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Die Rohstoff-Woche - Ausgabe 08/2011: Das Ende der Silberpreis-Manipulation

21.04.2011 | 11:16 Uhr | Roedel, Tim, Die Rohstoff-Woche
Die Preise für Gold und Silber springen von einem Hoch zum nächsten. Während Gold am gestrigen Mittwoch erstmals in der Geschichte über die Marke von 1.500 USD je Feinunze sprang, schickt sich Silber an, die 46 USD-Marke zu knacken. Seit Jahresbeginn konnte Gold somit um 6% zulegen, Silber gar um mehr als 45%. Damit liegt der Silberpreis nur noch wenige Prozentpunkte unter seinem All-Time-High von 1980.

Der Performance-Unterschied ergibt sich aus der Tatsache des immer wieder von Silberfachleuten propagierten Aufholbedarfs des Silbers zu Gold. Während das Verhältnis des Silberpreises zum Goldpreis bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein meist bei etwa 15 zu 1 lag, hatte sich diese Schere bis vor etwa zwei Jahren auf bis zu 100 zu 1 ausgeweitet. Heute liegen wir bei etwa 32 zu 1. Legt man nur einmal diesen Zusammenhang zu Grunde, hätte Silber demnach also noch weitaus mehr Aufholpotenzial.

Die große Frage lautet nun aber, wie es mit den beiden Edelmetallen weitergehen wird. Viele Analysten sprechen schon seit geraumer Zeit davon, dass sich bei Gold und Silber längst eine Blase gebildet hätte, die es nun nur noch gelte, anzustechen und damit platzen zu lassen. Doch nüchtern betrachtet – das heißt fern von jeder Charttechnik oder gar Verschwörungstheorien – ist bei Gold und Silber alles möglich.


Folgende Punkte sind dabei besonders zu beachten:

Angebots-/Nachfrage-Verhältnis: Schon seit geraumer Zeit kann die Goldnachfrage nicht mehr durch die reine Goldproduktion gedeckt werden. Während im vergangenen Jahr 2010 rund 4.300 Tonnen Gold nachgefragt wurden, wurden im selben Zeitraum nur knapp 2.700 Tonnen gefördert. Es handelte sich dabei zwar um einen absoluten Produktionsrekord, der die Nachfrage aber nicht befriedigen konnte.

Goldhedging: In den vergangenen Tagen und Wochen konnte man vermehrt Spekulationen darüber vernehmen, dass einige große Goldproduzenten darüber nachdenken würden, ab der Marke von 1.500 USD je Feinunze Teile ihrer Produktion vorwärts zu verkaufen, also abzuhedgen. Dies würde für den Goldpreis natürlich nicht sonderlich unterstützend wirken und diesen wohl eher wieder zurückfallen lassen.

Zinspolitik der Zentralbanken: Gift sind für Gold und Silber sowie auch für den Aktienmarkt normalerweise immer Leitzinserhöhungen. Wie erst kürzlich geschehen, dürfte es in diesem Jahr noch die eine oder andere Zinserhöhung geben. Ein Teil der Anleger flieht damit aus vermeintlich unrentablen Anlageformen wie Gold oder Silber und legt sein Geld in dann höher verzinsten Anlagen an.

Währungs-, Finanz-, und Schuldenkrise: Demgegenüber steht natürlich weiterhin die Angst vor einem erhöhten Kaufkraftverlust von Euro, USD und Co. Sowohl der Euroraum, als auch die USA haben mit einem nicht mehr zu kontrollierenden Schuldenberg zu kämpfen. Standard & Poor´s stufte die Kreditwürdigkeit der USA von stabil auf negativ herab. Dies sicherlich nicht ohne Grund. Viele Anleger fürchten um ihr Erspartes und suchen ihr Heil in Gold und Silber. “Obamaland ist abgebrannt“ - hieß es dazu nur ganz lapidar in der Bild.

Dies hat auch die University of Texas Investment Management Co., die nach Harvard zweitgrößte universitäre Stiftung der USA (Stiftungsvermögen: 19,9 Milliarden USD), erkannt. Diese ließ nämlich vor Kurzem verlauten, dass man sich physisches Gold für eine Milliarde USD allokiert ausliefern lassen werde. Begründung: verschärfte und über Hand nehmende Gelddruckerei der Zentralbanken. Dies ist gerade für eine US-amerikanische Institution eigentlich sehr ungewöhnlich, da diese normalerweise sehr staatsgetreu sind. Es ist deshalb als durchaus sensationell zu bezeichnen, wenn als Grund für den Goldkauf auch noch die bisher unantastbaren Zentralbanken (vor allem auch die FED) genannt werden.

Sollte das Beispiel der University of Texas Schule machen, so dürfte der oft propagierte Goldboom gerade erst beginnen. Denn immerhin lässt sich die University of Texas etwa ein Prozent der jährlichen Gesamt-Produktion physisch liefern. Mit ihrem gesamten Stiftungsvermögen könnte die University of Texas knapp 20% der Weltjahresförderung aufkaufen. Andererseits bräuchte es weltweit lediglich 100 Institutionen, die sich dieselbe Menge an physischem Gold liefern lassen wollen wie die Uni Texas aktuell und die weltweite Jahresproduktion an Gold wäre verkauft.

Bei Silber verhält es sich ähnlich wie bei Gold. Allerdings dürfte der enorme Anstieg von Silber seine Ursache nicht nur im beschrieben Aufholbedarf gegenüber Gold haben (was ja nüchtern betrachtet einfach nur eine Glaubensfrage ist), sondern vielmehr auf einen möglichen Short-Squeeze zurückzuführen sein. So vermuten einige Silberexperten, dass in den vergangenen Wochen JP Morgan, die Bank mit den meisten Shortkontrakten auf Silber, mehr oder minder ausgespielt wurde. Vor allem europäische Banken sollen dafür gesorgt haben, dass JP Morgan hohe Shortbestände decken musste und damit den Silberpreis nach oben schnellen ließ. Eine interessante Theorie, die für weitere Spekulationen sorgen dürfte.

Bitte beachten Sie: Ab dem kommenden Monat erscheint die Rohstoff-Woche immer zur Monatsmitte.


Das Zitat der Woche:

“Höhere Energiepreise in einem einzelnen Land können dessen Wettbewerbsfähigkeit sogar steigern, weil sie einen Anreiz zur Modernisierung der Wirtschaft darstellen.“ - Dennis L. Meadows (* 7. Juni 1942 in Montana) ist ein US-amerikanischer Ökonom.

Anhand einer rechnergestützten Simulation ermittelte Meadows in seiner vom Club of Rome beauftragten Studie Die Grenzen des Wachstums (1972, engl. Originaltitel: The Limits to Growth) das Systemverhalten der Erde als Wirtschaftsraum bis zum Jahr 2100.

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© Tim Roedel
Die Rohstoff-Woche



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