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Energie: Zwischen US-Präsidentschaftswahl und OPEC-Treffen

21.11.2016  |  Frank Klumpp (LBBW)
Volatile Ölpreise dank Trump und OPEC

Zuletzt stabilisierte sich Brent um 45 US-Dollar. In den vier Wochen zuvor war der Ölpreis um über 20% gefallen, nachdem Zweifel um den im September erzielten Algier-Akkord eines Zielbandes für die OPEC-Förderung die Oberhand gewannen.

Auch drückte die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gleich doppelt auf die Preise: Er gilt als Freund der US-Ölindustrie, was per se für ein steigendes Angebot spricht. Zudem löste der Wahlausgang einen kräftigen Renditeanstieg auf den US-Rentenmärkten aus, der eine starke Aufwertung des US-Dollars begünstigte. Ein solcher Effekt wiederum wirkt üblicherweise preisdämpfend.

Dominierendes Thema bleibt jedoch die OPEC: Zwischenzeitlich keimte wieder Hoffnung auf, dass es doch zu einer Einigung während des am 30. November anberaumten regulären OPEC-Treffens kommen könnte, was viele zur Glattstellung von Shortpositionen zwang. Interessant auch die charttechnische Konstellation: Der Jan-Future kämpft derzeit mit der 200-Tage-Linie (vgl. Chart 1).

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Einfluss Trumps auf das OPEC-Treffen

Aus zwei Gründen könnte der Trump-Triumph einen Einfluss auf das kommende OPEC-Meeting haben: (1) Die Aussicht auf höheres US-Angebot, (2) Seine Haltung gegenüber Iran; Präsident Rouhani dürfte unter dem Eindruck der US-Wahl ggf. kompromissbereiter gegenüber der OPEC sein.

Das Kartell steht am 30.11. am Scheideweg: Nach einem fast das ganze Jahr 2016 währenden Vorlauf an Gesprächen über Förderbegrenzungen, die im September in Algier einen vorläufigen Höhepunkt fanden, ist nun eine Konkretisierung nötig, wenn man den Glauben an die Macht der OPEC aufrecht erhalten möchte.

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Ein Commitment auf Länderquoten, um das in Algier verkündete Ziel einer Fördermenge von 32,5 bis 33 Mio. Barrel pro Tag zu erreichen, wird wahrscheinlich noch nicht erreichbar sein. Die Saudis haben den Algier-Cut forciert und damit implizit das Ende der "Marktphase" ausgerufen.

Eine ihrer Bedingungen ist, dass externe Daten zur Festsetzung der Förderung verwendet werden ("secondary sources"), und nicht die Angaben der Förderländer selbst ("direct communication"). Dies zielt vor allem auf Irak ab, dessen eigene Angaben zur Zeit deutlich nach oben abweichen, um eine bessere Verhandlungsbasis zu haben.

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Bis zum Showdown am 30.11. dürfte es noch reichlich Wortmeldungen der Ölminister und Richtungswechsel der Spekulanten (vgl. Grafik) geben. Trotz der vielen Hürden erscheint eine Einigung möglich.


© Frank Klumpp, CFA
Commodity Research

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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