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Palladium bricht Rekorde

13.11.2017 | 10:31 Uhr | Fischer, Martina, Heraeus
Steigende Anleiherendite drückt auf Goldpreis

Der Goldpreis konnte letzte Woche keine klare Richtung aufweisen und erhielt zu Beginn der Woche unter anderem durch einen schwachen US-Dollar und dann später auch durch sinkende Aktienpreise zunächst etwas Rückenwind, bevor das gelbe Metall dann am Freitagnachmittag innerhalb von kürzester Zeit massiv an Wert verlor. Der aktivste Gold Kontrakt mit Auslieferung im Dezember verlor aufgrund von steigenden Anleiherenditen um mehr als 1% an Wert und der Gold Schlusskurs wurde mit 1.276 $/oz festgesetzt, 14 $/oz unter dem am Donnerstag bereits erreichten 3-Wochen-Hoch.

Da die Woche selbst nur wenig ereignisreich war, wurden die anfänglichen Gewinne im Gold hauptsächlich mit dem schwachen US-Dollar begründet, der aufgrund von Spekulationen über eine Verzögerung in der Einführung der US Steuerreform abwertete. Die Republikaner rechnen mit einer Verzögerung der Steuerreform von einem Jahr, was Analysten zufolge der Fed weniger Spielraum für Zinserhöhungen in 2018 gibt und damit den Goldpreis unterstützt.

Die letzte Woche vom World Gold Council (WGC) veröffentlichten Daten zum Goldbedarf im dritten Quartal 2017 zeigten eine um 915 Tonnen schwächere Nachfrage für die Monate Juli und September. Das ist der seit 2010 niedrigste Bedarf nach Gold, der hauptsächlich auf einen geringen Absatz in der Schmuckindustrie zurückzuführen ist. Für die aktuelle Handelswoche sehen wir charttechnische Unterstützung bei 1.278 $/oz (100 Tage-gleitender Durchschnitt) und Widerstand bei 1.290 $/oz.


Silber mit Höhen und Tiefen

In der letzten Handelswoche zeigte sich Silber volatil und eröffnete bei 16,91 $/oz. Am Dienstag stieg der Preis bis auf 17,32 $/oz an, verlor jedoch bis zum Wochenende wieder an Wert und schloss Freitagabend bei 16,91 $/oz. Silber wird in den nächsten Jahren weiterhin von einer robusten industriellen Nachfrage profitieren.

Die Photovoltaik Industrie wird in naher Zukunft ohne Substitutionen weiter wachsen können und die Nachfrage nach neuem Ethylenoxid wird jedes Jahr weitere 10 Millionen Unzen Silber benötigen. Die aktuell geringe Investmentnachfrage drückt jedoch auf den Silberpreis, was den in 2017 starken Aktienmärkten und den unter anderem auch am Freitag anziehenden Realzinsen geschuldet sein dürfte. Aktuelle Verkaufszahlen der US Silver Eagle sind gegenüber letztem Jahr um fast die Hälfte gesunken. Für die aktuelle Handelswoche sehen wir charttechnische Unterstützung bei 16,93 $/oz und Wiederstand bei 17,21 $/oz.


EU Vorgaben sorgen weiterhin für trübe Aussichten im Platinpreis

Die Stimmung unter den europäischen Automobilherstellern spiegelt sich derzeit im Platinpreis wider. Platin konnte in der vergangenen Woche einen leichten Wertzuwachs verzeichnen. Diese Wertbewegung ist allerdings erneut primär auf die Korrelation mit dem Goldpreis zurückzuführen, welcher wiederum durch einen schwächeren US-Dollar an Fahrtwind gewann und somit die anderen Metalle mit nach oben zog. Nach wie vor gibt es derzeit keine signifikanten Nachfragebewegungen im Platin, die etwaige Kurssteigerungen begründen würden.

Heute Morgen handelt Platin bei rund 1.000 $/oz. Bei den jüngsten Meldungen aus der Automobilindustrie ist Letzteres auch nicht verwunderlich: die Europäische Kommission hat zwei Tage nach Beginn des Klimagipfels in Bonn vorgeschlagen, den Ausstoß der Automobilbranche bis 2030 um 30% zu senken.

