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Short-Positionen auf Gold mit neuem Rekord!

03.08.2018 | 14:14 Uhr | Frank Schallenberger, LBBW

Performance und Indizes

Die Preise an den Rohstoffmärkten haben zuletzt wieder etwas nachgegeben. Der Bloomberg Commodity Index (Spot) fiel zeitweise unter die Marke von 350 Punkten zurück. Vor allem Energierohstoffe tendierten etwas schwächer. Zum einen gab der Handelsstreit zwischen den USA und China weiterhin Anlass zu Sorge bezüglich der Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Rohstoffnachfrage. Zum anderen wurde aus den USA ein überraschen hoher Öl-Lageraufbau gemeldet.

Die Weizenpreise stiegen dagegen weiter an. Das trockene und sehr heiße Wetter in Europa verschlechtert weiter die Ernteaussichten. Seit Jahresbeginn verzeichnet Weizen unverändert das größte Plus (+21%) im Universum der Rohstoffe des Bloomberg Commodity Index. Dahinter folgen WTI (+14%) und Baumwolle (+13%). Die höchsten Abschläge gab es bei Zink (-22%) und bei Zucker (-32%).



Marktkommentar: Keine Hoffnung mehr für Gold?

Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Mitte April wurde mit 1.365 USD fast noch ein neues Jahreshoch erreicht - seitdem ist der Preis jedoch um über 10% bis auf gut 1.200 USD eingebrochen. Zwei der Hauptbelastungsfaktoren waren sicherlich die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA sowie der festere US-Dollar.



Darüber hinaus haben sich die Investoren zuletzt vom gelben Metall abgewandt. Nachdem die physisch hinterlegten Gold-ETFs ihre Bestände zu Jahresbeginn deutlich aufgestockt hatten, wechselten sie ab Mitte Mai auf die Verkäuferseite.

In den letzten 10 Wochen gaben die ETFs rund 85 Tonnen Gold ab. Die Bestände der ETFs sind damit seit Jahresbeginn nur um rund 20 Tonnen angestiegen. Im Gesamtjahr 2017 lag das Plus noch bei 230 Tonnen. Auch von Seiten der Spekulanten gab es zuletzt deutlichen Gegenwind für das Edelmetall. Seit Mitte Juni ist die Short-Position der Spekulanten um rund 100.000 Kontrakte auf ein neues Rekordhoch von 146.671 Kontrakten angestiegen. Die Spekulanten setzen damit mit einem Volumen von rund 18 Mrd. USD auf einen fallenden Goldpreis.



Auch die Netto-Position (Long-Positionen abzüglich Short-Positionen) der Spekulanten liegt mit über 36.000 Kontrakten mittlerweile deutlich auf der Shortseite. Vor allem eine nachlassende Nachfrage durch die ETFs veranlasst uns, unsere Gold-Prognose nach unten zu korrigieren. Gold-Bullen sollten dennoch die Hoffnung nicht verlieren, deuten doch extreme Positionen der Spekulanten oft auf einen Trendwechsel hin!


© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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