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Gold - als sicherer Hafen gefragt

09.08.2017 | 10:49 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise profitierten gestern nur kurzzeitig von der für September angekündigten Kürzung der Öllieferungen durch Saudi-Arabien. Brent fällt am Morgen auf 52 USD je Barrel, WTI auf 49 USD je Barrel. Auch der erneut kräftige Rückgang der US-Rohöllagerbestände hatte keinen preisunterstützenden Einfluss. Laut API sind die US-Rohölvorräte in der letzten Woche unerwartet deutlich um 7,8 Mio. Barrel gesunken. Ausschlaggebend hierfür war ein deutlicher Rückgang der Importe.

Bei Benzin gab es allerdings einen Lageraufbau. Das US-Energieministerium gibt die offiziellen Daten heute Nachmittag bekannt. Auch hier dürfte es wegen gesunkener Importe zu einem deutlichen Lagerabbau kommen. So berichtete Bloomberg unter Berufung auf Daten des Zolls einen Rückgang der seewärtigen Rohölimporte um 828 Tsd. Barrel pro Tag.

Die US-Energiebehörde hat ihre Projektion für die US-Rohölproduktion kaum geändert. Für 2017 erwartet sie einen Anstieg um 490 Tsd. auf durchschnittlich 9,35 Mio. Barrel pro Tag, für 2018 einen Anstieg um 570 Tsd. auf 9,91 Mio. Barrel pro Tag. Für die Monate September 2017 bis Juli 2018 ist sie etwas optimistischer, danach leicht pessimistischer. Am Gesamtbild einer weiter steigenden Produktion ändert sich nichts.

Ende 2018 soll die Produktion über 10 Mio. Barrel pro Tag klettern. Preisstützend ist derweil die hohe US-Nachfrage nach Ölprodukten, die zusammen mit den Raffinerieausfällen die Crack-Spreads zuletzt hat steigen lassen: Die US-Benzinnachfrage kletterte im Juli auf ein Allzeithoch von 9,7 Mio. Barrel pro Tag. Und die im Sommer saisonal schwächere Destillatenachfrage markierte dank guter US-Konjunktur mit 4,2 Mio. Barrel pro Tag immerhin ein neuen Rekord-Juli.


Edelmetalle

Ein festerer US-Dollar setzte gestern Nachmittag Gold zunächst unter Druck, so dass es auf gut 1.250 USD je Feinunze fiel. Das zunehmende verbale Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA ließ Gold über Nacht aber wieder auf rund 1.270 USD steigen. Gold in Euro gerechnet verteuert sich auf knapp 1.080 EUR je Feinunze.

Sollten die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen - dies scheint nach den jüngsten Äußerungen beider Seiten wahrscheinlich -, dürfte Gold als sicherer Hafen gefragt sein. Indien hat laut vorläufigen Daten des Finanzministeriums im Juli 53,4 Tonnen Gold importiert. Dies war fast zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahr. Die Einfuhren lagen knapp 20 Tonnen unter dem Niveau vom Juni, womit die Auswirkungen der neuen Mehrwertsteuer nicht ganz so negativ ausgefallen sind wie befürchtet.

Im Fahrwasser der Industriemetalle legten Platin und Palladium gestern zeitweise deutlich zu. Platin stieg auf ein 3½-Monatshoch von knapp 980 USD je Feinunze, Palladium handelte wieder bei 900 USD je Feinunze. Die Aufwärtsbewegung endete gestern Nachmittag abrupt als der Südafrikanische Rand deutlich abwertete. Denn der südafrikanische Präsident Zuma hat wiederholt ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden. Damit dürfte sich aber die Wirtschafts- und Fiskalpolitik des Landes nicht verbessern. Die schwächere Währung verringert die Produktionskosten der Platinminenproduzenten.


Industriemetalle

Aluminium ist gestern erstmals seit Ende 2014 wieder über die Marke von 2.000 USD je Tonne gestiegen. Heute Morgen setzt sich der Preisanstieg auf gut 2.030 USD fort. An der SHFE in Shanghai steigt Aluminium um weitere 5%. Seit Jahresbeginn hat sich Aluminium damit an der SHFE um 27% verteuert, an der LME steht ein Plus von 20% zu Buche. Anlass war gestern eine Meldung von Bloomberg, wonach die Behörden in der chinesischen Provinz Shandong die Schließung von illegalen Produktionskapazitäten im Umfang von 3,21 Mio. Tonnen p.a. angeordnet haben.

Shandong ist die größte Aluminium produzierende Provinz in China. Die Anordnung ist demnach auf der Internetseite der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission dieser Provinz erschienen und datiert vom 24. Juli. Die Stilllegungen sollen auch bereits zu Ende Juli umgesetzt worden sein. Wir verstehen die Meldung so, dass in den angeordneten Schließungen Produktionskapazitäten von über 2 Mio. Tonnen p.a. der China Hongqiao Group enthalten sind, die laut Unternehmensangaben durch neue Produktionsstätten im selben Umfang ersetzt werden.

Ebenso war bereits bekannt, dass die Xinfa Group Produktionskapazitäten von rund 530 Tsd. Tonnen p.a. stilllegen muss und dies auch getan hat. Zudem bestanden per Ende 2016 laut Angaben des staatlichen Research-Instituts Antaike Überkapazitäten von über 11 Mio. Tonnen. Der erneute Preisanstieg ist unseres Erachtens daher übertrieben und nicht zu rechtfertigen. Wir erwarten nach wie vor eine deutliche Preiskorrektur.



Agrarrohstoffe

Die EU erhebt ab sofort einen Zoll in Höhe von 5,16 Euro je Tonne auf importierten Mais, um seine Anbieter bei dem reichlich versorgten Weltmarkt von weiterem Preisdruck abzuschirmen. Ausgenommen sind die zollfreien Importquoten in Höhe von 450 Tsd. Tonnen für die Ukraine und von 280 Tsd. Tonnen anderer Herkunft. Auch können Importeure von Teilen des Zolls befreit werden, wenn sie bestimmte Transportrouten und Anlandehäfen nutzen. Die EU ist bemächtigt, einen Zoll zu erheben, wenn der in Euro umgerechnete US-Maispreis ergänzt um die Transportkosten länger als 10 Tage unter 157 Euro je Tonne fällt - eine Situation, die sich nun zum ersten Mal seit fast drei Jahren einstellte.

Zwar konnte der US-Maispreis seit Jahresbeginn rund 9% zulegen, dieser Effekt wurde jedoch in seinem Einfluss auf die Formel zur Zollberechnung durch die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar mehr als kompensiert. Bisher prognostizieren die EU-Kommission und das USDA für 2017/18 rekordhohe EU-Maisimporte von rund 15 Mio. Tonnen, nachdem die Erwartungen an die EU-Maisernte nach unten geschraubt werden.

Anders als bis Juni erwartet die EU-Kommission nun eine gegenüber dem Vorjahr rückläufige EU-Maisernte. Mit 58,4 Mio. Tonnen soll sie nicht nur die letzte Ernte um 4,4% verfehlen, sondern auch noch unter dem enttäuschenden Ergebnis von 2015/16 bleiben. Denn in vielen Ländern West-, Süd- und Osteuropas ist bedingt durch Trockenheit und Hitze mit hohen Ernteeinbußen zu rechnen.


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