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Zyklische Rohstoffe zeitweise deutlich im Aufwind

17.10.2017 | 11:23 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Der Brentölpreis stieg gestern aufgrund von Nachrichten über Unterbrechungen der Ölproduktion in der umkämpften ölreichen Region um Kirkuk im Nordirak auf 58,5 USD je Barrel. Laut irakischen Meldungen wurde die Produktion auf zwei größeren Ölfeldern mit einer Förderkapazität von insgesamt 350 Tsd. Barrel pro Tag wegen der Kämpfe aus Sicherheitsgründen eingestellt.

Längere Produktionsausfälle dürfte es allerdings nicht geben, da die kurdischen Peshmerga-Einheiten das Gebiet um Kirkuk inzwischen geräumt haben und dieses weitgehend wieder unter irakischer Kontrolle ist. Die Situation würde sich ändern, falls die irakischen Truppen in das kurdische Autonomiegebiet vorrücken.

Die US-Energiebehörde EIA erwartet einen weiteren Anstieg der US-Schieferölproduktion im November um 82,4 Tsd. auf 6,12 Mio. Barrel pro Tag. Das wäre der 11. Monatsanstieg in Folge und ein neues Rekordniveau. Das Produktionsniveau in den Sommermonaten wurde dagegen um 50-60 Tsd. Barrel pro Tag nach unten revidiert. Der größte Beitrag kommt vom Schieferölvorkommen Permian Basin, wo die Produktion um gut 50 Tsd. auf 2,66 Mio. Barrel pro Tag steigen soll. Auch alle anderen Vorkommen tragen zum Anstieg der US-Schieferölproduktion bei.

Der seit Sommer zu beobachtende Rückgang der Bohraktivität hatte somit noch keinen sichtbaren Einfluss auf die Produktion. Die weiter steigende US-Ölproduktion erschwert der OPEC den Marktausgleich, obwohl die Produktionskürzungen laut IEA-Chef Birol zuletzt zu etwa 86% umgesetzt wurden.


Edelmetalle

Palladium ist nach dem Sprung über die Marke von 1.000 USD je Feinunze gestern Morgen zunächst weiter bis auf 1.010 USD gestiegen. Neben dem anhaltend hohen spekulativen Interesse - gemäß CFTC-Statistik gab es in der Woche zum 10. Oktober noch Netto-Long-Positionen von 21,8 Tsd. Kontrakten - profitiert Palladium offenbar von einem deutlichen Anteilsgewinn von Benzinfahrzeugen in der Fahrzeugflotte in Europa.

Laut Angaben des Verbands der Europäischen Automobilproduzenten wurden in Europa schon in der ersten Jahreshälfte mehr Benziner als Diesel-Autos verkauft. Demnach sind die Verkäufe von Benzinern im Jahresvergleich um fast 10% gestiegen, wohingegen die Absätze von Diesel-Autos um rund 4% zurückgingen. Und der Anteil der Diesel-Autos ist seitdem weiter gesunken. Daten von LMC Automotive zufolge lag er im Juli bei 45,1%, im August bei 42,7% und im September bei 42,5%. So wie diese Entwicklung den Palladiumpreis in den letzten Monaten mit nach oben getrieben hat, hat sie den Platinpreis belastet.

Die Preisdifferenz zwischen Palladium und Platin hatte sich gestern zeitweise auf über 60 USD je Feinunze ausgeweitet. Sollte Palladium allerdings dauerhaft über Platin notieren, werden die Katalysatorenhersteller wahrscheinlich versuchen, Palladium durch Platin zu ersetzen. Dies ist allerdings kein kurzfristiger Prozess. Im späten Handel gab Palladium im Einklang mit den anderen Edelmetallen deutlich nach und rutschte bis auf 975 USD je Feinunze ab. Der US-Dollar wertete auf und die Zinserhöhungserwartungen stiegen, nachdem Spekulationen aufkamen, dass US-Präsident Trump die Fed-Vorsitzende Yellen durch John Taylor, einen geldpolitischen Falken, ersetzen könnte.



Industriemetalle

Ein hoher Risikoappetit der Marktteilnehmer - die drei wichtigsten Aktienindizes in den USA markierten allesamt neue Rekordstände - hat gestern den zyklischen Rohstoffen, zu denen auch die Industriemetalle zählen, zu einem Höhenflug verholfen. Allen voran Kupfer legte deutlich zu und erreichte mit knapp 7.180 USD je Tonne den höchsten Stand seit Juli 2014. Heute Morgen sind die meisten Metallpreise deutlich niedriger, Kupfer zum Beispiel handelt rund 100 USD unter dem Hoch von gestern. Dies führen wir zum einen auf Gewinnmitnahmen zurück, zum anderen dürfte hier der festere US-Dollar eine Rolle spielen (siehe Edelmetalle).

Während der Kupferpreis zuletzt sehr volatil war, bewegte sich der Aluminiumpreis weitgehend seitwärts. Heute Morgen kostet das Leichtmetall rund 2.140 USD je Tonne. Wie aus der am Freitag veröffentlichten Handelsstatistik Chinas hervorging, hat China im September "nur" noch 370 Tsd. Tonnen Aluminium und Aluminiumprodukte exportiert, gut 5% weniger als im Vorjahr.

Aufgrund der behördlich angeordneten Kapazitätsschließungen dürfte die Aluminiumproduktion in China im September weiter zurückgegangen sein - Daten hierzu werden vom International Aluminium Institute am Freitag veröffentlicht -, so dass wohl mehr Material im Land behalten wurde. Die Exporte von Stahlprodukten gingen im September ebenfalls weiter zurück und lagen mit 5,14 Mio. Tonnen 42% unter Vorjahr. Allerdings bewegt sich die chinesische Stahlproduktion nach wie vor auf Rekordhoch.


Agrarrohstoffe

Die Agrarpreise standen aufgrund eines festeren US-Dollar unter Abgabedruck. Weizen handelt bei 435 US-Cents je Scheffel, Mais bei 350 US-Cents je Scheffel, Sojabohnen bei 990 US-Cents je Scheffel. Die Ernten von Mais und Sojabohnen hinken dem langjährigen Durchschnitt weiter hinterher. Laut US-Landwirtschaftsministerium USDA war die US-Maisernte Ende letzter Woche erst zu 28% abgeschlossen, die US-Sojabohnenernte erst zu 49%. Normal wären zu diesem Zeitpunkt 47% bzw. 60%. Dies könnte sich noch nachteilig auf die letztendlichen Flächenerträge und Erntemengen auswirken.

Bei Sojabohnen haben diese Sorgen den Preisanstieg Ende letzter Woche mit begünstigt. Dies kann auch am im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich schlechteren Pflanzenzustand liegen. Der Anteil sehr gut bzw. gut bewerteter Sojabohnenpflanzen lag in der letzten Woche bei 61%. In der Vergleichswoche des Vorjahres waren es 74%. Bei Mais spielt dies momentan noch keine Rolle, obwohl auch hier der Pflanzenzustand schlechter ist als vor Jahresfrist (65% sehr gut bzw. gut vs. 74% im vergleichbaren Vorjahreszeitraum).

Auch die Aussaat und Entwicklung von US-Winterweizen liegt etwas hinter dem Zeitplan zurück. Ende letzter Woche war die Aussaat laut USDA zu 60% abgeschlossen und 37% der Pflanzen aufgegangen. Die Referenzwerte liegen hier bei 71% bzw. 43%. Der Rückstand ist allerdings noch nicht so groß, dass dieser bis zur Winterruhe nicht noch aufgeholt werden kann.


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