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Yellen-Äußerungen belasten Goldpreis

16.07.2015 | 11:10 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Manchmal ist es schwierig, die Preisbewegungen am Ölmarkt logisch zu erklären. Vor zwei Tagen stiegen die Preise, obwohl das erzielte Atomabkommen mit dem Iran die Aussicht auf noch mehr Öl eröffnet. Gestern standen die Preise unter Druck, obwohl die US-Lagerdaten einen kräftigen Abbau der US-Rohölbestände aufwiesen. Brent fiel um 2,5% auf 57 USD je Barrel, WTI sogar um 3% auf 51,4 USD je Barrel.

Die US-Rohölvorräte fielen in der letzten Woche um 4,3 Mio. Barrel, wofür insbesondere die auf ein Rekordniveau von 16,8 Mio. Barrel pro Tag gestiegene Rohölverarbeitung verantwortlich zeichnete. Die Rohölproduktion ging dagegen merklich zurück. Ein Anfang der Woche veröffentlichter Bericht der US-Energiebehörde EIA hatte bereits einen weiteren Rückgang der US-Schieferölproduktion angedeutet. Diese soll im August um 91 Tsd. Barrel pro Tag gegenüber dem im Juli erwarteten Produktionsniveau fallen. Damit würde die Schieferölproduktion den vierten Monat in Folge zurückgehen und auf das niedrigste Niveau seit November 2014 sinken.

Die US-Benzinnachfrage ging dagegen die zweite Woche in Folge zurück. Die Fahraktivität rund um den Unabhängigkeitsfeiertag war offensichtlich nicht so stark wie im Vorfeld erwartet. Der Rückgang der Verarbeitungsmarge für Benzin setzte sich daher gestern fort, was eine Erklärung für die Preisschwäche sein kann. Zudem bleibt abzuwarten, wie lange die Rohölverarbeitung auf dem gegenwärtig außerordentlich hohen Niveau bleibt.


Edelmetalle

Der Goldpreis fiel gestern auf ein 4-Monatstief von 1.143 USD je Feinunze und handelt heute Morgen nur marginal höher. Gründe für den Preisrückgang am Nachmittag waren gute US-Konjunkturdaten. Zudem bestätigte die Fed-Vorsitzende Yellen bei ihrer Anhörung vor dem US-Kongress, dass eine Zinserhöhung später im Jahr angemessen sei, sofern sich die Wirtschaft wie erwartet entwickelt. Dies ließ den US-Dollar aufwerten, wodurch sich Gold in Euro gerechnet etwas besser halten konnte und weiterhin bei rund 1.050 EUR je Feinunze notiert.

Das griechische Parlament hat letzte Nacht dank der Stimmen der Opposition den von den Gläubigern geforderten Reformen zugestimmt. Somit ist eine wichtige Hürde genommen, damit das hoch verschuldete Land weitere umfangreiche Finanzhilfen bekommt. Morgen stimmt neben einer Reihe weiterer europäischer Parlamente der Deutsche Bundestag darüber ab. Weiterhin offen ist die Frage der Brückenfinanzierung, damit Griechenland eine in der nächsten Woche fällige Rückzahlung an die EZB leisten kann. Dies könnte einer Anhebung der ELA-Notkredite entgegenstehen.

Die EZB entscheidet darüber heute im Rahmen ihrer turnusmäßigen Sitzung. Das gesunkene Grexit-Risiko dürfte einer spürbaren Erholung des Goldpreises entgegenstehen. Wir gehen aber auch nicht davon aus, dass der Goldpreis deutlich fällt. Denn so hat zum Beispiel die kanadische Zentralbank mit der Zinssenkung gestern eine weitere Runde im Abwertungswettlauf der Währungen eingeläutet. Davon sollte Gold als Alternativwährung profitieren. Silber stand im Fahrwasser von Gold unter Druck und verlor gestern fast 2% und hielt sich nur noch knapp über der Marke von 15 USD je Feinunze.



Industriemetalle

Der gestrige Aufwärtstrend der Metallpreise im Zuge besser als erwarteter China-Daten wurde am Nachmittag durch den festeren US-Dollar gestoppt. Dieser wertete nach der Yellen-Äußerung (siehe Edelmetalle auf Seite 1) und guten US-Konjunkturdaten gegenüber dem Euro merklich auf. So verzeichnete die Industrieproduktion im Juni den bislang stärksten Monatsanstieg in diesem Jahr. Heute Morgen zeigen sich die Metallpreise dann doch wieder fest, wobei zum Beispiel Kupfer um knapp 1% auf annähernd 5.600 USD je Tonne steigt.

Die International Copper Study Group (ICSG) hat jüngst ihre Schätzungen zur Entwicklung der globalen Kupferminenproduktion und -verarbeitung angepasst. Sie erwartet nun bis 2018 einen durchschnittlichen Anstieg der Minenproduktion um 6% p.a. auf 27,5 Mio. Tonnen. Dies wären rund 5,7 Mio. Tonnen mehr als im Jahr 2014. Die bisherigen Schätzungen für 2017 und 2018 wurden allerdings um 330 Tsd. bzw. 140 Tsd. Tonnen nach unten revidiert - vor allem wegen der Verzögerung vieler Projekte.

Ein großer Anteil an der erwarteten Produktionsausweitung soll auf Peru entfallen, wo neue Minen in Betrieb genommen werden. Die Schmelzkapazitäten werden gemäß Einschätzung der ICSG bis 2018 um durchschnittlich 3,1% p.a. auf 22,5 Mio. Tonnen erhöht, 2,6 Mio. Tonnen mehr als im letzten Jahr. China steht dabei für 60% der erwarteten Kapazitätserweiterung. Der Markt dürfte sich dennoch anspannen, da der Metallgehalt in den Erzen weiter abnimmt und die Nachfrage ebenfalls anziehen sollte.


Agrarrohstoffe

Laut des Nationalen Ölsaatenverbands NOPA wurden in den USA im Juni 142,47 Mio. Scheffel Sojabohnen verarbeitet. Dies war die höchste Verarbeitung im Monat Juni seit Beginn der Aufzeichungen und lag fast 20% höher als im Juni letzten Jahres. Im Mai diesen Jahres wurden sogar 148,42 Mio. Scheffel Sojabohnen verarbeitet. Grund für die weiterhin hohe Verarbeitungsrate bei Sojabohnen sind unter anderem die hohen Margen, die die Unternehmen erzielen können.

Der Preis für Sojamehl verteuerte sich im Juni um fast 18%. Davon profitierte auch der Sojabohnenpreis, welcher seit Mitte Mai um knapp 13% gestiegen ist und aktuell bei rund 10,2 US-Dollar je Scheffel notiert.

Die globalen Preise für Milch und Milchprodukte sind in der letzten Milchauktion des neuseeländischen Branchenriesen Fonterra durchschnittlich um knapp 11% gesunken. Der Preis für Vollmilchpulver gab sogar mehr als 13% auf 1.848 US-Dollar je Tonne nach und handelt damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2002. Die Preise reagieren auf die stark gesunkene Nachfrage aus China, welches zu den größten Importeuren von Milchpulver zählt.

Marktteilnehmer gehen davon aus, dass China hohe Lagerbestände besitzt, die man nun abzubauen versucht. Zusätzlichen Druck auf die Preise könnte die aufgehobene Milchquote aus Europa erzeugen. Dies erlaubt es Milchproduzenten, ihre Produktionsmenge frei wählen zu können, ohne Strafzahlungen befürchten zu müssen.


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