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Seltene Erden Lagerstätten: Ein einfaches Mittel zur vergleichenden Bewertung

23.04.2014 | 9:30 Uhr | Bogner, Stephan, Rockstone Research Ltd.
Beispiele für Lagerstätten mit einer komplexen oder einfachen REE-Mineralogie sind in Tabelle 2 am Ende des Artikels wiedergegeben. Gute Beispiele für eine komplexe, ungewöhnliche und unerwiesenen REE-Mineralogie sind die Lagerstätten namens B-Zone (Quest), Nechalacho (Avalon Rare Metals Inc.) und Bokan Mountain (Ucore Rare Metals Inc.), die allesamt eine äusserst schwierige Mineralverarbeitung und Metallurgie aufweisen (werden). Das bedeutet nicht, dass diese Unternehmen nicht erfolgreich sein werden, denn es bedeutet lediglich, dass der Weg zum Erfolg lang, beschwerlich und schwieriger verlaufen dürfte als bei anderen Unternehmen, die eine einfache und wohlbekannte Mineralogie vorweisen können und die kostengünstige Metallurgie-Erfolge bereits demonstriert haben, allen voran die Lagerstätten Ashram (Commerce Resources Corp.), Steenkampskraal (Great Western Minerals Group Ltd.) und Lofdal (Namibia Rare Earths Inc.).

Wir können auch REE-Lagerstätten in Gruppen basierend darauf einteilen, ob die mineralisierte Gesteinsart ("host rock type") in der Vergangenheit bereits eine Produktionsquelle für REEs war oder nicht. Abgesehen von Strandsand-Seifen-Lagerstätten ("placer beach sands deposits") und die im Süden Chinas vorkommenden Ton-Lagerstätten vom Typ Ion-Absorption ("ion-absorption type clay deposits"), haben bis dato nur Karbonatite einen signifikanten Beitrag für den REE-Markt geliefert.

Bezugnehmend auf den letzten Satz möchte ich an dieser Stelle noch die Loparit-Mine(n) auf der russischen Halbinsel Kola und die Kutessay II Mine in Kirgisistan erwähnen. Mir ist kein anderes Entwicklungsprojekt weltweit bekannt, das als Erzmineral Loparit (mit Beimengungen an REEs, Ta und Nb) beinhaltet, wobei Kutessay II eine bereits ausgebeutete Polymetall-Mine (Pb, Mo, Ag und Bi) mit REE-Beimengungen ist; ein sehr ungewöhnliches Vorkommen, das nur geringen Einfluss auf den Weltmarkt während seiner Minenlebenszeit hatte (ca. 22.000 Tonnen REO-Produktion während mehr als 33 Jahren). Keiner dieser Vorkommen sind/waren reine REE-Minen und können/konnten (Kamasurt/Kutessay II) mit Sicherheit nicht ohne Regierungssubventionen oder ohne den nicht-REE-Rohstoffanteil rentabel sein.

Die Karbonatit-Laterite als Muttergesteinsart verdeutlichen, dass eine günstige REE-Mineralogie nur der erster Schritt ist, da zudem demonstriert werden muss, dass die REE-Minerale mit einer akzeptablen Extrahierungsmethode ("recovery") wirtschaftlich vom Muttergestein separiert werden können. Dies verdeutlichen die technischen Schwierigkeiten von Lynas, welches Unternehmen versucht, die hochgradige Weltklasse-Lagerstätte Mount Weld Central Lanthanide in die Produktion zu bringen - ein Karbonatit-Laterit, aus dem bis heute nicht die gewünschte Produktionskapazität erreicht werden konnte.

Die nachfolgenden Charts führen vor Augen, wie lebenswichtig es für REE-Explorations- und Entwicklungsunternehmen ist, die folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:

• 1) Ein mineralisches Konzentrat mit akzeptablem Gehalt (idealerweise >30% TREO; so wie es auch aktuelle Hartgestein-Produzenten herstellen).

• 2) Eine Lagerstätten-Art, die in der Vergangenheit bereits produziert hat.

• 3) Eine primäre REE-Mineralogie, die in der Vergangenheit bereits die kommerzielle Verarbeitung dominiert hat und sich bewährt hat, die enthaltenen REEs unkompliziert extrahieren zu können.

Es wird deutlich, dass die Anzahl der Unternehmen, die diese Voraussetzungen erfüllen, stark begrenzt ist.


Schlussfolgerung:

Eine einfache und bewährte Mineralogie, die eine kostengünstige Mineralverarbeitung ermöglicht, ist der Weg des geringsten Widerstands, um zur Produktion zu gelangen. Aus rein wirtschaftlicher Sicht betrachtet gibt es viel weniger Unbekannte bei den Verarbeitungsvoraussetzungen und Kosten mit bewährten Mineralen im Vergleich zu solchen, die bisher noch nie kommerziell verarbeitet wurden. Früher oder später wird auch der Markt realisieren, dass eine komplexe Mineralogie - Hand in Hand mit einer unerwiesenen Mineralverarbeitung und Metallurgie - signifikante Herausforderungen in Hinsicht auf Kosten zur Folge hat, was wiederum zum Ableben der meisten REE-Entwicklungsprojekte, die viele noch immer als aussichtsreich bewerten, führen wird.

Bezugnehmend auf dieses Kriterium erzielen die Lagerstätten Ashram und Steenkampskraal die höchsten Punktzahlen - mit beträchtlichem Abstand zum Drittplatzierten. Die Lagerstätten B-Zone und Round-Top erzielen die niedrigsten Punkte, da beide bisher kein existenzfähiges Mineral-Konzentrat herstellen konnten.







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