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OPEC-Produktion fällt auf 6-Monatstief

05.12.2017 | 11:11 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise bröckeln weiter ab. Brent fällt am Morgen auf 62,2 USD je Barrel, WTI auf 57,2 USD je Barrel. Wir führen den Preisrückgang auf Gewinnmitnahmen spekulativer Anleger zurück. Diese hielten vor der OPEC-Sitzung nahezu rekordhohe Netto-Long-Positionen. Im Vergleich zur letzten Sitzung vor sechs Monaten fällt der Preisrückgang diesmal gering aus. Das Beharrungsvermögen der Finanzanleger verhindert bislang eine stärkere Preiskorrektur. Zwar sanken die Netto-Long-Positionen bei Brent in der Woche zum 28. November die dritte Woche in Folge. Der kumulierte Abbau um 20 Tsd. Kontrakte ist aber zu gering, um nennenswerten Druck auf die Preise auszulösen.

Die gestern Abend von Reuters und Bloomberg veröffentlichten Umfragen zur OPEC-Produktion dürften kaum für stärkere Verkäufe sorgen. Denn laut beiden Umfragen sank die OPEC-Fördermenge im November auf ein 6-Monatstief von weniger als 32,5 Mio. Barrel pro Tag. Die Umsetzung der Produktionskürzungen lag in beiden Umfragen bei deutlich über 100%. Die meisten Länder förderten unterhalb ihrer Zielvorgabe. In Angola fiel die Produktion wegen Wartungsarbeiten deutlich.

Zu unterschiedlichen Einschätzungen kamen Reuters und Bloomberg bei der Ölproduktion im Irak. Laut Reuters ist die Produktion dort weiter gefallen, laut Bloomberg hat sie sich vom Rückgang im Oktober erholt. Behält die OPEC ihr Produktionsniveau vom November bei, wäre der globale Ölmarkt ab dem zweiten Quartal 2018 ausgeglichen. Im ersten Quartal 2018 droht aber nach wie vor ein Überschuss von 500 Tsd. Barrel pro Tag, was für eine baldige Preiskorrektur spricht.



Edelmetalle

Der Goldpreis hat sich gestern bei rund 1.275 USD je Feinunze gefangen und notiert auch heute Morgen noch auf diesem Niveau, nachdem die anfängliche Euphorie über die US-Steuerreform wieder verflogen war. Die US-Aktienmärkte gaben gestern ihre Gewinne vom Handelsbeginn im Tagesverlauf wieder ab und auch die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kam nach einem ersten Sprung nach oben anschließend zurück.

Nachdem schon in den USA in den letzten Monaten die Nachfrage nach Goldmünzen schwach ausfiel (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 1. Dezember), zeigte sie sich im November auch in Australien verhalten. Daten der australischen Münzanstalt (Perth Mint) zufolge wurden im letzten Monat in Australien 23,9 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft. Dies war fast die Hälfte weniger als im Vormonat. Offenbar haben die stark gestiegenen Goldpreise - in Australischen Dollar gerechnet war Gold Mitte November auf ein 5-Monatshoch gestiegen - für Kaufzurückhaltung gesorgt.

Dennoch waren die Münzabsätze in Australien doppelt so hoch wie in den USA. Für die Verkäufe von Silbermünzen zeichnet sich fast das gleiche Bild. Während sich Gold gestern stabilisierte, kamen die anderen Edelmetalle stärker unter Druck. Silber zeigt dabei schon seit einigen Tagen eine ausgeprägte Schwäche, was sich im Gold/Silber-Verhältnis widerspiegelt: Es liegt mit über 78 auf dem höchsten Stand seit fünf Monaten.

Am stärksten verlor gestern Palladium, das zeitweise unter die Marke von 1.000 USD je Feinunze rutschte. Der Preisrückgang ging mit einem Abbau der ETF-Bestände von 12,7 Tsd. Unzen einher. Dies war der vierte große Tagesabfluss innerhalb von 2 Wochen.


Industriemetalle

In Japan haben letzte Woche die Verhandlungen über die physische Quartalsprämie für Aluminium begonnen. An den Gesprächen beteiligte Personen berichten, dass die Aluminiumhersteller von den japanischen Konsumenten für das erste Quartal 2018 einen Aufschlag von 110-118 USD je Tonne auf den LME-Preis verlangen. Dies wären bis zu 24% mehr als im aktuellen Quartal. Die Produzenten begründen die höheren Forderungen vor allem mit steigenden bzw. stabilen Prämien in den USA und in Europa sowie mit den Produktionskürzungen in China während der Wintermonate.

Die japanischen Aluminiumverarbeiter haben die Forderungen zurückgewiesen und wollen angeblich nur eine Prämie von rund 100 USD je Tonne zahlen. Unterdessen setzt sich der Abbau der LME-Aluminiumvorräte fort, wobei sich die Dynamik in den letzten Monaten etwas verlangsamt hat. Seit 3½ Monaten wird deutlich weniger Material zur Auslieferung aus den Lagerhäusern angefordert als zuvor. Mit rund 1,1 Mio. Tonnen liegen die Vorräte aktuell auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 2008. Seit Jahresbeginn haben sie sich halbiert.

Der Abbau der Bestände ist in allen Regionen (Asien, Europa, USA) zu beobachten. Wir führen ihn aber nicht nur auf die gute Nachfrage zurück. So dürfte auch Material aus den relativ teuren LME-Lagerhäusern in Nicht-LME-Lagerhäuser umgeschichtet worden sein. Ein Beispiel hierfür sind die SHFE-Lagerhäuser in China. Dort haben sich die Aluminiumvorräte seit Jahresbeginn auf ein Rekordhoch von gut 700 Tsd. Tonnen versiebenfacht.


Agrarrohstoffe

Der Preis für Kaffee Arabica setzt seinen Pfad des "zwei Schritte vorwärts, einen zurück" fort und kann sich bisher nicht dauerhaft über der Marke von 130 US-Cents je Pfund etablieren. Der Robusta-Preis schwankt in den letzten Tagen um 1.750 USD je Tonne. Die massive Abwärtsbewegung seit dem Sommer sollte damit beendet sein. Denn die Erwartung einer hohen Robusta-Ernte in Vietnam (gerade angelaufen) sowie die Aussicht auf eine deutlich bessere Robusta-Ernte auch in Brasilien im nächsten Jahr ist damit bereits eingepreist.

Die Ausgangslage für den Kaffeemarkt insgesamt stellt sich für 2017/18 entspannter dar, nachdem die Internationale Kaffeeorganisation ICO für 2016/17 statt eines Defizits doch einen kleinen Überschuss meldete. Preisstützend wirkt derzeit aber, dass die globalen Kaffeeexporte deutlich ins Stocken geraten sind. Laut der ICO lagen sie im Oktober 11,4% unter Vorjahr, im September sogar 15%. September war der letzte Monat der Saison 2016/17, in der trotz des schwachen Endes rekordhohe 122,5 Mio. Sack exportiert wurden, 4,8% mehr als in der Saison zuvor. Dies hatte die Bestände in den Produzentenländern stark abschmelzen, die in den Verbraucherländern allerdings stark anwachsen lassen.

Trotz der enttäuschenden letzten Ernten in den beiden größten Kaffeeproduzentenländern Vietnam und Brasilien kam somit kein Gefühl von Knappheit am Markt auf. Bleiben die Exporte in den nächsten Monaten noch schwach, dürfte dies den Preisen zumindest etwas aufhelfen.


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