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Agrar: Ausblick 2009 - Krisensicher

19.01.2009 | 9:50 Uhr | Weinberg, Eugen
Dahinter steht eine deutliche Ausweitung der Anbauflächen als Reaktion auf den deutlichen Preisanstieg zuvor, als sich der Weizenpreis zwischen Mai 2007 und Februar 2008 mehr als verdoppelte. Zudem ist der durchschnittliche Ertrag pro Hektar aufgrund des verstärkten Einsatzes von Düngemitteln gestiegen. Der jährliche Weizenverbrauch wird vom IGC auf 650 Mio. und vom USDA auf 654 Mio. Tonnen geschätzt. Damit dürfte der Weizenmarkt im abgelaufenen Jahr einen Überschuss von ca. 30 Mio. Tonnen aufweisen und in der Folge die globalen Lagerbestände steigen.

Das USDA rechnet für 2008/09 mit einem Anstieg der Reichweite auf 10,1 Wochen von 8,7 Wochen im Vorjahr. Mittelfristig bleiben wir dennoch optimistisch. Zum einen sind die Lagerbestände noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau. Zudem dürften vor allem die USProduzenten auf den Preisrückgang im vergangenen Jahr eher mit einer Rückführung der Anbauflächen reagieren, weil die Produktion bei gegenwärtig niedrigen Preisen für viele Anbieter weniger profitabel ist. Erste Schätzungen des USDA bestätigen dies im Übrigen. Demzufolge liegt die Ackerfläche für Winterweizen in den USA in diesem Erntejahr knapp 9% niedriger als zu diesem Zeitpunkt vor einem Jahr.

Auch die erschwerten Finanzierungsbedingungen dürften dazu beitragen, dass die Produktion nicht ausgeweitet wird. All dies dürfte dem Weizenpreis im Jahresverlauf wieder Auftrieb geben, zumal die Nachfrage weiter steigen sollte. Seit 1970 stieg der weltweite Weizenverbrauch um durchschnittlich knapp 1,9% pro Jahr, wobei sich dieser Anstieg als konjunktursicher erwies, da diese Nachfrage hauptsächlich auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen ist und sich die Intensität des Weizenverbrauchs im Gegensatz zu Mais oder Sojabohnen nicht ändert (siehe Grafik 3). Bei Weizen rechnen wir in diesem Jahr mit einem Anstieg auf 7,30 USD.



Mais:

Mais erreichte Mitte 2008 bei 7,65 USD je Scheffel ein Rekordhoch, fiel aber bis Ende 2008 im Zuge der allgemeinen Korrektur an den Rohstoffmärkten auf 4,00 USD je Scheffel zurück. Da die Korrektur vier Monate später einsetzte als bei Weizen, hat Mais im Jahresverlauf deutlich weniger verloren. Dies dürfte Auswirkungen haben auf die Anbaupläne in diesem Frühjahr.

Ersten Prognosen zufolge dürfte in den USA in diesem Jahr 1% mehr Mais angebaut werden als 2008. Das USDA hat seine Prognose für die weltweite Maisproduktion im zu Ende gehenden Erntejahr auf 791 Mio. Tonnen nach oben revidiert. Damit dürfte die globale Maisproduktion das Rekordniveau des Vorjahres erreichen. Gleichzeitig wurde die Schätzung für den Verbrauch wegen einer geringeren Ethanolproduktion auf 783 Mio. Tonnen nach unten revidiert. Der zu erwartende Marktüberschuss dürfte sich in steigenden globalen Lagerbeständen niederschlagen.

Die Lagerbestände befinden sich jedoch auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren und reichen derzeit gerade einmal, um den Verbrauch von 7,6 Wochen abzudecken. Wir erachten die Produktionsschätzungen des USDA als überhöht. Der Anbau von Mais erfordert einen besonders starken Einsatz von Düngemitteln, welcher angesichts der angespannten finanziellen Lage bei den Agrarproduzenten eher zurückgehen sollte.

Zudem rechnen wir damit, dass spätestens mit der erwarteten Stabilisierung der Ölnachfrage auch die Maisnachfrage wieder steigen wird. Seit 1970 ist der weltweite Maisverbrauch um durchschnittlich knapp 2,9% pro Jahr gestiegen. Die UN-Welternährungsorganisation FAO schließt nicht aus, dass der Maispreis schon in diesem Jahr auf das Rekordhoch von Mitte 2008 zurückkehrt. Wir sind etwas vorsichtiger und sehen Mais Ende 2009 bei 6 USD je Scheffel, was einem Anstieg um 50% entspricht. Mais dürfte sich damit von allen Agrarrohstoffen noch immer am besten entwickeln. Dieser Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Konjunktur im Jahresverlauf aufzuhellen beginnt und der Ölpreis steigt (siehe Grafik 4). Denn aufgrund seiner vorrangigen Verwendung als Futtermittel und der zunehmenden Bedeutung bei der Herstellung von Biokraftstoffen ist die Nachfrage bei Mais wesentlich konjunktursensibler als bspw. bei Weizen.


Sojabohnen:

Der Preis für Sojabohnen erreichte Mitte 2008 bei 16,50 USD je Scheffel ein Rekordhoch, hat sich danach zeitweise aber mehr als halbiert. Der Preisverlauf ähnelt dem von Mais, weil beide Agrarrohstoffe sowohl von der Verwendung als auch vom Erntezyklus her Ähnlichkeiten aufweisen (siehe Grafik 5). Die bessere Performance von Sojabohnen im Herbst 2008 erklärt sich mit der im Vergleich zu Mais geringeren Verwendung zur Herstellung von Biokraftstoffen. Die weltweite Produktion im zu Ende gehenden Erntejahr dürfte sich nach Schätzungen des USDA auf 233,2 Mio. Tonnen belaufen, was einem Anstieg um 5,6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darin macht sich vor allem die deutliche Ausweitung der Anbauflächen und Produktion in den USA bemerkbar, welche mit einem Drittel der weltweiten Produktion und 40% der globalen Exporte der bedeutendste Anbieter sind.

Das höhere Angebot dürfte durch eine steigende Nachfrage nahezu ausgeglichen werden. Der weltweite Verbrauch dürfte 2008/09 USDA-Schätzungen zufolge auf 231,1 Mio. Tonnen steigen und somit 2 Mio. Tonnen höher liegen als im Vorjahr. Der Markt könnte sogar ein Defizit aufweisen. So dürften die USDA-Prognosen für die Sojabohnenernte in Brasilien und Argentinien, den nach den USA größten Exporteuren von Sojabohnen, zu optimistisch sein.



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