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Produktionsprobleme in den zwei größten Kupferminen

09.02.2017 | 11:08 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Trotz eines vom US-Energieministerium berichteten massiven Anstiegs der US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 13,8 Mio. Barrel sprangen die Ölpreise im Anschluss an die Veröffentlichung einen US-Dollar nach oben. Heute Morgen legen die Preise weiter zu. Brent notiert wieder bei 55,5 USD je Barrel, WTI bei 52,8 USD je Barrel.

Wie ist das zu erklären? Zum einen hatte das API am Vortag einen Lageraufbau in ähnlicher Größenordnung berichtet, so dass die Überraschung darüber nicht mehr groß war. Zum anderen vermeldete das US-Energieministerium einen überraschenden Abbau der US-Benzinvorräte und unveränderte Destillatebestände, während hier beim API jeweils ein deutlicher Lageraufbau zu Buche stand. Zurückzuführen war der Rückgang bei den Benzinbeständen vor allem auf eine stärkere Nachfrage, welche die höhere Benzinproduktion überkompensierte.

Dennoch kann auch dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass der gestrige Lagerbericht alles andere als erbaulich war. Die Rohöllagerbestände liegen nur noch 3,5 Mio. Barrel unter dem Rekordniveau von Ende April 2016, die Benzin- und Destillatebestände nach wie vor auf dem höchsten Stand zu dieser Jahreszeit überhaupt.

Der Anstieg der Rohölbestände war hauptsächlich auf deutlich höhere Rohölimporte zurückzuführen. Diese stiegen um 1,1 Mio. auf 9,4 Mio. Barrel pro Tag, was dem höchsten Wochenwert seit September 2012 entsprach. Die US-Rohölproduktion stieg auf knapp 9 Mio. Barrel pro Tag, dem höchsten Niveau seit 10 Monaten. Der aktuelle Preisanstieg dürfte daher nicht von Dauer sein.



Edelmetalle

Gold glänzt weiter, nachdem es gestern bei 1.245 USD bzw. 1.164 EUR je Feinunze 3-Monatshochs erreicht hatte. Das Überschreiten der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie vor zwei Tagen hat Gold in Euro anscheinend weiteren Auftrieb gegeben. Auch gestern gab es mit 5,3 Tonnen weitere Zuflüsse in die Gold-ETFs. Zudem war die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen gesunken, was Gold wohl ebenfalls unterstützt hat. Dass die indische Zentralbank entgegen den Erwartungen die Zinsen gestern nicht gesenkt hat, spielte offenbar keine Rolle.

Immerhin wertete dadurch die Indische Rupie deutlich auf, was den Anstieg der lokalen Goldpreise bremste. Indien ist hinter China der weltweit zweitgrößte Goldkonsument. Wie das Statistische Bundesamt heute Morgen mitteilte, hat Deutschland im letzten Jahr einen Leistungsbilanzüberschuss von 266 Mrd. EUR bzw. 8,5% des BIP erzielt. Dies könnte neue Kritik an globalen Handelsungleichgewichten hervorrufen und auch den Vorwurf der Währungsmanipulation erneut aufkommen lassen. Die Sorgen vor einem möglichen Handels- und Währungskrieg scheinen daher gerechtfertigt und dürften die Nachfrage nach Gold hoch halten.

Silber wird im Fahrwasser von Gold mit nach oben gezogen und hat wie Gold gestern bei 17,9 USD je Feinunze ein 3-Monatshoch erreicht. Damit handelte es auch unmittelbar an der 200-Tage-Linie. Silber holt gegenüber Gold allerdings nicht auf, sondern läuft nur mit, wie das Gold/Silber-Verhältnis zeigt, das seit Mitte Januar eng um das Niveau von 70 pendelt.


Industriemetalle

Kupfer ist zwar von seinem gestrigen Hoch etwas zurückgekommen, hält sich aber noch in der Nähe von 5.900 USD je Tonne. Heute um 12 Uhr MEZ beginnt in der "Escondida"-Kupfermine in Chile der angekündigte Streik. Die Minenarbeiter haben sich Beobachtern zufolge auf einen langen Ausstand vorbereitet. Aber nicht nur dort dürfte es zu Lieferausfällen kommen, Probleme gibt es auch in der "Grasberg"-Kupfermine in Indonesien. "Grasberg" ist nach "Escondida" die weltweit zweitgrößte Kupfermine.

Der Minenbetreiber Freeport-McMoRan hat bislang von der indonesischen Regierung noch keine Genehmigung zum Export von Kupferkonzentrat erhalten. Die alte Erlaubnis war am 12. Januar ausgelaufen. Die indonesische Regierung versucht mit diesem Schritt, Freeport neue Vertragsregularien aufzuzwingen. Die "Grasberg"-Mine stößt Angaben von Freeport zufolge nun aber an ihre Lagerkapazitäten, so dass die Produktion gedrosselt werden muss.

Freeport bereitet sich darauf vor, die Produktion auf nur noch 40% der sonst üblichen Ausbringungsmenge zu reduzieren. Je länger die Probleme in den beiden größten Kupferminen der Welt andauern, umso gravierender dürften die Angebotsengpässe am globalen Kupfermarkt sein.

Indonesien war auch mitverantwortlich dafür, dass der Zinnpreis vor zwei Tagen auf ein 5½-Monatstief von 18.600 USD je Tonne gerutscht war. Denn laut Daten des Handelsministeriums hat Indonesien im Januar rund 6.960 Tonnen Zinn exportiert, fast dreimal so viel wie im Vorjahr.


Agrarrohstoffe

Heute Abend veröffentlicht das US-Landwirtschaftsministerium neue Ernte- und Lagerbestandsschätzungen für Weizen, Mais und Sojabohnen. Größere Revisionen sind zu diesem Zeitpunkt des Jahres nicht zu erwarten, da die Ernten auf der Nordhalbkugel eingebracht sind und es somit nur auf der Nachfrageseite zu Änderungen kommen kann.

Laut einer Reuters-Umfrage sollen die US-Lagerendbestände von Weizen, Mais und Sojabohnen leicht nach unten revidiert werden. Auf globaler Ebene soll es zu einer Abwärtsrevision der Sojabohnenendbestände kommen, was wohl mit wetterbedingten Ernteausfällen in Argentinien zusammenhängen dürfte.

Eine Revision könnte es daher bei der Sojabohnenernte in Argentinien geben, weil hier das USDA zuletzt noch merklich über der Schätzung des Internationalen Getreiderates lag und damit die Ernteschäden wegen Starkregens und Überschwemmungen bislang wohl nur unzureichnend berücksichtigt hat. Dies sollte im Sojabohnenpreis bereits hinreichend reflektiert sein, welcher seit Wochenbeginn um 3% zulegte und gestern zwischenzeitlich bei 1.060 US-Cents je Scheffel notierte.

Größere Preisausschläge sind durch die WASDE-Zahlen nicht zu erwarten. Erste Ernteschätzungen für die neue Saison die USA betreffend werden vom USDA auf der jährlichen Outlook-Konferenz in zwei Wochen bekanntgegeben. Weltweite Ernteschätzungen für 2017/18 gibt es erst ab dem WASDE-Bericht im Mai.


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