Rohöl mit gemischter Gemengelage



Lang- und mittelfristige Chartsituation bleibt positiv
Seit Juni 2017 befindet sich das schwarze Gold in einem ausgedehnten Aufwärtstrend. Im Zuge dieser Rohstoffrally stiegen die Kurse um mehr als 24 US$. Dabei wurden wichtige langfristige Widerstände klar überschritten.
Dadurch hat sich das langfristige Chartbild stark verbessert. Am 25.01.2018 erreichte der WTI-Future dann das aktuelle Dreijahreshoch bei 66,59.
In der darauffolgenden hektischen Börsenphase verunsicherten panische Aktien- und Anleiheverkäufe zudem die Investoren fast aller Anlageklassen. Auch die Rohölpreise korrigierten in dieser Situation deutlich bis auf ein Niveau von 58,07. Damit wurde der 38,2%ige Fibonacci-Korrektur-Bereich auf die Aufwärtsbewegung seit Juni 2017 fast erreicht.
Commitments of Traders Report (CoT) muss weiterhin Beachtung geschenkt werden
Im Commitments of Traders (CoT)-Report werden die Positionierung der großen Produzenten und Händler von Indizes, Rohstoffen und Devisen am Terminmarkt offengelegt. Es handelt sich um das sogenannte "Hard-Sentiment", welches am Freitagabend mit Stand von Dienstag veröffentlicht wird.
Mit etwa 484.000 Netto-Long-Positionen erreichten die Spekulanten um das aktuelle Bewegungshoch Ende Januar ein neues Rekordniveau. Parallel zu der Korrektur am Rohölmarkt in den letzten Wochen reduzierten sich die Nettokaufpositionen des "Managed Moneys" dann lediglich um etwa 36.000 Kontrakte auf 448.000. Damit hat noch keine entsprechende Bereinigung an der NYMEX stattgefunden.
Diese Positionierung in der Nähe der Extremwerte aus dem Januar bremst das mögliche Aufwärtspotential weiter aus und erhöht die Gefahr, dass ein Großteil der aufgebauten spekulativen Long-Kontrakte bei fallenden Kursen abgestoßen wird, so dass es dann zu einer Beschleunigung der Korrektur kommen kann.
Fazit
Das Kursverhalten des schwarzen Goldes in dem letzten halben Jahr hat die langfristige Chartsituation klar verbessert. Eine langfristige Bodenbildung wurde ausgebildet. Erst Kurse klar unter 49 neutralisieren das positive Chartbild.
Vollends aufgegeben werden müsste dieses langfristig bullische Szenario erst bei Kursen unter 42.
Ausgehendend von dem mittelfristig positiven Wochenchart (nicht abgebildet) wäre die Korrektur der Vorwochen bei Kursen über 62,60 vorläufig beendet. Bei idealtypischem Marktverhalten eröffnet sich dann weiteres Kurspotential bis in den Bereich des Jahreshochs bei 66,59.
Bei Kursen unter 48 ist insbesondere im Zusammenhang mit der angegebenen Terminmarktpositionierung mit einer Ausweitung der Korrektur und einem erneuten Test des Unterstützungsbereiches zwischen 55 und 52 zu rechnen.
© Björn Heidkamp
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