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Märkte vor richtungsweisender Woche

30.10.2017 | 11:31 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Rallye am Ölmarkt setzt sich ungebremst fort. Brent übersprang am Freitag erstmals seit Juli 2015 die Marke von 60 USD je Barrel und notierte am Morgen bereits bei knapp 61 USD. WTI steigt im Schlepptau auf ein 8-Monatshoch von 54 USD je Barrel. Die Hausse nährt die Hausse. Neue Nachrichten, die den weiteren Preisanstieg erklären könnten, gab es nicht. Es reicht schon die Wiederholung bereits bekannter Nachrichten, damit die Preise weiter steigen.

So bekräftigte der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman am Wochenende die Bereitschaft seines Landes, die Produktionskürzungen über März 2016 hinaus zu verlängern. Das Abkommen habe sich zudem als wirksam erwiesen, Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. Das reicht aber nicht aus, um die Lagerbestände wie von der OPEC beabsichtigt weiter abzubauen. Dazu müsste der Ölmarkt ein Defizit aufweisen.

Bin Salman fügte noch hinzu, dass die starke Nachfrage den Anstieg der Schieferölproduktion absorbieren würde. Diese Aussage bedeutet aber nichts anderes, als dass die OPEC keinen Spielraum zur Produktionsausweitung besitzt, die Verlängerung der Produktionskürzungen also nicht ganz freiwillig, sondern erzwungen ist.

Die in dieser Woche anstehenden OPEC-Produktionsumfragen könnten die Preise weiter steigen lassen. Denn sie dürften eine erneut hohe Umsetzung der Produktionskürzungen im Oktober zeigen. Wegen des Kurdenkonflikts und der daraus resultierenden Lieferausfälle im Norden des Landes dürfte auch der Irak dazu beigetragen haben. Dass diese Kürzungen nicht freiwillig geschahen, dürfte im derzeitigen Marktumfeld keine Rolle spielen.



Edelmetalle

Gold handelt zum Wochenauftakt wenig verändert bei 1.270 USD je Feinunze. Gold steht vor einer spannenden und möglicherweise richtungsweisenden Woche. Am Mittwochabend gibt die US-Notenbank Fed die Ergebnisse der zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses bekannt. Da diesmal keine Pressekonferenz stattfindet, richtet sich der Fokus allein auf den Begleitkommentar. Dieser dürfte die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember weit offen lassen.

Da dieser Zinsschritt laut Fed Fund Future nahezu vollständig eingepreist ist, sollte das den Goldpreis nicht mehr nennenswert bewegen. Wichtiger dürfte werden, wen US-Präsident Trump voraussichtlich im Laufe dieser Woche als neuen Fed-Vorsitzenden nominiert. Im Rennen sind noch Fed-Gouverneur Powell und Wirtschaftsprofessor Taylor. Ersterer steht für eine Fortsetzung der bisherigen Geldpolitik, letzterer für eine regelgebundene und daher vermutlich restriktivere Geldpolitik.

Medienberichten vom Freitag zufolge soll Trump zu Powell neigen. Davon würde Gold vermutlich profitieren. Bei einer Wahl zugunsten von Taylor würde Gold wohl unter Druck geraten. Am Freitag schließlich stehen die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober auf der Agenda. Diese dürften nach dem hurrikanbedingten Stellenabbau im September ein kräftiges Beschäftigungsplus aufweisen. Die Marktreaktion dürfte stark davon abhängen, wen Trump als Nachfolger von Yellen an der Spitze der Fed nominiert.


Industriemetalle

Dem Metallmarkt steht eine spannende Woche bevor. In London treffen die Vertreter der Metallproduzenten, der Händler, der Konsumenten und der Finanzinstitute zur LME Week zusammen und diskutieren über die Trends an den Weltmetallmärkten. Diese präsentieren sich im Gegensatz zu den Vorjahren in einer glänzenden Verfassung, wobei der LME-Industriemetallindex seit Juni um 20% zugelegt hat. Während das Tempo der Wirtschafts- und Steuerreform in den USA enttäuscht hat, hat das Wachstum Chinas positiv überrascht.

Diese Woche stehen dort die Einkaufsmanagerindizes zur Veröffentlichung an, die eine sehr gute Konjunktur bescheinigen sollten. Dies dürfte gepaart mit einer weiterhin guten Stimmung an den Finanzmärkten und einer hohen Liquidität die Spekulation bei Metallen weiter anheizen. Allerdings warnen wir davor, den positiven Trend der Vormonate fortzuschreiben. Zum einen zeigt der Immobiliensektor in China seit dem Sommer nach einer starken Überhitzung Ermüdungserscheinungen.

Auch will die Regierung gegen das Problem eines zu schnellen Schuldenaufnahmetempos vorgehen. Außerdem sollte man die Umweltproblematik in China nicht unterschätzen. Das Ministerium für Umweltschutz sieht im September trotz vieler Maßnahmen im Jahresvergleich keine Verbesserungen bei der Luftqualität in Nordchina, das von Smog und Umweltbelastung in den Herbst- und Wintermonaten besonders stark betroffen ist. Weitere Umweltschutzmaßnahmen dürften das Wirtschaftstempo drücken.


Agrarrohstoffe

Das International Cotton Advisory Committee ICAC und der Branchendienst Cotlook haben am Freitag neue Schätzungen für den globalen Baumwollmarkt im laufenden Erntejahr 2017/18 veröffentlicht. Laut ICAC soll die weltweite Baumwollproduktion auf 25,57 Mio. Tonnen steigen. Gegenüber der Schätzung von Anfang Oktober bedeutet dies eine Aufwärtsrevision um 190 Tsd. Tonnen.

Da die Schätzung für den weltweiten Verbrauch bei 25,22 Mio. Tonnen belassen wurde, steigt der globale Angebotsüberschuss auf 350 Tsd. Tonnen. Die weltweiten Baumwollendbestände sollen in der Folge mit 18,89 Mio. Tonnen ebenfalls etwas höher ausfallen als bislang unterstellt. Auch Cotlook revidierte seine Schätzung für den Angebotsüberschuss um 180 Tsd. Tonnen nach oben, erwartet aber mit 841 Tsd. Tonnen einen deutlich höheren Überschuss als das ICAC.

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA liegt mit seiner Überschussschätzung von gut 600 Tsd. Tonnen zwischen diesen Polen. Auch der Baumwollpreis litt Ende letzter Woche unter der starken Aufwertung des US-Dollar. Die Perspektive eines Angebotsüberschusses spricht aber auch so für niedrigere Notierungen - zumal der Angebotsüberschuss deutlich höher ausfällt, wenn man China aus der Betrachtung herauslässt. Dort dürften nämlich laut der Prognose des USDA die Bestände um weitere knapp 2 Mio. Tonnen abgebaut werden, im Rest der Welt dagegen um 2,6 Mio. Tonnen steigen. Hinzu kommt, dass in den USA die Ernte läuft und das neue Angebot aktuell auf den Markt drückt.


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