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Schwache chinesische Goldnachfrage ...

27.09.2017 | 10:53 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise gerieten gestern aufgrund von Gewinnmitnahmen vorübergehend unter Druck. Brent fiel bis auf 58 USD je Barrel, WTI bis auf 51,5 USD je Barrel. Von diesen Niveaus haben sich die Preise mittlerweile aber schon wieder knapp 1 USD nach oben gearbeitet. Die Marke von 60 USD besitzt offenbar eine gewisse Anziehungskraft. Zudem steht noch immer die Drohung Erdogans im Raum, die Öllieferungen aus der kurdischen Autonomieprovinz im Nordirak via Pipeline über türkisches Territorium an den Mittelmeerhafen Ceyhan zu unterbinden.

In diesem Falle stünden dem Ölmarkt gut 500 Tsd. Barrel Rohöl pro Tag weniger zur Verfügung, was zu einer spürbaren Verknappung der Marktbilanz führen würde. Wir erachten es aber als unwahrscheinlich, dass Erdogan seine Drohung wahrmachen wird. Schließlich benötigt die Türkei die Einnahmen aus dem Transit und dem Handel mit Rohöl. Zudem ist die Türkei selbst auf Ölimporte angewiesen und müsste diese dann anderweitig beziehen, was kurzfristig kaum möglich wäre.

Das API berichtete gestern Abend nach Handelsschluss einen unerwarteten Abbau der Rohölvorräte in den USA in der letzten Woche um 761 Tsd. Barrel. Bei einer um 1,3 Mio. Barrel pro Tag gestiegenen Rohölverarbeitung fällt der Lagerabbau aber gering aus. Auch bei den offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag ist mit einem Rückgang der Rohölvorräte zu rechnen, falls die Rohölverarbeitung ähnlich stark steigt. Dies könnte die Ölpreise weiter steigen lassen. Der Preisanstieg könnte allerdings durch steigende Benzinvorräte und eine höhere US-Rohölproduktion gebremst werden. Letztere lag in der vorherigen Berichtswoche nur noch knapp unter dem 2015er-Hoch.


Edelmetalle

Gold ist im Zuge eines festeren US-Dollars wieder unter die Marke von 1.300 USD je Feinunze gefallen. In Euro gerechnet rutschte Gold wieder unter 1.100 EUR je Feinunze. Nach der Rede der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen ist eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember wahrscheinlicher geworden. Da es zudem keine weiteren negativen Nachrichten bezüglich der angespannten geopolitischen Lage mit Nordkorea gab, ist offenbar die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer diesbezüglich gesunken.

Darüber hinaus bestätigten Daten der Hongkonger Statistikbehörde die aktuell schwache Goldnachfrage in China. Demnach hat China aus Hongkong im August netto nur 32,6 Tonnen Gold importiert, so wenig wie zuletzt im Januar. In den ersten acht Monaten des Jahres lagen die Netto-Importe mit 485 Tonnen 70 Tonnen unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Schon die direkten Goldimporte aus der Schweiz fielen im August schwach aus. Gold hat auch die anderen Edelmetalle mit nach unten gezogen, wobei Silber und Platin deutlich stärker als Gold nachgaben.

Das Gold/Silber-Verhältnis ist daraufhin auf fast 77 gestiegen, der höchste Wert seit Anfang August. Im Gegensatz zu Gold importiert China schon seit Monaten deutlich mehr Silber. Daten der Zollbehörde zufolge sind die Silberimporte im August im Vergleich zum Vorjahr um 68% auf 422 Tonnen gestiegen. In den ersten acht Monaten des Jahres lagen die Silbereinfuhren bereits 45% bzw. 860 Tonnen über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.



Industriemetalle

Es scheint, als würden die Industriemetallpreise derzeit den Ölpreisen folgen. Nachdem die Metalle gestern Morgen zunächst den starken Anstieg der Ölpreise vom Vortag nachvollzogen, gaben sie am Nachmittag im Einklang mit fallenden Ölpreisen nach, bevor eine Erholung einsetzte. Heute Morgen setzt sich der Anstieg der Metallpreise ebenso fort wie der der Ölpreise. Auftrieb geben heute auch Daten aus China, wonach dort die Gewinne der Industrieunternehmen - und hier vor allem die der Staatsunternehmen - im August stark gestiegen waren.

Zink verteuert sich am Morgen wieder auf 3.150 USD je Tonne. Hier spielen offenbar Sorgen über eine Knappheit die Hauptrolle. Diese spiegeln sich auch in einer stark fallenden Terminkurve (Backwardation) wider, insbesondere am vorderen Ende. Die Preisdifferenz zwischen dem Kassa-Preis und dem Preis in 90 Tagen lag gestern bei über 50 USD je Tonne. Zu Wochenbeginn war sie laut Reuters sogar bei 66 USD je Tonne, der höchste Wert seit über 10 Jahren. Dies dürfte einige spekulative Finanzinvestoren zum Glattstellen von Short-Positionen veranlassen und einen weiteren Lagerabbau begünstigen.

China als weltweit größter Zinkkonsument hatte im August allerdings noch keine Probleme, Zink am Weltmarkt zu beziehen. Gemäß Daten der Zollbehörde sind die Einfuhren von Zinkraffinade im August im Vergleich zum Vorjahr um 160% auf 65,6 Tsd. Tonnen gestiegen. Und auch die Importe von Zinkerz lagen mit 226,8 Tsd. Tonnen 145% über dem Vorjahresniveau.


Agrarrohstoffe

Der Rohzuckerpreis ist gestern um 3% abgesackt und damit erstmals seit Monatsbeginn wieder unter die Marke von 14 US-Cents je Pfund gerutscht. Auslöser waren ein stärkerer US-Dollar und die jüngsten Daten der brasilianischen Zuckerindustrievereinigung Unica. Diese zeigten, dass im Hauptanbaugebiet Center-South in der ersten Septemberhälfte mehr Zucker produziert wurde als erwartet. Dies lag weniger an der verarbeiteten Zuckerrohrmenge, sondern daran, dass der Anteil, der davon der Zuckerproduktion - und nicht der Ethanolproduktion - zugeführt wurde, noch immer erstaunlich hoch war, obwohl sich die Preisrelation zugunsten von Ethanol verschoben hat.

Zudem war die Qualität des Rohrs besser als erwartet, also der Zuckergehalt höher. Beides zusammen resultierte in einer Zuckermenge, die mit 3,13 Mio. Tonnen fast so hoch wie im Sommer war. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Zuckerproduktion bald stärker eingeschränkt wird, wenn die Preise auf niedrigem Niveau verharren. Ob die Verschiebungen allerdings stark genug sein werden, um für nennenswerten Preisauftrieb zu sorgen, bleibt abzuwarten. Denn dies ist nur ein Puzzleteil im Bild der weltweiten Versorgung mit Zucker.

So stehen die Zuckerrohrernte und Zuckerproduktion in Indien unmittelbar bevor. Hier stehen die Zeichen auf ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr, was zu einem weltweiten Angebotswachstum und einem Überschuss in der Saison 2017/18 beitragen dürfte.


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