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AGEB: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2016

02.03.2017 | 13:03 Uhr | AGEB

Energieverbrauch legt 2016 erneut leicht zu

Der Energieverbrauch in Deutschland erreichte 2016 nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) eine Höhe von 13.383 Petajoule (PJ) oder 456,7 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 1,1%.

Der Zuwachs geht auf ein Bündel von Faktoren zurück. So trug dazu die positive Wirtschaftsentwicklung (+1,9%) ebenso bei, wie die Bevölkerungszunahme (+0,8 Mio. Menschen) und die gegenüber dem Vorjahr kühlere Witterung und der damit verbundene höhere Heizenergiebedarf.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass 2016 ein Schaltjahr mit einem zusätzlich "energieverbrauchenden" Tag war. Bereinigt um den Witterungseffekt wäre der Energieverbrauch im vergangenen Jahr schätzungsweise nur um rund 0,6% gestiegen; einschließlich des Schaltjahreffektes dürfte der Zuwachs 0,4% betragen haben.

Gemessen an den Ursprungswerten hat sich die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr etwa halbiert (0,7% versus 1,3%). Temperaturbereinigt und den Schaltjahreffekt berücksichtigend bewegte sie sich mit etwa 1,5% noch immer deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 2%.

Mit Ausnahme der erneuerbaren Energien (+2,8%), des Mineralöls (+1,5%) und (vor allem temperaturbedingt) des Erdgases (+9,5%) nahm der Verbrauch aller übrigen Energieträger mehr oder weniger kräftig ab. So sank die nukleare Stromerzeugung mit 7,8% am stärksten. Der Verbrauch an Steinkohlen ging 2016 um reichlich 5% und derjenige der Braunkohle um knapp 3% zurück.

Mit einem Anteil am Primärenergieverbrauch von 34% blieb das Mineralöl nach wie vor der wichtigste Energieträger, gefolgt vom Erdgas, das seinen Anteil auf nahezu 23% steigern konnte. An dritter Stelle rangierten die erneuerbaren Energieträger mit einem Anteil von inzwischen 12,6% - vor der Steinkohle mit 12,2% und der Braunkohle mit 11,4%. Der Anteil von Kernenergie sank 2016 auf unter 7%.

Die Veränderungen bei den erneuerbaren Energien verliefen auch 2016 sehr unterschiedlich: Während die Wasserkraft mit einem Plus von fast 11 % und die Geothermie mit rund 9% ihren Verbrauch kräftig erhöhten und die Biomasse wie die (biogenen) Abfälle noch um knapp 4% bzw. um fast 5% zulegten, ging die Nutzung der Windenergie angesichts der ungünstigeren Windverhältnisse um reichlich 2% und diejenige der Solarenergie um leicht über 1% zurück.

Insgesamt fiel der Verbrauchsanstieg der erneuerbaren Energien im Jahr 2016 deutlich schwächer aus als im Vorjahr.

Anders als der Primärenergieverbrauch ist der Bruttostromverbrauch im Jahr 2016 weitgehend konstant geblieben: Mit rund 595 Mrd. kWh war er lediglich 0,1% niedriger als im Vorjahr. Dabei wurde der bisherige Höchstwert von etwa 621 Mrd. kWh im Jahr 2007 um 4,3% unterschritten.

Die gesamtwirtschaftliche Stromproduktivität, die sich in den Jahren von 1990 bis 2015 im jährlichen Mittel um gut 1% erhöht hatte, verbesserte sich 2016 mit 1,9% mit einer fast doppelt so hohen Rate.

Auch die Bruttostromerzeugung 2016 blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (+0,2% auf 648 Mrd. kWh).

Spürbar geändert hat sich dagegen die Struktur der Stromerzeugung nach Energieträgern: Während sich die Stromerzeugungsanteile beim Einsatz von Kernenergie, Braunkohle und Steinkohle deutlich verminderten und bei den erneuerbaren Energieträgern nur ein leichtes Plus aufwiesen, kam es beim Erdgas mit einem Anstieg der Stromerzeugung um rund 30% zu einer beträchtlichen Ausweitung des Erzeugungsanteils (von 9,6% auf 12,4%).

Die erneuerbaren Energien behielten mit einer Erzeugung von insgesamt 188 Mrd. kWh bzw. einem Erzeugungsanteil von reichlich 29% vor der Braunkohle (23,1%), der Steinkohle (17,2%), der Kernenergie (13,1%) und dem Erdgas (12,4%) ihre Spitzenposition.

Bei weitgehend unveränderten Werten der Bruttostromerzeugung und des Bruttostromverbrauchs erhöhten sich die Überschüsse beim Stromaustausch mit dem Ausland 1 auf ein neues Rekordniveau von knapp 54 Mrd. kWh (2015: fast 52 Mrd. kWh).


Die aktuelle Ausgabe des Berichts der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ist jetzt abrufbar: "Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2016"


© Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.



Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurde 1971 in Essen von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei auf dem Gebiet der energiewirtschaftlichen Forschung tätigen Instituten gegründet. 2004 erfolgte eine Umgründung in einen Verein. (www.ag-energiebilanzen.de).


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