Zentralbanken verkaufen weniger Gold
29.09.2008 | 19:00 Uhr |
Hahn, Rainer
RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Gold unter 900 USD
In den letzten Jahren haben die Europäischen Zentralbanken kräftig Gold verkauft, was sich nachdrücklich auch negativ auf den Goldpreis auswirkte. So kam es in den letzten zwölf Monaten insgesamt zu Verkäufen von rund 343 Tonnen Gold. Dennoch ist dies die niedrigste Verkaufssumme innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Jahr zuvor lag die Abgabemenge noch bei 475,8 Tonnen Gold.
Gemäß einem Goldabkommen (Central Bank Gold Agreement) vom März 2004 dürfen die Zentralbanken bis zu 500 Tonnen Gold innerhalb eines Jahres verkaufen. Das Abkommen ist zeitlich auf fünf Jahre ausgelegt. Es wurde unterzeichnet, um den Goldpreis langfristig zu stabilisieren.
So hat die Schweizer Nationalbank (SNB) im letzten Jahr 137 Tonnen Gold verkauft. Bereits im letzten Herbst wurden 113 Tonnen Gold abgegeben. Damit haben die Schweizer den geplanten Verkauf von 250 Tonnen Gold abgeschlossen, wie heute mitgeteilt wurde. Ein weiterer Abbau des Goldbestandes sei nicht geplant. Die SNB verfügt insgesamt noch über 1.040 Tonnen an Gold. Der Verkauf wurde getätigt, um die Devisenreserven des Landes aufzustocken.
Die Beratungsfirma GFMS (Gold Fields Mineral Service) prognostiziert für das Jahr 2008 Goldverkäufe der Zentralbanken in Höhe von 269 Tonnen. Dies wäre der niedrigste Stand seit dem Jahr 1995.
Im Gegensatz zu den Verkäufen der Notenbanken kam es in den letzten zwölf Monaten zu einem Anstieg der Käufe von ETF′s (Exchange Traded Funds) in Höhe von 33 Prozent auf ein Rekordniveau von 1.056,7 Tonnen. Damit nehmen die ETF′s in der Zwischenzeit eine wichtige Rolle im Goldhandel ein. Zahlreiche Analysten sprechen bereits davon, dass Exchange Traded Funds immer mehr die Rolle einer "Zentralbank des Bürgers" spielen.
Da der Trend zu weiteren Käufen über ETF ´s anhalten sollte und gleichzeitig die Zentralbanken weniger Gold verkaufen, sollte dies mittelfristig einen positiven Effekt auf den Goldpreis haben.