60 Mrd.US$ Deal: Jobs in Australien, Kohle für China
08.02.2010 | 8:30 Uhr |
Hahn, Rainer
RTE Sydney / Peking - (www.emfis.com) - Am vergangenen Freitag gab das australische Bergbauunternehmen Resourcehouse offiziell bekannt, dass man China über die nächsten 20 Jahre mit Kohle beliefern werde.
Die mit der China Power Investment Corporation (CPI) geschlossene Vereinbahrung hat ein Volumen von 60 Mrd. US Dollar. Das sei der größte Exportauftrag in der Geschichte Australiens, erklärte Konzern-Chef Phil McNamara zu diesem Vertrag.
Sein Unternehmen wird Jährlich 30 Millionen Tonnen Kohle für jeweils drei Milliarden US Dollar liefern.
CPI entwickelt, konstruiert, besitzt und verwaltet große Kraftwerke in China. Der Strom aus den CPI Kraftwerken versorgt die Eastern China Power Grid, Central China Power Grid und die Northern China Power Grid.
China, was zu gut drei Drittel seines Energiebedarfs über Kohlekraftwerke abdeckt, hatte im vergangenen Jahr erstmals Kohle importiert. Auch wenn das Land zu den größten Kohleproduzenten weltweit gehört, wurden laut dem Handelsministerium 103,43 Millionen Tonnen Kohle aufgekauft. In 2008 hatte China noch 22,40 Millionen Tonnen Kohle exportiert.
Das chinesische Distribution Production Promotion Center hatte in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass die Stromerzeugungsunternehmen Chinas auf Grund der Preisunterschiede bevorzugt mehr Kohle auf dem Weltmarkt kauften. Der Unterschied betrug laut dem General Manager von China Resources, Li Xiangyang, 100 Yuan 14,65 USD) pro Tonne Kohle.
Für Australien ist dieser Vertrag von erheblicher Bedeutung, sichert er doch über Jahre hinweg zehntausende von Arbeitsplätzen.
Der australische Milliardär Clive Palmer, fünft reichster Australier und Chairman von Resourcehouse, zeigte sich mehr als Zufrieden mit diesem Vertrag. Er will sein Unternehmen im März in Hongkong an die Börse bringen, um sich frisches Kapital für einen Ausbau der Kohle-, Erz- und Ölförderung zu beschaffen. Dazu gehört auch das Kohle Bergbau-Revier im Bundesstaat Queensland. Aus diesem soll die Kohle für China gefördert werden.
Aus dem Börsengang will der Konzern bis zu 3 Mrd. US Dollar ziehen, so ist es verschiedenen Quellen zu entnehmen.
Das Queenslandprojekt gehört zu den Großprojekten von Resourcehouse in Australien. Hier wird sich auch die Metallurgical Corporation of China (MCC) einbringen. Wie Palmer mitteilte, wird der chinesische Konzern für 200 Mio. US Dollar Anteile an Resourcehouse erwerben. Damit hält MCC dann 10 Prozent an dem 8 Mrd. US Dollar schweren Queenslandprojekt, welches unter dem Namen China First laufen wird. Die Export-Import Bank of China wird ihrerseits zur Finanzierung 5,6 Mrd. US Dollar bereitstellen.
Das Vorhaben umfasst unter anderem den Bau von vier Schachtanlagen, zwei Tagebauen und den damit verbundenen Verarbeitungsanlagen im Galilee Basin.
Resourcehouse plant, die Mine an einem neuen Kohle-Terminal an der Küste von Queensland anzubinden. Dazu muss eine neue 490km lange Bahnstrecke geschaffen werden. Das Bergwerk und die dazugehörige Infrastruktur werden laut Palmer bis zu 6.000 Arbeitsplätze schaffen und weitere 1.500 mit der Inbetriebnahme, welche voraussichtlich 2014 erfolgt.