Rohöl und Ölaktien mit Abschlägen: Wo lohnt der Einstieg mehr?
15.08.2007 | Frank Schallenberger
Zuerst fallen die Ölaktien - dann der Ölpreis
Der Ölpreis hat den Turbulenzen um den US-Immobilienmarkt lange getrotzt, in den letzten Tagen ging es aber dann auch beim Schwarzen Gold steil bergab. Seit dem Jahreshoch Ende Juli/Anfang August hat der Ölpreis rund 10% eingebüßt. Etwas früher und auch etwas stärker kamen die Kurse bei den Ölaktien ins Rutschen. Der DJ Euro Stoxx Oil & Gas markierte sein Jahreshoch bereits Mitte Juli. Seitdem hat sich der Aktienindex um 13% ermäßigt. Nachdem die Ölaktien stärker gefallen sind, stellt sich die Frage, ob sie im Vergleich zum Rohöl momentan das bessere Investment darstellen?
Brent attraktiver als europäische Ölaktien
Blickt man etwas weiter zurück, stellt man fest, dass sich die europäischen Ölwerte in den letzten 12 Monaten deutlich besser entwickelt haben, als der Ölpreis. Während der DJ Euro Stoxx Oil & Gas seit August 2006 rund 7% zugelegt hat, liegt der Ölpreis auf Eurobasis immer noch ca. 15% unter dem Preis vor einem Jahr. Auch längerfristig scheinen europäische Ölwerte im Vergleich zum Ölpreis zu teuer. Die Zehnjahresregression deutet darauf hin, dass Ölwerte bei einem Brentpreis von aktuell gut 51 Euro pro Barrel eine durchschnittliche Überbewertung von rund 7% aufweisen (aktueller Stand in der Grafik mit rotem Punkt markiert).
Repsol zu teuer - BP zu billig
Bei den Einzelwerten ist die Überbewertung von Repsol bezogen auf den Ölpreis unter den europäischen Ölaktien mit momentan gut 12% am stärksten. Eine Zehnjahresregregression ergibt beim aktuellen Ölpreis einen "fairen" Kurs von knapp 24 Euro, während der Titel momentan bei gut 27 Euro notiert (aktueller Stand in der Grafik mit rotem Punkt markiert). ENI, Total und Royal Dutch weisen ebenfalls Überbewertungen aus, die jedoch nicht so stark ausgeprägt sind, wie beim spanischen Ölmulti. Die einzige europäische Ölaktie, die derzeit unter dem “fairen“ Niveau im Verhältnis zum Ölpreis notiert, ist BP. Die Aktie des britischen Ölkonzerns sollte beim momentanen Ölpreisniveau eigentlich bei rund 9 Euro notieren. Tatsächlich liegt der Aktienkurs aber bei knapp 8 Euro und damit rechnerisch um etwa 14% zu niedrig.
© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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