom Mangel an qualitativ hochwertigem Weizen nach oben gezogen worden war.

Bei Mais erhöhte das USDA die Erntemengen 2016/17 für Brasilien und Südafrika. Daher startet 2017/18 mit leicht höheren Beständen. Die Endbestände 2017/18 werden dennoch um 1 Mio. Tonnen niedriger als zuvor angesetzt, da das USDA die erwarteten Ernten in der EU und Kanada kürzte. Das erwartete Marktdefizit erhöht sich so um 2 auf 30 Mio. Tonnen. Dass der Preis am Morgen dennoch leicht nachgibt, hat wohl mit dem starken Preisanstieg der Vortage wegen Sorgen vor übermäßiger Hitze im Mittleren Westen zu tun. Dieser war zu großen Teilen auf Short-Eindeckungen zurückzuführen. Nun werden hier anscheinend Gewinne mitgenommen.

Bei Sojabohnen hob das USDA die südamerikanische Ernte 2016/17 nochmals an - in Brasilien um 2,4 Mio. auf 114 Mio. Tonnen - und für die USA wurde die Verarbeitung gekürzt. Damit beginnt 2017/18 mit höheren Beständen, was bei sonst unveränderten Schätzungen auch in höheren Endbeständen resultiert.


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