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Jetzt auf Getreide setzen und Gewinne einstreichen

08.06.2018 | 11:01 Uhr | Macro Alerts, WisdomTree

Die 2018 verzeichneten Preiszuwächse bei Weizen, Mais und Sojabohnen von jeweils 18 Prozent,14 Prozent und 6 Prozent (Stand: 18. Mai 2018) markieren einen Wendepunkt auf dem Getreidemarkt. Dieser litt in jüngster Zeit aufgrund der steigenden Lagerbestände unter einem niedrigen Preisniveau. In seinem ersten Ausblick für den Zyklus 2018/2019 (September/August), der am 10. Mai 2018 veröffentlicht wurde, nahm das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im Hinblick auf den Getreidemarkt eine optimistische Einschätzung vor.

Diese positive Tonart hat sich jüngst auch auf dem Terminmarkt niedergeschlagen. So hat die spekulative Positionierung laut Daten der Commodity and Futures Trading Commission ihren höchsten Stand seit August 2017 erreicht. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Prognosen für Agrarrohstoffe und beleuchten, welche Folgen sie für Anleger haben.

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Quelle: USDA, Bloomberg, ETF Securities. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Anhaltspunkt für zukünftige Ergebnisse. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.


Angebotsdefizit bei Mais

Laut Schätzungen des USDA dürfte auf dem globalen Markt für Mais 2018/2019 ein weiteres Angebotsdefizit von 35,8 Millionen Tonnen verzeichnet werden. Wenn sich diese Prognose bewahrheitet, würden die Endvorräte damit den niedrigsten Stand seit der Saison 2012/2013 erreichen, denn es wird erwartet, dass die Nachfrage die voraussichtliche Produktionssteigerung übertrifft. Da die Ölpreise steigen, wird 2018 mehr Mais für die Kraftstoffherstellung als für die herkömmliche Fütterung verwendet. Dies liegt in den Preisanreizen begründet, die das preisgünstigere Mais-Ethanol bietet.

Die Erträge und abgeernteten Ackerflächen werden laut der Prognosen niedriger ausfallen und dürften die US-Ernte in Mitleidenschaft ziehen. Gegenüber der vorherigen Ernte werden deshalb schätzungsweise fast 600 Millionen weniger Bushel eingebracht werden. Die USA dürften jedoch mit einem verschärften Wettbewerb zu kämpfen haben, da die Maisexporte aus der Ukraine und Russland 2018/2019 einen Gesamtwert von 265 Millionen Bushel erreichen werden. Der geringere Maisanbau in China - das Land hatte seine Vorräte bereits 2016/2017 und 2017/2018 abgebaut - wird wahrscheinlich zu einem deutlichen Rückgang der globalen Maisvorräte beitragen.

Gemäß der Prognosen des USDA liegt die globale "Stocks-to-Use-Ratio" (das Verhältnis zwischen Beständen und Verbrauch) aufgrund des Rückgangs der weltweiten Endvorräte von Mais bei 14,5 Prozent, verglichen mit 21,8 Prozent im Vorjahr. Dies wäre die zweitniedrigste globale Stocks-to-Use-Ratio von Mais seit der Saison 1973/1974, was die neue Maisernte anfällig gegenüber schlechten Wetterverhältnissen macht.

Die Maispreise bewegen sich im Verhältnis zur Stocks-to-Use-Ratio auf historisch niedrigen Niveaus, und weil die Maispreise von allen Getreiden bekanntermaßen die stärkste negative Korrelation (0,55) mit der Stocks-to-Use-Ratio aufweisen, gehen wir davon aus, dass diese - ähnlich wie im Jahr 2010 - kräftig zulegen werden. Da bei Mais die große Anbausaison bevorsteht (Juni bis September), befindet sich das Getreide jedoch nach wie vor unter einem erheblichen Preisdruck.

Aus dem letzten Crop-Progress-Report des USDA ging hervor, dass sich die Pflanzung von Mais in diesem Frühjahr auf 62 Prozent verbessert hat und sich damit dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 63 Prozent nähert. Die Keimung von Mais ist ebenso auf 28 Prozent gestiegen (Stand: Mitte Mai) und bewegt sich damit im Einklang mit dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 27 Prozent.

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Quelle: USDA, Bloomberg, ETF Securities. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Anhaltspunkt für zukünftige Ergebnisse. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.


Es werden mehr Sojabohnen als Mais angebaut

Die niedrigen Preise von Agrarrohstoffen haben einen Paradigmenwechsel in den USA eingeleitet. So werden mehr Sojabohnen produziert als die ressourcenintensiven Getreidearten Mais und Weizen.

