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Oil Markets Monthly

16.03.2009  |  Sintje Diek (HSH Nordbank)
Ölpreisentwicklung

Die Ölsorten WTI und Brent haben sich zuletzt erneut unterschiedlich entwickelt. Während Brent sich weiterhin in seiner Handelsrange zwischen 40 und 46 USD/Barrel bewegt, konnte WTI deutlich zulegen, so dass es jetzt wieder mit einem Preisaufschlag zu Brent notiert. In den Wochen zuvor unterbot der Preis für WTI beständig den für Brent - teilweise stieg der Spread auf etwas über 10 USD/Barrel -, was verschiedene Gründe hatte. Einer davon waren die stark ansteigenden Lagerbestände in Cushing, dem Lieferort für WTITerminkontrakte der NYMEX. Diese sind in den letzten Wochen wieder gesunken, was die Situation für WTI entspannt hat.

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Wir rechnen weiterhin damit, dass die Ölpreise in den nächsten Monaten wieder ansteigen, allerdings in einer relativ engen Range von 45 bis 55 USD/Barrel. Unterstützung sollte dabei von der andauernden Implementierung der Produktionskürzungen der OPEC ausgehen, weiterer Aufwärtsdruck auf die Ölpreise könnte durch eine erneute Fördermengendrosselung der OPEC ausgeübt werden.

Momentan lastet weiterhin die nachlassende Ölnachfrage auf den Notierungen, doch die derzeit vorherrschende Dynamik sollte zum Jahresende abklingen, da dann die weltweite konjunkturelle Entwicklung wieder Spuren einer allmählichen Erholung zeigen dürfte. Dies könnte den Ölpreisen zu einem größeren Sprung verhelfen; darüber hinaus kommt es aufgrund der aktuell niedrigen Ölpreise zu immer mehr Verzögerungen bei Ölprojekten, weil sie sich als nicht rentabel erweisen. Mittelfristig sollte daher das nicht mit der Nachfrage Schritt haltende Ölangebot wieder eine wichtige Rolle spielen und den Ölpreisen einen stärkeren Auftrieb verleihen.

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US-Lagerbestände

Nachdem die Rohöllagerbestände zu Jahresbeginn noch deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, traten sie in den vergangenen Wochen weitestgehend auf der Stelle. Im Vergleich zu einem Niveau von 350,8 Mio. boe Anfang Februar wurde zuletzt ein Wert von 351,3 Mio. boe erreicht. Gegenüber der Vorwoche bedeutet dies ein Plus von 0,7 Mio. boe. Die Entwicklung war zum einen auf den Anstieg bei den Importen zurückzuführen, die im Vergleich zur Vorwoche um 93 Tsd. zulegen konnten und sich nun auf einem Niveau von 9,1 Mio. bpd befinden. Vor einem Monat lagen sie noch bei 9,7 Mio. bpd, womit die Fördermengenkürzungen der OPEC ihre Spuren bei der Importentwicklung hinterlassen. Zum anderen resultiert der Rohöllageraufbau in der letzten Woche aus einer geringeren Raffineriekapazität. Sie sank im Vergleich zur Vorwoche von 83,1% auf 82,7%. Per Saldo hat sich damit aber die Raffinerieauslastung über den vergangenen Monat erhöht.

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Aufgrund der schwachen US-Benzinnachfrage wurden die Benzinlager zu Jahresbeginn kräftig aufgebaut. Seitdem hat sich die Bewegung aber umgekehrt, und die Benzinlagerbestände mussten über den letzten Monat einen Rückgang hinnehmen. Standen sie Anfang Februar noch bei 217,6 Mio. boe, liegen sie aktuell bei 212,5 Mio. boe. Grund für den Lagerabbau ist die sich allmählich erholende Benzinnachfrage - auch angesichts der in nächster Zeit beginnenden US-Driving Season. In den vergangenen vier Wochen lag die durchschnittliche Benzinnachfrage nur noch leicht unterhalb ihres Vorjahresniveaus. Nachdem die Benzinlager sich zu Jahresbeginn unterhalb ihres Normalniveaus bewegt haben, nehmen sie momentan ein saisontypisches Niveau ein.

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Die Destillatelager wurden in den vergangenen Wochen aufgebaut. Ausgehend von einem Niveau von 141,6 Mio. boe Anfang Februar kletterten sie zuletzt auf 145,4 Mio. boe. Gegenüber der Vorwoche konnten sie damit einen Anstieg um 2,1 Mio. boe verzeichnen. Im Gegensatz zur Benzinnachfrage befindet sich die durchschnittliche Nachfrage nach Destillaten der letzten vier Wochen deutlich unterhalb ihres Vorjahresniveaus und trägt so zum Aufbau der Lager bei. Somit liegen die Destillatelager derzeit deutlich über ihrem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.


Weitere Informationen

Contango auf dem Ölmarkt führt zu Tanklagerhaltung

Wie schon in unserem Oil Markets Monthly vom Januar beschrieben befindet sich der Ölmarkt derzeit in einem Contango. Im Gegensatz zu Backwardation beschreibt Contango ein Szenario, bei dem die Future-Kurse über den Spot-Kursen liegen. Dabei ist die Terminkurve ansteigend, d.h. mit weiter in der Zukunft liegendem Liefertermin erhöht sich auch der Preis. Aktuell notiert der Future-Preis für die Ölsorte Brent mit Lieferung zum Jahresende bei 51 USD/Barrel, während der Kontrakt mit Lieferung im Dezember 2011 schon bei 62 USD/Barrel handelt. Im Vergleich dazu ist für Brent am Spotmarkt momentan ein Preis von 44 USD/Barrel zu zahlen. Allerdings hat sich die Terminkurve in den letzten Wochen nach unten verschoben, da mit den gesunkenen Rohölpreisen am Spotmarkt auch die Terminkurse zurückgegangen sind. Die Steilheit der Terminkurve hat sich ebenfalls etwas zurückgebildet.





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