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Abverkauf bei Metallen

06.12.2017 | 10:53 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise erwiesen sich gestern als Fels in der Brandung. Während die Preise für Industriemetalle und Edelmetalle teilweise massiv unter Druck standen (siehe nachfolgende Texte), legten die Preise für Brent und WTI sogar leicht zu. Brent stieg auf gut 63 USD je Barrel, WTI auf knapp 58 USD je Barrel. Preisunterstützend sind der Rückgang der OPEC-Ölproduktion und die deutliche Übererfüllung der Produktionskürzungen im November, die von den Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg am Montag berichtet wurden (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern).

Dass diese Produktionskürzungen teilweise unfreiwillig erfolgt sind bzw. auf Sonderfaktoren beruhen, wird dabei ausgeblendet. So dürfte die Produktion im Irak und in Angola wieder steigen, sobald sich die Lage im kurdischen Teil des Irak normalisiert hat und die Wartungsarbeiten in Angola beendet sind. Das API berichtete am Abend einen unerwartet kräftigen Abbau der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 5,5 Mio. Barrel, wofür geringere Importe verantwortlich zeichneten. Die Lagerbestände in Cushing fielen um 2 Mio. Barrel.

Möglicherweise hat hier die Schließung der Keystone-Pipeline nochmals eine Rolle gespielt. Dem standen allerdings ein noch stärkerer Anstieg der Benzinvorräte um 9,2 Mio. Barrel und ein ebenfalls kräftiger Aufbau der Destillatebestände um 4,3 Mio. Barrel gegenüber. Das US-Energieministerium veröffentlicht die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Neben den Lagerbeständen dürfte auch die US-Rohölproduktion im Fokus stehen. Diese dürfte weiter gestiegen sein und möglicherweise erstmals auf Basis der Wochendaten das Niveau von 9,7 Mio. Barrel pro Tag erreicht haben.


Edelmetalle

Gold ist gestern unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie gerutscht, wobei die zu befürchteten technischen Anschlussverkäufe aber ausblieben. Mit gut 1.260 USD je Feinunze handelte Gold dennoch auf einem 2-Monatstief. Heute Morgen notiert es knapp 10 USD höher. Außer dem etwas festeren US-Dollar lassen sich keine überzeugenden Gründe für den Preisrückgang finden, zumal die Aktienmärkte und Anleiherenditen gefallen sind.

Wir vermuten, dass sich spekulative Finanzanleger bei Gold zurückgezogen haben, nachdem sie bis Ende November ihre Netto-Long-Positionen nochmals deutlich ausgeweitet hatten. Immerhin geben Meldungen aus den USA dem Preis etwas Unterstützung, wonach US-Präsident Trump die US-Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen und die Stadt als zukünftige Hauptstadt Israels anerkennen will. Dies könnte für neuen Zündstoff in der Region sorgen. Silber ist gestern erneut stärker als Gold gefallen und handelt nur noch knapp über der Marke von 16 USD je Feinunze. Dies ist der tiefste Stand seit 4½ Monaten. Entsprechend ist das Gold/Silber-Verhältnis weiter auf fast 79 gestiegen.

Platin ist im Einklang mit Gold auf rund 915 USD je Feinunze gefallen. Palladium hat sich dagegen etwas besser gehalten und handelt bei rund 990 USD je Feinunze. Die Stärke von Palladium ist für uns nicht gerechtfertigt. Gestern gab es bei den Palladium-ETFs den größten Tagesabfluss seit Mitte Januar (34,5 Tsd. Unzen). In diesem Quartal wurden die Bestände um 178 Tsd. Unzen reduziert, seit Jahresbeginn um 316 Tsd. Unzen. Letzteres entspricht in etwa dem Anderthalbfachen der monatlichen russischen Palladiumproduktion.



Industriemetalle

Sorgen über China sowie Gewinnmitnahmen spekulativer Finanzanleger führten gestern bei den meisten Industriemetallen zu einem spürbaren Preisrückgang. Kupfer fiel zeitweise um 4,5% auf ein 2-Monatstief von rund 6.500 USD je Tonne. Nickel gab noch etwas stärker nach und notierte bei 10.800 USD je Tonne ebenfalls auf einem 2-Monatstief. Beide Metalle haben gestern die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie unterschritten, was zu technischen Anschlussverkäufen führte und die Preiskorrektur noch verstärkte.

Der Preisrückgang setzt sich heute Morgen fort, wozu auch die schwachen asiatischen Aktienmärkte beitragen. Diesmal sind es Zink und Blei, die am stärksten nachgeben. Wie schon Kupfer und Nickel gestern rutscht Zink heute Morgen unter die 100-Tage-Linie, was den Preisrückgang beschleunigen könnte. An der SHFE in Shanghai werden heute die Verluste der Metalle in London nachvollzogen.

In Chile hat sich die Kupferproduktion mittlerweile vollständig von den streikbedingten Ausfällen im Februar und März erholt. Daten des nationalen Statistikinstituts INE zufolge wurden im Oktober rund 513 Tsd. Tonnen Kupfer produziert, 13% mehr als im Vorjahr. Dies war zugleich die bislang höchste Menge in einem Monat in diesem Jahr. Kumuliert seit Jahresbeginn betrachtet wird der Rückstand zum Vorjahr zwar seit Monaten verringert, dürfte aber bis zum Jahresende nicht mehr komplett wettgemacht werden.


Agrarrohstoffe

Der Sojabohnenpreis in Chicago stieg gestern um 1%, überschritt die Marke von 1.000 US-Cents je Scheffel, und notiert auf dem höchsten Stand seit Ende Juli. Der Preis profitiert von der trockenen Witterung in Argentinien. Die Getreidebörse Buenos Aires rechnet mit einer unveränderten Sojabohnenfläche von rund 18 Mio. Hektar. Derzeit ist aber erst die Hälfte der erwarteten Anbaufläche eingesät, was deutlich weniger ist als im Vorjahr. Der Feuchtigkeitsmangel schürt auch Sorgen vor Ertragseinbußen.

In diesem Zusammenhang sorgte gestern für Unruhe, dass die australische Wetterbehörde den Schwellenwert für ein La Niña-Phänomen überschritten sieht. Dieses geht oft mit trockenerer Witterung in Teilen Südamerikas einher. Noch allerdings ist es zu früh für klare Aussagen zu den Auswirkungen, zumal alle Klimamodelle darauf hindeuten, dass allenfalls mit einem kurzen und milden Verlauf von La Niña zu rechnen ist.

Argentinien ist nach den USA und Brasilien der drittgrößte Produzent von Sojabohnen und der größte Exporteur von Sojamehl und Sojaöl. Von einem geringeren Angebot aus Südamerika - auch in Brasilien dürfte die nächste Ernte nicht mehr das Rekordniveau der letzten Ernte erreichen - könnten besonders die US-Anbieter profitieren. Sie haben vor kurzem ihre Ernte 2017/18 abgeschlossen, die rekordhoch ausgefallen sein soll. Die Sojabohnenverkäufe ins Ausland waren dynamisch in die Saison gestartet, sind auf kumulierter Basis inzwischen aber unter das Vorjahresniveau gefallen.


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