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Öl: Globale Produktionsausfälle und U.S. Pleite-Tsunami!

26.05.2016 | 10:49 Uhr | Pfauntsch, Uli, CompanyMaker
Ursprünglich war geplant, die Öl-Long-Position auf WTI für unser CompanyMaker-Zertifikate-Depot im Bereich von 40,00 Dollar auszubauen. Doch Anfang Mai durchkreuzte das Großfeuer um die kanadische Stadt Fort MacMurray unsere Pläne.

Zwischenzeitlich wurden durch die Waldbrände in Alberta/Kanada geschätzte 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag vom Netz genommen, nahezu die Hälfte der gesamten kanadischen Ölsandproduktion. Es war die größte Unterbrechung in Nordamerika seit dem Hurrikane Ike im Jahr 2008. Auch wenn die Ölsandproduktion voraussichtlich ab Juni wieder hochgefahren werden kann, wird der Produktionsausfall zu einer signifikanten Entspannung der U.S. Lagerbestände beitragen.


Nigeria - Terrorgruppen zerstören Öl-Infrastruktur

Gleichzeitig steht die Ölproduktion in Nigeria unter gezielten Attacken militanter Gruppen. Vor kurzem sprengten die Angreifer eine Pipeline der italienischen ENI im Niger-Delta in die Luft. Bislang ist die Ölproduktion Nigerias um mindestens 800.000 Barrel pro Tag gesunken. Wie sich in Nigeria zeigt, kann eine kleine, dafür aber schwer bewaffnete Anzahl von Kämpfern, dem Energiesektor empfindlichen Schaden zufügen.


Albtraum Venezuela: Ein Staat kollabiert

Ein weiterer Krisenherd ist Venezuela. Man kann derzeit zusehen, wie das Land in alle seine Einzelteile zerfällt und untergeht. Das Bruttoinlandsprodukt wird dieses Jahr voraussichtlich um 8 Prozent sinken, während die offizielle Inflation bei 180 Prozent steht. Seit dem Amtsantritt von Maduro in 2013, hat der der venezolanische Bolivar rund 98 Prozent verloren.

Die Ölproduktion in Venezuela ist von 3,4 mmbd in 2000 auf knapp 2,78 mmbd in 2015 gesunken. Schlumberger hat inzwischen begonnen, seine Operationen in Venezuela dicht zu machen, da man kein Geld bekommt. Das allein dürfte 150.000 bopd bis Jahresende vom Netz nehmen. Die Forderung von Schlumberger beläuft sich auf 756 Millionen Dollar. Wer Anteile des Ölservice-Giganten besitzt, den erwartet zum Jahresende eine dicke Abschreibung.

Die Beratungsfirma IDP Lateinamerika schätzt, dass Stromausfälle und mangelhafte Wartung von Ölfeldern und Raffinerien die Produktion dieses Jahr um 250.000 bis 500.000 bopd sinken lassen. Die zweite Jahreshälfte wird für Venezuela definitiv noch schlimmer werden, auch wenn das angesichts der dort vorherrschenden Zustände kaum vorstellbar erscheint.

Insgesamt belaufen sich die Ausfälle in Kanada, Nigeria, Venezuela und anderen produzierenden Regionen auf geschätzte 3,8 Millionen Barrel Öl pro Tag. Einige davon sind temporär, andere werden den Ölmarkt dauerhaft beeinträchtigen.


Größter Öl-Bär mit Kehrtwende


US-Öl WTI


US-Öl WTI 6 Monate

Vor kurzem sagte Goldman Sachs Ölpreise von 20 Dollar pro Barrel voraus und prophezeite, dass die Ölpreise noch für sehr lange Zeit auf dem niedrigen Niveau bleiben würden. In der letzten Woche dann die Kehrtwende: Nachdem Öl vom Tief um 86 Prozent gestiegen war, änderte Goldman seine Meinung und sprach davon, dass sich der Ölmarkt "früher in ein Defizit verwandelt hat, als man erwartet hat". Auch andere Banken wie Morgan Stanley, Barclays und Bank of America bemerkten, dass die derzeitigen Angebotsverluste den Ölmarkt ins Gleichgewicht führen würden.

"Die physische Bereinigung des Ölmarktes hat endlich begonnen", so Goldman Sachs. Dennoch lehnt sich die US-Investment-Bank nicht wirklich weit aus dem Fenster. Das Kursziel für die zweite Jahreshälfte 2016 hob die Bank von 45 Dollar auf 50 Dollar an. Gleichzeitig wurde die Vorhersage für das erste Quartal 2017 von 55 Dollar auf 45 Dollar reduziert. Bis Ende 2017 soll der Ölpreis dann auf 60 Dollar steigen. Bedenkt man, dass wir im Öl bereits bei über 48,00 Dollar/bbl notieren, ist die Kursziel-Anpassung wohl eher als kosmetische Korrektur der bisherigen Fehleinschätzung zu interpretieren.

Goldman ist eine der aktivsten Banken für Öl-Hedging-Geschäfte und die Vorhersagen werden von einer Vielzahl großer Hedgefonds verfolgt. Mit seinen bisherigen Prognosen lag Goldman katastrophal schief. Geld konnten zumindest diejenigen verdienen, die das genaue Gegenteil dessen gemacht haben.


Öl-Preiszyklus stärker als Short-Spekulanten

Auch diesmal könnte sich Goldman Sachs als Kontraindikator erweisen - insbesondere, was die niedrige Preisprognose für die zweite Jahreshälfte 2016 und das erste Quartal 2017 betrifft. Zunächst wurden die Produktionsausfälle vom Markt ignoriert, weil sie von vielen Tradern nur als temporär betrachtet wurden. Inzwischen haben sich die bullishen Wetten auf Öl wieder deutlich erhöht. In der Woche zum 17. Mai kletterte die spekulative Netto-Long-Position auf WTI um 76.809 auf 368.769 Kontrakte.

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