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Tiberius Asset Management AG: Kapitalmarkt Ausblick 2017

08.12.2016 | 7:00 Uhr |

Prognosen 2017: Makro-Prognosen

Rückblick

Bei unseren Makro-Prognosen für das Jahr 2016 hatten wir erwartet, dass die Weltwirtschaft moderat wächst und die US-Ökonomie hierbei eine führende Rolle einnimmt. Der private Verbrauch sollte die tragende Säule der US-Volkswirtschaft sein und die Teuerungsraten im Zuge des festen Arbeitsmarkts nach oben tendieren. Des Weiteren waren wir für Europa davon ausgegangen, dass auch hier die konjunkturellen Vorzeichen positiv bleiben, wenn auch die Wachstumsdynamik wegen struktureller Probleme und verschiedener Krisen gegenüber den USA abfällt.

Mit dieser Einschätzung lagen wir im Wesentlichen richtig. Trotzdem wurden wir in einem für die Finanzmärkte wichtigen Aspekt eines Besseren belehrt. Denn im Zuge der von China ausgehenden Finanzmarktturbulenzen im Januar und Februar kam es zu einem weiteren Verfall der Rohölpreise, die im Februar dann ihren Tiefpunkt erreichten, und auch die Preise einiger Agrarrohstofe durchliefen im ersten Halbjahr einen Talboden. In der Folge stiegen die Inlationsraten 2016 nicht in dem Maße an wie von uns erwartet, auch wenn die US-Kerninlationsrate leicht nach oben kletterte.

Dieser durch den Rückgang der Rohstofpreise zurückgehaltene Inlationsdruck ermöglichte es den Notenbanken, ihre außergewöhnlich expansive Geldpolitik fortzusetzen. So verzichtete die Fed auf einen zweiten Zinsschritt nach oben und die EZB weitete im März ihr monatliches Wertpapier-Kaufprogramm auf 80 Mrd. EUR aus und senkte ihren Leitzins auf 0,00% und ihren Einlagenzins auf -0,40%.

Aufgrund dieser Entwicklung lagen wir in unseren Finanzmarkt-Prognosen teilweise deutlich daneben. Insbesondere hatten wir mehrere Zinserhöhungen der Fed erwartet und damit einhergehend einen Anstieg der Langfristzinsen in den USA und Europa sowie eine erneute Stärkephase des US-Dollar.

Die 10J-Zinsen gingen dagegen zurück und ielen in der Eurozone aufgrund des verstärkten EZB-Kaufprogramms und der Brexit-Entscheidung im Juni sogar in den negativen Bereich, den sie bis Oktober kaum mehr verließen. Und der US-Dollar zeigte aufgrund der ausgebliebenen Fed-Zinserhöhungen keine Stärke, sondern verlor vielmehr bis April ungefähr 7% gegenüber dem Euro, auch wenn er diese Verluste dann wieder bis Oktober aufholte.

Für die Aktienmärkte hatten wir wegen positiver Konjunkturaussichten einen moderaten Kursanstieg prognostiziert. Der durch den chinesischen Aktienmarkt induzierte kräftige Kurseinbruch zu Jahresbeginn mit Verlusten der Aktienindices von deutlich über 10% stellte diese Prognose frühzeitig in Frage. Aber mit der Kurserholung der Dividendenpapiere seit dem Februar-Tief näherten sich die Notierungen wieder unseren Prognosewerten an, insbesondere am US-Aktienmarkt.

Für die Rohstofmärkte prognostizierten wir ein Kursplus von 15%. Trotz eines schwachen Jahresauftakts 2016 notierte der Bloomberg Commodity Index im Sommer 2016 rund 15% im Plus. Auch Rohöl (WTI) machte Anstalten, die Marke von 60 USD erobern zu wollen - ausgehend von Tiefstpreisen von 26 USD pro Fass im Februar, ein Preisaufschlag von 100%. Der massive Contango führte jedoch dazu, dass der Excess Return, d.h. der Ertrag für den Anleger, deutlich geringer ausiel. Unsere zu optimistische Einschätzung der US-Zinsentwicklung führte dagegen zu Prognosefehlern für das Segment der Edelmetalle.

In der Folge lagen unsere Schätzungen für die Goldpreisentwicklung deutlich zu tief. Richtig dagegen lagen unsere optimistischen Prognosen bei Zink und Zucker, sowie unsere pessimistische Einschätzung für Benzin und Lebendrind. Auch wenn der Rohstofmarkt die Zugewinne von +15% nicht halten konnte, so scheint die Trendwende doch geschaft und eine Bodenbildung abgeschlossen. 2016 entwickelten sich Rohstoffe erstmalig wieder besser als Aktien.


Prognosen

Die Wachstumsaussichten für das Jahr 2017 sind positiv. Die USA haben dabei alle Voraussetzungen, weiterhin die Rolle eines Wachstumsmotors auszufüllen. Denn die US-Volkswirtschaft ist in ihrem konjunkturellen Zyklus in einer Phase, in der auch nach sieben Jahren Aufschwung noch Potenzial für stärker steigende Löhne und Gehälter sowie einen weiteren Beschäftigungszuwachs besteht. Vom festen Arbeitsmarkt werden demnach wachstumsstützende Efekte auf vermutlich noch längere Sicht kommen. Die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren zeigen leicht nach oben und die Geldpolitik ist nach wie vor stimulierend.


Der komplette "Kapitalmarkt Ausblick 2017" ist hier (PDF, 6,66 MB) abrufbar.


© Tiberius Asset Management AG


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