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Seltene Erden Lagerstätten: Ein einfaches Mittel zur vergleichenden Bewertung

23.04.2014 | 9:30 Uhr | Bogner, Stephan, Rockstone Research Ltd.
• 1. Mineralogie, Mineralverarbeitung & Metallurgie

Konnten die primären REE-Minerale in der Vergangenheit schon einmal erfolgreich verarbeitet/extrahiert ("processing/recovery") werden und konnte ein mineralisches Konzentrat mit >30% TREO hergestellt werden?


• 2. Tonnage und Gehalte

Gibt es eine ausreichend grosse Tonnage mit akzeptablen Mineralisierungsgehalten, damit eine angemessene Minenlebenszeit und ein Produktionsszenario überhaupt realisierbar sind? Gibt es eine Mineralisierungsbeständigkeit ("consistency of mineralization") in Hinsicht auf TREO-Gehalten, einschliesslich Erz- und (tauber) Gang-Mineralogie?


• 3. REE-Verteilung

Gibt es eine vorteilhafte und ausgeglichene REE-Verteilung ("REE distribution"), die von den 5 CREEs dominiert sind, welche die höchste Nachfrage und das niedrigste Angebot haben, nämlich Neodym (Nd), Europium (Eu), Terbium (Tb), Dysprosium (Dy) und Yttrium (Y)?


• 4. Wirtschaftlichkeit

Wurde eine Wirtschaftlichkeitsstudie über das Projekt bereits fertiggestellt und waren die Ergebnisse robust in Hinsicht auf demonstrierten Datenergebnissen und angemessenen Annahmen?


• 5. Infrastruktur

Befindet sich das Projekt in der Nähe von Elektrizität, Wasser und Transportwegen und/oder ist der Infrastruktur-Entwicklungsplan realisierbar?


• 6. Rechtsprechung

Befindet sich das Projekt in einem günstigen Rechtssystem ("jurisdiction")?

Wenn ein Projekt bei all diesen Kriterien eine hohe Punktzahl erzielen kann (d.h. ausgewogen zwischen allen Kriterien), so hat es unserer Auffassung nach die besten Aussichten auf Erfolg bzw. in absehbarer Zeit gen Mine entwickelt zu werden.


1. MINERALOGIE, MINERALVERARBEITUNG UND METALLURGIE

Die Mineralogie, und somit die folgenden Kosten der mineralischen Verarbeitung und Metallurgie, ist dafür verantwortlich, ob ein REE-Projekt weiter entwickelt werden kann oder zum Sterben verurteilt ist. Es ist das Kriterium von höchster bzw. vorrangiger Bedeutung, um zu beurteilen, ob ein REE-Projekt überhaupt eine begründete Chance auf Erfolg hat. Wie bereits in unseren ersten beiden Artikeln diskutiert wurde, bilden eine einfache Mineralogie, eine relativ kostengünstige demonstrierte Mineralverarbeitung und die Metallurgie das Fundament für den Erfolg.

Alle derzeit produzierenden Hartgesteins- ("hard rock") REE-Lagerstätten liefern ein mineralisches Konzentrat mit mindestens 30% TREO (siehe untenstehende Charts). Um dies zu erreichen, benötigt man nicht nur eine Lagerstätte, die mit geringen Kosten physisch zu einem mineralischen Konzentrat mit ausreichendem Gehalt veredelt werden kann (sog. Upgrading), sondern auch dass die REE-tragenden Minerale, die in der Lagerstätte vorkommen, ausreichend hoch mit REEs in ihrer Struktur angereichert sind.

Zum Beispiel: Wenn das REE-Mineral in einer Lagerstätte nur 10% TREO in seiner Struktur beinhaltet, so wäre es unmöglich, ein mineralisches Konzentrat mit 30% TREO herzustellen, auch wenn der Konzentrationsprozess perfekt wäre. Es ist wichtig zu verstehen, dass es nur sehr wenige Minerale gibt, die derart stark mit REEs angereichert sind; die wichtigsten sind: Monazit, Bastnäsit und Xenotim, wobei diese auch die Minerale sind, welche - heutzutage und in der Vergangenheit - die kommerzielle Produktion aus Hartgestein-Lagerstätten dominieren.

Daneben ist es wichtig zu bemerken, dass in vielen REE-Lagerstätten oftmals mehr als ein REE-Mineral zum TREO-Gehalt einer Lagerstätte einen Beitrag leistet. In diesen Fällen müssen all diese Minerale separiert werden, um eine akzeptable REE-Gewinnung ("recovery") mitsamt einem entsprechend hohem Konzentratgehalt zu erzielen. Allerdings verhalten sich diese während der Verarbeitung oftmals nicht gleich. Dies verkompliziert sich weiter, wenn Beiprodukte ebenfalls extrahiert werden sollen (z.B. Nb, Ta und/oder Zr). Das ist der fundamentale Grund, warum eine einfache Mineralogie essentiell ist, denn wenn man das hat, ist es einfacher und kostengünstiger, das Erz zu separieren und es zu einem mineralischen Konzentrat zu veredeln.

Ein gutes Beispiel für eine Verkomplizierung des sog. Flow-Sheet (Verarbeitungsprozess) durch Nebenprodukte ist Quest Rare Minerals Ltd. und ihre jüngste Veröffentlichung einer PEA ("Preliminary Economic Assessment") vom 9. April 2014 über ihre B-Zone Lagerstätte, wobei die PEA nun die FS ("Feasibility Study"; Machbarkeitsstudie) vom 6. Dezember 2013 ersetzt hat. Ich denke, dass Quest erkannt hat, dass ihre Projektbeschreibung (Szenario) eine substantielle Überarbeitung von Nöten hat, damit das Projekt vorangebracht werden kann; d.h. die Herstellung eines mineralischen Konzentrats.

Obwohl die PEA selbst nur Design-Kriterien mit sehr wenig an tatsächlichen Testdaten aufzählt, so ist dennoch klar, dass Quest etwas an Fortschritten gemacht hat, indem ein mineralisches Konzentrat von etwa 2,5% mit angemessenen Gewinnungsraten hergestellt werden konnte (also ein Upgrade mit dem Faktor 2,5). Um dies zu erreichen musste jedoch der Flow-Sheet-Prozess dramatisch vereinfacht werden, indem zuvor berücksichtigte Nebenprodukte (Nb und Zr) nun als Abfall betrachtet werden, was wiederum vor Augen führt, wie Nebenprodukte - die andersartige Flow-Sheets als REE-Minerale benötigen - die Gesamtverarbeitung verkomplizieren können.

Es ist nicht einfach, einen Schritt zurück zu gehen, nachdem bereits so viel Aufwand in ein Flow-Sheet geflossen ist, jedoch beglückwünsche ich Quest für ihre Entscheidung, neu anzufangen, um eine Vereinfachung zu versuchen. Schlussendlich habe ich jedoch ein viel grösseres Interesse daran, in ein Unternehmen zu investieren, das eine einfache Mineralogie vorweisen kann, weil dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine einfache Mineralverarbeitung zum Ergebnis hat.



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