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Risikoaversion drückt Kupfer auf 10-Monatstief

20.09.2011 | 10:57 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Rohstoffpreise sind auf breiter Front unter Druck geraten. Davon betroffen sind insbesondere zyklische Rohstoffe. Der Brentölpreis ist im Zuge dessen auf ein 3-Wochentief von weniger als 108,7 USD je Barrel gefallen. WTI fiel im Tief bis auf 85 USD je Barrel und damit auf den niedrigsten Stand seit 2 Wochen. Ausschlaggebend für den Preisrutsch ist ein erneuter Anstieg der Risikoaversion aufgrund zunehmender Konjunktursorgen und der weiteren Zuspitzung der Schuldenkrise in den Euro-Peripherieländern.

Griechenland droht im Oktober die Zahlungsunfähigkeit, sollten die derzeitigen Verhandlungen zwischen griechischer Regierung, EU, EZB und IWF über die Auszahlung der nächsten Kredittranche negativ ausfallen. In der Nacht hat die Ratingagentur S&P zudem die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft, was die Marktstimmung zusätzlich belasten und einen weiteren Preisrückgang zur Folge haben dürfte. Die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten und das hohe Ölpreisniveau von deutlich mehr als 100 USD je Barrel dürften sich negativ auf die Realwirtschaft und auf die Ölnachfrage auswirken.

Weitere Abwärtsrevisionen der Nachfrageprognosen durch die führenden Agenturen sind daher in den kommenden Monaten nicht unwahrscheinlich. Die spekulativen Finanzanleger haben in der Woche zum 13. September ihre Netto-Long-Positionen bei Brent um 2,9 Tsd. auf 66.664 Kontrakte reduziert. Dies steht im Gegensatz zu WTI, wo es in derselben Berichtswoche zu einer Ausweitung der spekulativen Netto-Long-Positionen kam. Offensichtlich setzen einige Finanzanleger auf eine baldige Rückkehr des Ölangebots aus Libyen und eine Spreadeinengung.


Edelmetalle

Trotz des für Gold konstruktiven Marktumfelds und neuer negativer Nachrichten - Italiens Kreditwürdigkeit wurde von der Ratingagentur S&P herabgestuft - kann Gold seinen gestern verlorenen Boden nicht wieder zurückgewinnen. Das gelbe Edelmetall verlor knapp 2% und handelt heute Morgen bei rund 1.770 USD je Feinunze. Der stärkere US-Dollar kann hierfür allerdings nur eine Erklärung sein. Daneben könnte Gold von Anlegern verkauft worden sein, um Verluste bei anderen Positionen auszugleichen. Wir erachten die derzeitige Preisschwäche nur als vorübergehend.

Laut Daten des Verbandes der europäischen Automobilhersteller (ACEA) sind die Autozulassungszahlen in der Europäischen Union von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahr um 1,3% gefallen. Seit zwei Monaten hellt sich die Stimmung allerdings wieder etwas auf. So wurden im Juli und August 2% bzw. sogar 7,7% mehr Autos zugelassen als im Vorjahr. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies die Platin- und Palladiumpreise unterstützen.

Zusätzlichen Auftrieb könnten die Preise durch einen möglicherweise bevorstehenden Streik in Südafrika erhalten. So hat die Gewerkschaft der Minenarbeiter dem staatlichen Stromversorger Eskom ein Ultimatum gestellt, bis zum 27. September auf ihre Lohnforderungen einzugehen. Ein länger anhaltender Streik hätte weitreichende Auswirkungen auf das globale Angebot von Platin und Palladium.


Industriemetalle

Nachdem sich die Metallpreise bislang insbesondere im Vergleich zu Aktien noch relativ gut halten konnten, wurden sie gestern mit in den Abwärtssog gezogen. Kupfer verlor zwischenzeitlich mehr als 4% auf gut 8.300 USD je Tonne, was dem niedrigsten Stand seit November letzten Jahres entspricht. Dies ist jedoch weniger auf neue metallspezifische Fundamentaldaten zurückzuführen, sondern vielmehr auf die nach wie vor hohe Risikoaversion und die Verschlechterung der Stimmung der Marktteilnehmer allgemein. Denn in den bislang vorliegenden Daten ist die Eintrübung noch nicht zu erkennen. Dies gilt insbesondere für die Nachfrage nach Metallen in China, die dort gerade in den letzten Monaten wieder angezogen hat, was sich zum einen in fallenden Lagerbeständen und zum anderen in steigenden Importen widerspiegelt.

Und auch die diese Woche noch zur Veröffentlichung anstehenden Daten zu Angebot und Nachfrage vom World Bureau of Metal Statistics (WBMS) dürften für einige Metalle ein Einengen der Marktbilanzen aufzeigen. Solange sich das makroökonomische Umfeld allerdings weiter eintrübt und die Stimmungsindikatoren verschlechtern, dürften die Metallpreise weiter unter Druck bleiben. Eine weitere quantitative Lockerung der US-Geldpolitik, die möglicherweise morgen von der US-Notenbank Fed verkündet wird, sollte nur kurzfristig Unterstützung geben.



Agrarrohstoffe

Die Preise für Mais und Sojabohnen konnten sich dem allgemeinen Abwärtstrend gestern weitgehend entziehen. Nach einer leichten Entlastung in der Vorwoche wurde der Prozentsatz der in ihrem Zustand als gut oder sehr gut bezeichneten Maispflanzen in den USA zuletzt durch das USDA wieder um 2 Punkte auf nur noch 51% reduziert. Zum gleichen Vorjahreszeitpunkt waren es 68%. Die Maisernte ist inzwischen angelaufen, ein Zehntel ist bereits eingebracht.

Auch der Zustand der Sojabohnen hat sich verschlechtert, der Anteil guter und sehr guter Pflanzen wurde um drei Punkte auf nur noch 53% gesenkt, 10 Punkte weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Auch der Entwicklungsstand hinkt stark hinter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre her.

Bei Baumwolle wurden die Bewertungen ebenfalls um einen Punkt reduziert. Die Regenfälle in Texas dürften zu spät kommen, um für die gegenwärtig einzubringende Erntemenge an Baumwolle von größerer Bedeutung zu sein. Dennoch gaben die Notierungen für Baumwolle gestern deutlich nach. In der letzten Woche wurden per Saldo Export-Bestellungen über gut 171 Tsd. Ballen zurückgenommen, was Sorgen vor einer Nachfrageabschwächung schürte. Zusätzlich drückte auch der stärkere Dollar auf die Notierungen für Baumwolle, welche sich lange Zeit dem negativen Marktumfeld entziehen konnten. Wir sehen die derzeitige Preisschwäche nur als vorübergehend.





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