Positive Nachrichten vom Kupfermarkt


Die International Copper Study Group (ICSG) veröffentlichte Anfang der Woche neue Daten, nach denen sich auf dem Kupfermarkt im vergangenen Jahr ein leichtes Angebotsdefizit von 57 Tsd. Tonnen ergab. Angesichts eines Gesamtvolumens des Kupfermarktes von rund 23 Mio. Tonnen kann man dabei von einer ausgeglichenen Marktbilanz sprechen. Die Minenproduktion ist nach Angaben der ICSG um 3,5% gestiegen. Einen starken Anstieg verzeichneten dabei Indonesien und Peru.

In dem mit Abstand größten Förderland Chile blieb der Minenausstoß auf Vorjahresniveau. Auf der nächsten Wertschöpfungsstufe, den Raffinerien, ergab sich im vergangenen Jahr ICSG zufolge ein Produktionsplus von 1,6%. Dieses ging im Wesentlichen auf einen Anstieg von 4% in China zurück, während die zweit- und drittgrößten Produzenten Chile und Japan Rückgänge von 1,5% bzw. 4,5% verzeichneten.
Für den weltweiten Kupferverbrauch ermittelte die ICSG ein leichtes Minus von 0,5%. In China stieg die Nachfrage um rund 3%. Auch für das laufende Jahr erwartet die ICSG ein relativ ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
Großer Unsicherheitsfaktor bleibt die Nachfrage in China. Zuletzt ließen positive Signale in Form eines höheren Wachstums der Anlageinvestitionen sowie steigender Preise auf dem Immobilienmarkt auf eine Belebung der dortigen Nachfrage hoffen.

Chinesische Importe steigen
Ein weiterer Indikator für eine verbesserte Nachfrage in China könnten die steigenden Importzahlen sein. So nahmen die Kupfereinfuhren in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres um insgesamt 27,6% zu. Daraus uneingeschränkte Rückschlüsse auf die physische Bedarfsentwicklung zu ziehen, ist jedoch nicht unproblematisch, da ein Teil der Einfuhren auf Arbitragegeschäfte zurückzuführen sein dürfte.
Des Weiteren haben sich die Lagerbestände in Shanghai seit Jahresanfang verdoppelt, was die grundsätzlich positive Entwicklung der Importzahlen ebenfalls etwas relativiert.

Raffinerien kürzen ihr Angebot
Nach Tongling, dem zweitgrößten Kupferproduzenten Chinas hat mit Jiangxi Copper nun auch der größte Kupferhersteller des Landes seine Pläne für die Produktionskürzungen konkretisiert. Damit befinden sich Chinas Kupferraffinerien auf gutem Weg, ihre Ende 2015 angekündigten Angebotsanpassungen umzusetzen. Um die Preise zu stützen, wollen sie ihr Angebot in diesem Jahr um insgesamt mindestens 350 Tsd. Tonnen kürzen.
© Achim Wittmann
Investmentanalyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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