Turbulenzen und Krisen im Januar geben Gold Rückenwind


Turbulenzen und Krisen im Januar geben Gold Rückenwind
Öl, Aktien und China dominieren weiterhin den Goldmarkt: Auf dem Ölmarkt drückt ein Überangebot den Preis. Nachdem die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben wurden, werden von hier zusätzliche Mengen auf den Markt strömen. Zudem haben die USA Ende Dezember ein über 40 Jahre bestehendes Exportverbot gekippt. Im laufenden Jahr brach der Preis für ein Barrel Rohöl um bis zu 25 Prozent ein und handelt so niedrig wie seit 2003 nicht mehr. Sorgen um das Wachstum der chinesischen Wirtschaft halten unterdessen die Aktienmärkte in Atem. Berechnungen zufolge verloren die globalen Märkte in den ersten 20 Tagen dieses Jahres sieben Billionen Dollar an Börsenwert.
Gold - als sicherer Hafen - profitiert von diesen Unsicherheiten. Der Preis für das Edelmetall stieg am vergangenen Mittwoch bis auf 1.109,20 $/oz nachdem es in der Vorwoche noch bis auf 1.071 $/oz gefallen war. Auch für die Anleger im Euroraum verliefen die vergangenen Tage positiv. Nachdem EZB-Präsident Draghi am Donnerstag eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt hatte, konnte das Metall bis auf 32,69 €/g zulegen, der höchste Stand seit zwei Wochen.
Am Freitag kam es zwar zu einer leichten Gegenbewegung - Aktien und Öl hoch, Gold runter -, dennoch ist das Edelmetall bisher in diesem Jahr eine der wenigen Anlagealternativen mit positiver Rendite. Investoren reagierten in diesem Umfeld mit Käufen. Auch wenn die Nachfrage in der vergangenen Woche nicht das Dezember-Niveau erreichte, verzeichneten wir eine Zunahme des Kaufinteresses an Goldbarren gegenüber der Vorwoche. Das aktuelle Marktumfeld sollte dafür sorgen, dass sich der Goldpreis kurzfristig in einer breiten Handelsspanne zwischen 1.080 und 1.110 $/oz bewegen wird.
Silber könnte an Wert gewinnen
Absicherung gegen Risiken mit Silber
Silber konnte seit Anfang des Jahres an Wert gewinnen und erweist sich damit zusammen mit Gold als erfolgreiche Absicherung gegen deutlich fallende Aktienmärkte, Konjunktursorgen und steigende Risikoaversion. Anders als Silber verloren Basis Metalle und Öl, aber auch die Edelmetalle Platin und Palladium auf breiter Front deutlich an Wert.
Als Antwort auf Ihren nach unten revidierten Inflationsausblick, sowie die derzeit pessimistischen Stimmung für Konjunktur und Finanzmärkte am Donnerstag, schürte die EZB Hoffnung auf abermalige expansive Maßnahmen auf der nächsten Sitzung im März. Wir halten daher an unserer Prognose fest, dass Silber in der nächsten Woche weiter an Wert gewinnen kann. Die Unterstützung liegt beim Januar Tief von 13,75 $/oz, Widerstand sehen wir bei 14,30 $/oz.
Nachdem aktuell keine Impulse von der industriellen Nachfrage nach Silber kommen, bleibt auch spannend, wie sich die Silber ETFs entwickeln werden, die im Vorjahr deutliche Abflüsse verzeichnen mussten und lethargisch in neue Jahr starteten. Mit steigenden Preisen könnte hier auch wieder das Interesse wachsen.
Platin testet neues 7-Jahrestief in USD und EUR
Konsequenzen aus Emissionsskandal mit Effekt auf Platin Preise
In der vergangenen Woche unterschritt Platin nochmals das Dezember-Tief und startete in die Woche nur kurz unter 820 $/oz. Das Wochentief lag bei 812 $/oz und datierte vom Donnerstag. Damit wurde ein 7-Jahrestief realisiert. Auch in Euro gab es ein neues 7-Jahrestief mit einem Preis von unter 24,11 €/g. Im Wochenverlauf mussten die ETFs weiterhin Abflüsse verzeichnen.
Trotz dieses äußerst günstigen Preisniveaus blieb die Nachfrage aus der Industrie vorerst sehr verhalten. Erst nach dem neuen Tief am Donnerstag stieg der Preis durch die Nachfrage aus Industrie und in Form von "Short-covering" wieder an. Die industrielle Nachfrage schlägt sich u.a. auch leicht bei Aufschlägen beim Schwamm nieder. Dies bewegte den Markt am Freitag wieder nach oben auf einen Preis über 835 $/oz. Außerdem war eine leicht erhöhte Nachfrage aus dem Investmentbereich festzustellen.
Nach wie vor blickt Platin gespannt auf den Emission Skandal der letzten Monate. Die Aufarbeitung im Europäischen Parlament beginnt Anfang Februar, die Ergebnisse dieser Untersuchung können nochmals Einfluss auf die PGM Preise nehmen, wobei unklar ist, ob schärfere Restriktionen insbesondere den Platinpreis stützen oder weiter belasten. Dabei sollten strengere Standards vorerst positive Effekte auf die Preisentwicklung haben.
Kann sich Palladium über der 500 Dollar-Marke etablieren?
Spürbare Nachfrage bei sehr niedrigen Preisen
Palladium starte in die letzte Woche mit Kursen unter der 500 $/oz Marke, die dann am Dienstag erstmals durchbrochen wurde. Es folgte eine recht volatile Woche mit einem Low bei 484 $/oz am Mittwoch. Kurzfristig wurde am Freitag durch lebhafte Nachfrage der Preis bis auf über 510 $/oz getrieben. Wir werden in dieser Woche sehen, ob sich Palladium nachhaltig über der 500 $/oz Marke halten kann. Sollte das so sein, wäre der nächste Widerstand bei 521 $/oz.
Bei den sehr niedrigen Palladium Preisen ist die Nachfrage zwar wieder spürbar, aber trotzdem noch nicht auf einem Niveau, das man auf diesem Preisniveau erwarten würde. Wenige Impulse kommen auch vom Automobilmarkt China, der trotz Rekordabsatz in 2015 den Palladium-Preisverfall nicht stoppen konnte. Die ETFs sind in der letzten Woche um ca. 43.000 oz gefallen.
Norilsk Nickel, größter Palladium Produzent der Welt, sieht mittelfristig die Metallpreise niedrig. Das Unternehmen leidet zugleich unter niedrigen Palladium-, Nickel- und Kupferpreisen, profitiert aber von dem sehr niedrigen Rubel-Kurs, der Kosten senkt.
Rhodium umsatzstark, kaum Interesse im Ruthenium
Bei Iridium ist die Nachfrage etwas verhaltener
Auch wenn die Preisbewegung bei Rhodium bisher eher moderat ausfiel, sind die Umsätze dennoch sehr hoch; Industrielle Nachfrage, zum großen Teil aus Asien, trifft momentan auf Verkaufsinteresse von Investoren, die kleinere Bewegungen sofort zu Verkäufen nutzen.
Bei Ruthenium mit entsprechend schwachen Umsätzen gibt es keine Neuigkeiten. Im Iridium hat sich der Trend der ersten beiden Januar-Wochen bisher nicht ganz fortgesetzt. Die Berichtswoche war im Vergleich etwas ruhiger.
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Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH
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Alle im Bericht genannten Preise sind Geldkurse im Interbankenmarkt, die Charts basieren auf Thomson Reuters.