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Russland stockt seine Goldreserven weiter kräftig auf

22.09.2015 | 11:11 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Das grobe Zickzack-Muster der letzten Wochen setzt sich fort: Der Preis für Brentöl erholte sich von den Verlusten am Freitag und beendete den Handel gut einen US-Dollar höher als er gestartet war. Amerikanisches Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich sogar um 1,5 US-Dollar. Damit engt sich die Preisdifferenz zwischen den beiden Benchmark-Sorten weiter ein: Mitte August wurde für Brentöl noch fast sieben US-Dollar mehr gezahlt als für WTI.

Berücksichtigt man den heute fälligen Kontraktwechsel bei WTI, beträgt der Abstand zwischen den beiden November-Kontrakten nur noch gut 2 US-Dollar. Vor allem die Spekulanten scheinen die schrumpfende US-Produktion zum Anlass zu nehmen, eine relativ stärkere Verknappung am US-Markt einzupreisen. Während die Netto-Long-Positionen an der NYMEX per 15. September die fünfte Woche in Folge gestiegen sind und damit 75% höher liegen als Mitte August, sind die spekulativen Netto-Long-Positionen an der ICE in der letzten Woche gefallen.

Sie liegen zudem gerade mal knapp 15% höher als Mitte August. Ob die Preise kurzfristig noch weiter zusammenlaufen bzw. WTI sogar teurer wird als Brent, hängt maßgeblich von den US-Lagertendenzen ab, für die das American Petroleum Institute heute nach Handelsschluss eine erste Tendenz geben wird. Aber auch wenn momentan die Spekulanten auf die fallende US-Produktion schielen, darf nicht vergessen werden, dass die US-Rohölvorräte momentan noch immer 28% bzw. knapp 100 Mio. Barrel höher sind als üblich. Ein Abbau auf Normalniveau braucht deshalb trotz fallender US-Produktion Zeit.


Edelmetalle

Belastet durch den deutlich festeren US-Dollar fiel Gold gestern wieder auf 1.130 USD je Feinunze zurück. Die aufwertende US-Währung sorgte aber zugleich dafür, dass Gold in Euro gerechnet auf gut 1.010 EUR je Feinunze zulegte. In den letzten Tagen haben gleich mehrere Fed-Mitglieder die Einschätzung geäußert, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Zinsen anhebt. Gemessen an den Fed Fund Futures (Wetten auf den US-Leitzins) ist eine Zinserhöhung im Dezember mittlerweile zu knapp 50% eingepreist.

Gleichzeitig haben sich Vertreter der EZB genau in die entgegengesetzte Richtung geäußert. Die EZB stehe bereit, "kraftvoll zu reagieren", wenn das Inflationsziel der Notenbank in Gefahr sein sollte. Dies wird wohl zu verstärkten Spekulationen über eine Ausweitung des QE-Programms der EZB führen. Die augenscheinliche Divergenz der Geldpolitik der beiden größten Notenbanken sollte sich folglich im EUR-USD-Wechselkurs bemerkbar machen und zu einer Aufwertung des US-Dollars beitragen. Dies dürfte wiederum merklich steigenden Goldpreisen entgegenstehen.

Eigenen Angaben zufolge hat die russische Zentralbank im August ihre Goldreserven um rund 1 Mio. Unzen (etwa 31 Tonnen) aufgestockt. Nach dem Zukauf im März in etwa der gleichen Größenordnung war dies der höchste monatliche Aufbau der Reserven seit September 2014. Seit Jahresbeginn summieren sich die Goldkäufe damit auf 110 Tonnen.


Industriemetalle

Die Metallpreise stehen auch heute Morgen weiter unter Druck. Offensichtlich überwiegen bei den Marktteilnehmern die Sorgen, dass es in China zu einer "harten Landung" kommt, welche die globale Wirtschaft oder zumindest diejenige in den Schwellenländern mit nach unten zieht. Morgen früh wird in China der von Caixin erhobene vorläufige Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, der auf seinem niedrigen Vormonatsniveau verharren sollte. Dies dürfte nicht zur Beruhigung der Marktteilnehmer beitragen.

Gemäß Daten der Zollbehörde hat China im August deutlich weniger Nickel importiert als im Vormonat. So gingen die Einfuhren von Nickelraffinade im Vergleich zum Juli um 60% auf ein 4-Monatstief von 18,8 Tsd. Tonnen zurück. Allerdings wurden im Juli die zweithöchsten Importe von Nickelraffinade überhaupt verzeichnet. Die Einfuhren von Nickelerzen lagen mit 3,9 Mio. Tonnen ebenfalls gut 20% unter dem Vormonatsniveau.

Die niedrigeren Importe dürften mit der zuletzt verhaltenen Edelstahlproduktion in China zusammenhängen. Diese ist laut Aussagen des staatlichen Research-Instituts Antaike schon im Juli auf ein 6-Monatstief gefallen. In den ersten acht Monaten des Jahres hat China allerdings 169 Tsd. Tonnen Nickelraffinade eingeführt, 64% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Da die NPI-Produktion im Land derzeit nicht mehr rentabel ist, greift China verstärkt auf Nickelraffinade zurück.



Agrarrohstoffe

In den letzten Tagen gaben die Preise für Rinder in den USA kräftig nach. Lebendrind notiert mit 136 US-Cents je Pfund so niedrig wie zuletzt im Mai 2014, ebenso wie Mastrind mit 186 US-Cents je Pfund. Am Donnerstag wies das US-Landwirtschaftsministerium darauf hin, dass zwar die letzten Zahlen aus dem Juli für die Zuführung von Jungtieren in die Maststationen sehr niedrig waren, dass aber der Bestand an bereits in der Mast befindlichen Tieren deutlich höher als im Vorjahr gemeldet wurde. Dies gilt besonders für Tiere, die noch deutlich vom Schlachtgewicht entfernt sind. Diese werden früh im nächsten Jahr zur Schlachtung vermarktet werden, was die Preise drückt.

Dass trotz niedriger Zugänge die Bestandszahlen so hoch sind, hängt mit einer längeren Mastdauer zu höherem Gewicht zusammen. Bei den gesunkenen Futterpreisen lohnt sich dies für die Maststationen. Auch von der Nachfrageseite kommt Druck: Da im Sommer die Verarbeitungsmargen bei den Schlachtereien zumeist negativ waren, reduzierten sie die wöchentlichen Schlachtzahlen. Dies hat zwar die Rindfleischpreise gestützt. Bildet sich in der Folge aber ein "Rückstau" bei den schlachtreifen Tieren, könnte dies deren Preis weiter drücken.

Zudem verschiebt sich die Fleischnachfrage langsam zu Truthähnen und Schinkenstücken, die traditionell zu den Feiertagen im Herbst und Winter konsumiert werden, während Rindfleisch besonders stark während der sommerlichen Grillzeit nachgefragt wird.


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