Der europäische Herstellerverband (Acea) verlangt eine Senkung auf 20%, da laut Acea allein die 20% Marke nur mit gerade noch akzeptablen Kosten erreicht werden könnte. Auch die deutsche Automobilindustrie übt derzeit Kritik über die herausfordernden EU-Vorgaben, da diese die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb stark belasten. Bereits heute ist der Anteil der Dieselmodelle bei den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland zum ersten Mal unter die 35% - Marke gefallen.


Palladium bricht Rekorde

Die Erfolgsstory von Palladium scheint kein Ende zu nehmen. Palladium handelt konstant höher und brilliert weiterhin mit einer beachtlichen Preisentwicklung. In diesem Jahr konnte das Metall bereits mit einer Wertsteigerung von über 50% überzeugen. Auch in der vergangenen Berichtswoche hat Palladium nochmal kräftig an Wert gewonnen. Palladium erreichte letzte Woche sein Wochenhoch bei 1.030 $/oz, um dann am Freitag einen Schlusskurs von 999 $/oz zu erzielen. Somit erreicht Palladium ein Preisniveau, welches das Metall zuletzt Anfang 2001 erreicht hatte.

Analog befinden sich sowohl Schwammprämien als auch Finanzierungskosten im Palladium unverändert auf sehr hohem Niveau, welche die Preisentwicklungen nur zusätzlich unterstützen. Im Gegensatz zu Platin gibt es allerdings genügend greifbare Gründe, die den Preisanstieg rechtfertigen.

Fakt ist: wie bereits mehrfach von uns erwähnt, kaufen im Moment Autofahrer verstärkt Benziner - zu Gunsten von Palladium und zum Nachteil von Platin. Es wird davon ausgegangen, dass die globale Nachfrage nach Palladium das Angebot um über 8 Mio. Unzen in diesem Jahr übersteigen wird. Mittelfristig bleiben Analysten also weiterhin "bullish" im Ausblick für den Palladiumpreis.


Preisdruck im Rhodium hält an; Ruthenium mit moderatem Preisanstieg; Iridium mit erhöhter Nachfrage

Das starke Rhodium Verkaufsinteresse hat prinzipiell die gesamte Handelswoche Bestand gehabt, obwohl es durchaus schon Kaufinteresse seitens Verbraucher und Anwender gegeben hat. Allerdings war der Überhang noch zu stark, um den Preis auf einem höheren Niveau schon abzufangen. Zum Ende der Berichtswoche gab es aber größere Eindeckungen. Auch der Verkaufsdruck potentieller Verkäufer, die bisher in einem illiquiden Markt agieren mussten, hat sich deutlich abgeschwächt.

Es sieht daher aktuell so aus, als ob der Preis nun einen Boden gefunden hat und daher können wir uns erst einmal eine Seitwärtsbewegung vorstellen – mittelfristig sogar wieder festere Kurse. Finanzierungsseitig ist die Lage weiterhin angespannt und die Raten liegen auf einem sehr hohen Level. Ruthenium hat sich im Laufe der Woche etwas beruhigt, da die Käufer auf dem inzwischen sehr hohen Preis nicht mehr so einfach zugegriffen haben wie bisher.

Die leicht höhere Verfügbarkeit hat natürlich auch zu der verbesserten Situation beigetragen. Sollten sich aber die bisher unbestätigten Meldungen neuer Anwendungen als richtig erweisen, könnte die Nachfrage in diesem Markt noch einmal anziehen und einen weiteren Preisanstieg zur Folge haben. Iridium hat in der Berichtswoche wieder höhere Nachfrage erfahren als zuletzt.

Noch scheint es für einen Preisanstieg in naher Zukunft zu früh zu sein, aber sollte dieser Trend anhalten, dann könnte das mittelfristig passieren. Auch wenn der Preis nun längere Zeit unbewegt war, sollte die allgemeine sehr positive Wirtschaftslage speziell in diesem Metall mit vielen Anwendungen nicht unterschätzt werden.


© Youn-Chong Choi, Manager - Precious Metals Solutions
Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH



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