[pagebreak]Das USDA geht davon aus, dass der Anbau von Sojabohnen die Maispflanzungen im Jahr 2018 um das höchste Niveau übertreffen wird, das jemals verzeichnet wurde. Die globale Produktion von Sojabohnen wird gemäß der Prognosen des USDA steigen, da sich Argentinien von der Dürre erholt. Gleichwohl dürfte ein Großteil des Anstiegs durch den höheren Sojabohnen-Crush und höhere Exporte wieder wettgemacht werden. So werden die globalen Endvorräte von Sojabohnen schätzungsweise um 5,5 Millionen Tonnen zurückgehen.

Nachdem China Strafzölle auf US-Importe von Sojabohnen angekündigt hat, werden die chinesischen Sojabohnen-Importe 2018/2019 laut Prognosen zum ersten Mal seit 15 Jahren rückläufig sein. Gleichzeitig werden die Soja-Anbauflächen in China laut Quellen des chinesischen Landwirtschaftsministeriums um rund 9 Prozent erweitert. Auch wenn diese Maßnahme die Produktion ankurbeln wird, wird China nur etwa 12 Prozent der Sojabohnen anbauen, die es selbst verbraucht.

Da in China eine steigende Nachfrage nach Sojabohnen zu verzeichnen ist, gehen wir nicht davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen den Einfuhrbedarf des Landes beeinträchtigen werden, und erwarten, dass die laufenden Handelsstreitigkeiten beigelegt werden.

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Quelle: USDA, Bloomberg, ETF Securities. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Anhaltspunkt für zukünftige Ergebnisse. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.


Harte Bedingungen für Winterweizen

Weizen war im jüngsten Bericht des USDA nach wie vor das schwache Glied. Seit Anfang 2018 kann ein Großteil der Aufwärtsdynamik bei den Weizenpreisen auf Berichte zurückgeführt werden, die sich mit den harten Bedingungen der Winterweizen-Ernte in Kansas (der US-Bundesstaat mit den wichtigsten Anbaugebieten) und anderen wichtigen Regionen beschäftigten.

Nach derzeitigem Stand befindet sich der Winterweizen in Kansas, Oklahoma und Texas zu jeweils 50 Prozent, 68 Prozent und 60 Prozent in einem schlechten oder äußerst schlechten Zustand. Der Anbaufortschritt bei Winterweizen lag bei 36 Prozent, womit das Getreide hinter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt zurückblieb (41 Prozent). Das USDA überraschte die Anleger jedoch mit seiner Prognose, nach der die Weizenproduktion in den USA aufgrund des starken Anstiegs bei Sommerweizen trotz des schlechten Zustands von Winterweizen um 5 Prozent zulegen soll.

Auch wenn die Weizenernte in Russland laut Prognosen um 15 Prozent geringer ausfallen soll, wird davon ausgegangen, dass die globalen Weizenvorräte nur 2 Prozent hinter dem 2017/2018 verzeichneten Allzeithoch zurückbleiben werden. Schätzungen zufolge werden die globalen Endvorräte 2018/2019 mit 955 Millionen Bushel niedriger ausfallen. Diese Entwicklung wäre positiv und würde ein Vierjahrestief markieren.


Wie Anleger ein Engagement in Agrarrohstoffen aufbauen können

Aufgrund der starken Entwicklung des Getreidemarkts im Jahr 2018 ist der Continuous Commodity Futures Price Index (CCI Index) - der eine hohe Allokation in Getreide und Agrarrohstoffen (47 Prozent) aufweist - um 3,27 Prozent gestiegen (Stand: 18. Mai 2018).

Das Unterscheidungsmerkmal des CCI Index ist seine niedrigere Volatilität im Vergleich zu anderen Rohstoffindizes. Dies liegt darin begründet, dass er eine geringere Gewichtung des volatilen Energiesektors aufweist. Darüber hinaus tendieren die Indexpositionen auf der Forward-Kurve zu den nächsten sechs Monaten, wodurch sich die Volatilität verringert und die negative Rollrendite gemildert wird. Im Unterschied zu den großen Rohstoffindizes nimmt der CCI Index täglich Umschichtungen vor, um die Gewichtungen konstant zu halten.

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Quelle: USDA, Bloomberg, ETF Securities. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Anhaltspunkt für zukünftige Ergebnisse. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.


Wie aus der Grafik hervorgeht, leisteten Energie, Getreide und Kakao in diesem Jahr einen positiven Beitrag zur Spotrendite. Für Anleger, die ein Engagement in Getreide und Agrarrohstoffen aufbauen möchten, bietet der CCI Index ein diversifiziertes Engagement in Rohstoffen. Gleichzeitig behält der Index seine Ausrichtung auf Getreide und Agrarrohstoffe bei.


© Aneeka Gupta
WisdomTree



Den Original-Disclaimer können Sie in englischer Sprache hier nachlesen.


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